Der 17. Kochabend

Wieder einmal lockte der „goldene Herbst“ zu einem weiteren Kochabend – dieses mal war erneut der (Zitat) „Suppenkasper“ am Werk. Ich deute die Aussage mal als liebevolle und nett gemeinte Anspielung auf mein Faible für leckere Suppen…

Los ging es heute mit einer Entschuldigung meinerseits, da sich mein Menüplan direkt mit dem unserer Feuerwehr überschnitt, die an diesem Wochenende ebenfalls Hähnchen im Programm hatte. Glücklicherweise herrschte in der Runde eher die Meinung vor, dass man nie zu viel Hähnchen an einem Wochenende essen konnte, von daher passte es dann auch wieder und man hatte einen direkten (Geschmacks-)Vergleich von Backofen zu Holzkohlegrill.

Zur Begrüßung lockte ein „Pfälzer Martini“ in Form von rotem neuen Wein mit aufgespießten Trauben. Und wie so oft wurde zuallererst das Dessert vorbereitet. Hierzu hatte der Gastgeber schon einiges an Gemüse entsaftet und somit der größten Sauerei vorgebeugt. Dieser Saft wanderte zusammen mit etwas Zucker in das Gefrierfach, wo es fortan in kontinuierlichen Abständen mit einer Gabel bearbeitet werden musste, damit es nicht ein kompakter Eisklotz wird, sondern kleine Eiskristalle bildete.

Der Schlendrian hielt an diesem Abend auch wieder Einhalt, da sich gleich die Hälfte der Mitköche verspätete – einer davon immerhin entschuldigt… Auch zwischendurch gab es noch einen Personenausfall zu kompensieren. Für das Dessert hatte ich dann immerhin noch einen fleißigen Helfer gefunden, der mit mir zusammen den weißen Schokoschaum zubereitete. Auch dieser wanderte alsbald in den Kühlschrank zum späteren Verzehr in der Nacht.

Im Anschluss wurde dann endlich auch der herbstliche Gruß aus der Küche zubereitet. Die Birnen wurden geschält, zum Teil in Schreiben und auch zu Tatar geschnitten. Die Maronen wurden aus der Verpackung geholt und möglichst in gleich große Stücke „zerbrochen“. Diese wurden dann fachmännisch mit Speck umwickelt (darin haben wir ja mittlerweile auch Erfahrung) und mit Zahnstochern fixiert. Kurz in der Pfanne angebraten und mit Birnen und Hüttenkäse serviert – lecker.

Dann ging es in gewohnter Reihenfolge weiter: Die Vorspeise stand an. Die Zubereitung für die Suppe ist recht einfach – die Korallenhippe sorgte an dieser Stelle für neugierige Blicke. Mehl, Wasser und Öl wurden im Messbecher zusammengemixt und der Teig wie ein Crèpe oder Pfannkuchen ausgebacken. Die Hitze etwas reduzieren und warten, bis die Hippe gleichmäßig durchgebräunt war. Und schon hatten wir unsere selbstgemachten Deko-Elemente. Das Kürbiskernkrokant konnte geschmacklich durchaus auch überzeugen und sorgte für den entsprechenden Biss in der Suppe.

Höhepunkt war wieder einmal die Hauptspeise, die am heutigen Abend aus zwei glücklichen Pfälzer Hähnchen vom Geflügelhof bestand. Diese wurden fachmännisch gesäubert, trocken getupft und kurzerhand mit je einem halben Apfel und einer halben Zwiebel, sowie einigen Gewürzen, gefüllt. Mit der Marinade bepinselt „flogen“ die Vögel in den vorgeheizten Backofen, wo sie für die nächste gute Stunde schwitzen durften. Und wir konnten uns um die Kroketten kümmern, die bisher auch noch niemand von uns selbst gemacht hatte. Hierzu mussten zuerst die Kartoffeln geschält werden und damit das an diesem Abend auch noch ein Ende fand, griff der Gastgeber hier gleich selbst zum Sparschäler. Denn nach ausführlichen Diskussionen und eingeschränkter Kompetenz bei der Nutzung von standardmäßigen Haushaltsgeräten (Stichwort Tupper…) konnten die Kartoffeln auch endlich in den Wassertopf wandert um zu köcheln. Im Anschluss heiß durchgepresst wurden sie nach einer Abkühlungsphase mit Eigelb und Gewürzen zu einer homogenen Masse vereint, anschließend geformt und in Eiweiß und Paniermehl paniert. Ich habe den Kroketten zwei Frittierdurchgänge spendiert – den ersten bei ~165°C, den zweiten dann bei ~200°C. Ergebnis war erstaunlicherweise hervorragende Kroketten – Form und Konsistenz waren genial. Wir alle waren positiv überrascht! Zusammen mit der Aioli und der Knoblauch-Parmesan-Soße ein rundum gelungenes Essen.

Kommen wir abschließend zum, zumindest für mich als Gastgeber, enttäuschenden Dessert: Das Einkochen mit den Kräutern hätte man sich meiner Meinung nach sparen können/sollen – dann wäre das Ergebnis deutlich besser gewesen. Fazit von mir: Eindeutig zu viel gewollt – weniger ist manchmal mehr. Im November gibt es ja schon wieder die Möglichkeit das besser zu machen. Bis dahin – bleibt gesund.

Der 16. Kochabend

Das heutige Datum (9/11), der heutige Gastgeber, das heutige Menü… Alles deutete darauf hin, dass es heute statt „phänomenal“ eher „katastrophal“werden könnte 😉 Auch die Grundstimmung war an diesem Abend eher, ich möchte sagen, „speziell“. Da schadete es nicht, dass später ein weiblicher Ruhepol dazukam und die Gemüter wieder etwas beruhigte.

Unser Gastgeber präsentierte uns sein Menü ganz modern auf dem Fernseher in der Küche – die Reaktionen konnten nicht unterschiedlicher sein: Teile freuten sich, andere wollten direkt wieder nach Hause gehen 🙂 Als uns dann auch noch verkündet wurde, dass so gut wie alles noch nie zuvor selbst zubereitet wurde, stieg auch der Puls ein wenig an. Allerdings war auch unser Ehrgeiz geweckt, sodass wir auch gleich loslegen wollten.

Also erst mal den Pulpo aus dem Kühlschrank geholt, gewaschen und in sein siedendes Wasserbad gesetzt, damit er schön weich wird. Das alles natürlich erst, nachdem ein Bild unseres Exemplares in voller Pracht geschossen wurde. Das Wasserbad dauerte gut 1,5 Stunden – Zeit genug, den Gruß aus der Küche vorzubereiten. Hierfür wurden zuerst Garnelen angebraten und danach das Selleriegemüse mit den Äpfeln gedünstet. Im Anschluss kam dann wieder zusammen, was zusammen gehört. Kurz zusammen erwärmt, gewürzt, abgeschmeckt und auf dem Servierlöffel kredenzt.

Dann folgte ein weiterer spannender Teil des Abends, bei dem nicht ganz zweifelsfrei feststand, wie die Qualität und Lebendigkeit der Muscheln festzustellen sei. Die Miesmuscheln sollten gewaschen werden und um zu prüfen, ob sie noch lebendig sind, musste an der Muschelschale angeklopft werden. Gefühlt der größte Teil hatte keine Lust bei uns im Kochtopf zu landen und verschloss sich nicht sichtbar. Nichtsdestotrotz konnten wir eine gute Menge an Muscheln ausfindig machen, die alsbald ein heißes Bad nehmen durften. Hierbei gab es nur noch wenige Muscheln, die aussortiert werden mussten. Mit Baguette ging es an den Tisch und die 1. Vorspeise war gerichtet.

Im Nachgang war dann auch der Pulpo durch mit seinem Tauchvorgang. Fachmännisch wurden die Tentakel entfernt und auf dem Grill fertig gegrillt. Die Tomaten-Olivensalsa wurde schon frühzeitig zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt. Nach einem etwas größeren Kampf mit der Aioli haben wir aber auch an dieser Front einen kleinen Erfolg erzielen können, sodass auch dieser Gang ganzheitlich, wie geplant, ausgegeben werden konnte. Unser Gastgeber überraschte sogar mit essbarer Deko – ein Käse-Keks zierte das Salsa.

Zur Hauptspeise gab es saisonal passend 😉 Spargel zum Kartoffel-Gratin. Da bei Surf and Turf ja Land und Meer zusammen kommen, fanden sich letztlich auf unseren Tellern Lamm und Lachs – eine eigene Interpretation von Lammlachse 🙂 Der Fisch wurde im oder besser gesagt auf dem Thermomix zubereitet, das Fleisch durfte in unseren allseits beliebten Optigrill. Fast zeitgleich erreichte alles seinen gewünschten Gargrad, sodass auch unser Surf and Turf-Teller mit einer improvisierten Kräuter-Quark-Creme serviert werden konnte.

Zum krönenden Abschluss durfte das Dessert natürlich nicht fehlen. Wir hatten uns ja nach dem letzten Kochabend vorgenommen, dass das nicht mehr passieren darf. Obwohl auch heute sicherlich niemand mehr zwingend ein Dessert gebraucht hätte – so ein dünner Crêpe legt sich im Magen ja einwandfrei zwischenrein. Mit professionellem Werkzeug – Crêpe-Eisen und Crêpeteig-Holzverteiler – wurden 1A Crêpe erstellt, die mit selbstgemachtem Vanilleeis (welches tatsächlich phänomenal war) und frischen Beeren serviert. Die Schokosoße verlieh dem Menü den letzten Glanz.

Als Resümee lässt sich von mir festhalten: Für den Mut solch ein Gericht zusammen mit uns zu kochen gebührt dem Gastgeber Respekt gezollt. Und ich muss auch sagen: Die Erwartungen wurden übertroffen. Das Essen war durchaus lecker – auch wenn es viele Unsicherheitsfaktoren gab und es nicht jedermanns Geschmack traf. Aber genau darum geht es ja bei unserem „Experiment“ – neue Sachen kennen lernen und altbekannte neu interpretieren und bestenfalls noch verbessern.

Der 15. Kochabend

… oder sollte ich besser schreiben: cook evening? Eine Premiere jagt bei uns die nächste – auch an diesem Kochabend hatten wir ein Novum zu vermelden: unsere erster Kochabend an einem Samstag! Und was kann ich sagen: der Tag ändert nichts an unseren kulinarischen Events. Das Essen wird nicht weniger – eher mehr! Dazu passte auch die morgendliche Ankündigung unseres Gastgebers, der uns schriftlich mitteilte: „Esst nicht zu viel – Ich erwarte Euch hungrig“! Und da kommt auch schon eine weitere Premiere dazu, auf die ich so in der Form gerne verzichtet hätte: Unser erstes Menü, bei dem wir den Nachtisch nicht mehr zubereitet haben. Aber eins nach dem anderen…

Samstagabend und wir fanden uns bei unserem „Themen-Koch“ zum gemeinsamen Kochen ein. Auch an diesem Tag blieb er seiner Linie treu und verkündete uns das Thema des heutigen Kochabends anhand der ausgelegnte Speisekarte – diese könnte exakt in dieser Form in US-amerikanischen Dinern ausliegen. Zur Freude des lokalen Metzgers wurden hierzu auch 1 kg Speck und anständig Rippchen besorgt.

Los ging es jedoch mit dem Bacon Jam – Speckmarmelade, die ich persönlich auch noch nie gegessen hatte. Das ist vermutlich auch gut so, dass mir diese nicht schon früher bekannt war, denn ein Leichtgewicht in Kalorien war dies beim besten Willen nicht. Aber da diese so lecker schmeckte, hätte ich sicher schon einige Gramm davon in meinem Leben verspeist, wäre dies bekannt gewesen – sicherlich zum Nachteil meiner Figur. Aber über Gewicht und Ernährung sollte man sich an diesem Abend generell keine Gedanken machen. Ich fühlte mich an Dokumentationen aus Amerika erinnert, bei denen es „Heart-Attack-Burger inklusive Bypass-Garantie“ gibt… Auf geröstetem Brot in geringen Mengen jedoch ein Gedicht. Passend zur immer noch anhaltenden Situation gab es mit Corona wieder einmal das zeitgemäßeste Getränk überhaupt.

Für unsere „vermeintlich kleinen“ Vorspeise-Burger entschieden wir uns, die Buns eigenständig herzustellen, was meiner Meinung nach immer eine gute Idee ist. Dies sollte im Nachgang jedoch zweigeteilt zu betrachten sein, denn da wir aus der Teigmenge 4 Buns hergestellt hatten wurde daraus ein durchaus ansehnlicher Burger, welcher sich als Hauptspeise nicht verstecken müsste. Schön gebräunt wurde dieser mit der Hackfleisch-Soße belegt und zusammen mit den Schinken-Zwiebelringen serviert. Da immer noch von der leckeren Speck-Marmelade übrig war, ließ sich diese hervorragend hierzu kombinieren.

Da die Hauptspeise etwas zeitaufwendiger war, hat unser Gastgeber bereits am Nachmittag den Grill angeschmissen und die Rippchen in entsprechend vorgesehenem Gestell zusammen mit Räucherchips gesmoked. So hatten wir für diesen Teil lediglich die erfreuliche Aufgabe das Grillgut zu begutachten und zu beschnuppern, sodass einem bereits bei der Ankunft das Wasser im Mund zusammenlief. Zu tun gab es dann aber doch noch ein bissl was. Wedges vorbereiten und den Cole Slaw zubereiten – gefühlt wurden an diesem Abend an die 10 Zwiebeln geschnitten – und äquivalent viele Knoblauchzehen.

Der Hauptgang schmeckte hervorragend und war sicherlich einer der besten – allerdings waren die 1,5 Kamm Rippchen pro Person vielleicht minimal überdimensionert, in Anbetracht der Tatsache, dass wir nur die Hälfte eines Kamms schafften (mit einer Ausnahme) blieb noch genug übrig für den kommenden Tag. Und zum Leidwesen aller anwesenden wurde traurigerweise entschieden das Desser für den heutigen Abend ausfallen zu lassen, da es einfach nicht mehr ging und mit Genießen nichts mehr zu tun gehabt hätte. Die Frage ist, ob das Desser dann noch nachgeholt wird oder einfach ausfällt?

Das wäre doch mal eine gute Gelegenheit um eine Umfrage unter meinen Mitköchen zu starten, wie hierzu die allgemeine Tendenzen gelagert sind. Zum Zeitpunkt dieses Blog-Beitrages ist für die kommende Woche jedoch bereits der nächste Kochabend avisiert – von daher habe ich wenig Hoffnung, die Nachspeise jemals testen zu können 🙁

Der 14. Kochabend

Und wieder einmal stand eine Premiere an: das erste vollständige Grillmenü erwartete uns bei herrlichstem Wetter (ich verstehe bis heute noch nicht, weshalb ausgerechnet ich als einziger lange Hosen an hatte…). Heißt: Jeder einzelne Gang wurde auf dem Grill zubereitet und auch die Vorarbeiten fanden „outdoor“ statt – coole Sache.

Empfangen wurden wir von unserem Gastgeber mit einem etwas anderen Rosé – der recht erfrischend schmeckte bei den Temperaturen. Überraschenderweise gab es relativ wenig zu tun für alle Beteiligte, da die Menüauswahl zwar gewieft war, die Umsetzung jedoch recht unkompliziert war – ein Trend, den wir generell an den letzten Abenden bemerkt hatten: gefühlt gibt es weniger zu tun an solch einem Abend als zu Beginn (den ein oder anderen mag das freuen :-P).

Wie so oft begannen wir mit Vorbereitungsarbeiten für den Hauptgang (ausnahmsweise mal nicht mit dem Dessert) – schnell eine lecker Sour Creme angerührt und ab in den Outdoor-Kühlschrank. Und schon wurde der Gruß aus der Küche vorbereitet – super simpel, aber auch super lecker: Gegrillte Peperoni mit anständig Knoblauch, dazu etwas geröstetes Baguette vom Grill. Da sag ich nicht Nein!

Auch das Auberginen-Antipasti war fix zubereitet. Gemüse schnippeln und einfach alles in die Aluschale und auf den Grill. Dann hieß es nur noch warten (und trinken) und schwupps, war auch die Vorspeise schon verzehrfertig.

Wenigstens beim Hauptgang hieß es dann: „Ärmel hochkrempeln“ und an die Brettchen – es galt eine leckere Nektarinen-Salsa zusammen zu stellen. Auch hier wurden die einzelnen Zutaten mit Liebe zum Detail geschnitten und zusammen gemengt. Fleisch und Kartoffeln kamen in den vorgeheizten Grill und ihnen wurde schön eingeheizt. Die Kartoffeln wurden anschließend ausgepackt, aufgeschnitten und mit der Sour Cream befüllt. Alles auf dem Teller anrichten und genießen – ein richtiges Sommeressen (zum Glück gab es reichlich von der Sour Cream und dem Salsa, sodass man sich den ein oder anderen Nachschlag genehmigen konnte)!

Die Nachspeise kam dieses Mal auch vom Grill – und überraschte durch ausgefeilten Geschmack. Gut, gegen die Schokolade hatte sowieso niemand etwas einzuwenden. Und es waren ja auch nur leckere Zutaten mit dabei. Die Banane kurz „frisiert“ (den oberen Teil abgeschält und mit einem Zahnstocher fixiert) und unten „begradigt“, sodass sie auf dem Grill stehen bleibt. Dann gab es jeweils einen Schnitt in der Mitte mit chirurgischer Präzision um diesen dann mit den Kinderriegeln zu füllen. 10 – 15 Minuten auf den Grill (möglichst bei indirekter Hitze habe ich gerade im Rezept gelesen…), vom „Feuer“ nehmen und mit Erdbeerscheibchen den Schoko-Schlitz garnieren. Und was soll man sagen – richtig leckere Sache.

Abgesehen davon, dass sich einige „verfrüht“ von der Party verabschiedet hatten, hat sich die Runde ungewohnterweise recht früh aufgelöst, was schade war. Aber wenn Nachbarn eine Konkurrenz-Party feiern und der Alkohol dort vermeintlich „besser“ ist, werden halt manche schwach (obwohl die Abschleppstange schon frühzeitig am Abend organisiert wurde…). Nichtsdestotrotz war alles lecker wie so oft – und ich glaube wir haben noch nie so früh gegessen (Hauptspeise gegen 21 Uhr?!?).

Der 13. Kochabend

Kochabend Nummer zwei nach Corona – bestach vor allem mal wieder durch schlechtes Zeitmanagement 🙂 Nicht nur, dass ein Teilnehmer deutlich verspätet eintraf (und nein, es war nicht derjenige, von dem man es am ehesten gedacht hätte… :-P), auch die Zubereitungsphasen waren eher chaotisch abgestimmt, wenn man denn überhaupt von Abstimmung sprechen kann. Ich sage nur: Den Hauptgang gab es frühestens gegen 23:15 Uhr… – das sagt alles.

Aber von vorne: Gut gelaunt und bei bestem Wetter fanden wir uns alle wieder bei mir zum Einläuten der 4. Kochrunde ein. Wie so oft war der Tisch mit viel liebe dekoriert worden und es fand sich darauf ein bunt durchgewürfeltes Menü. Gestartet wurde, nach einem kühlenden Kellerbier, erst einmal mit einem Pfirsé, den der Hausherr beim Aufräumen der Garage noch gefunden hatte. Dieser bestach nicht unbedingt durch den allerbesten Geschmack – hörte sich aber ganz nett an (Apfel-Secco…). Farbe und Geschmack erinnerten tatsächlich auch an Pfirsich.

Zur Zubereitungsreihenfolge der Gänge ließ sich wie so oft festhalten: Erst der Gruß aus der Küche, dann das Dessert vorbereiten, da dieses wie so oft in die Kühlung musste und dann alles andere. Also los mit der Mascarponemousse und dem Selleriesalat. Das Gemüse war schnell geputzt, die Creme einfach über heißem Wasserbad angerührt (wegen der Gelatine) und in einen Spritzbeutel gefüllt. Stellte sich die Frage: Wie kann der Tiroler Schinken sinnvoll gerollt werden, damit er 1) die richtige Größe hat und 2) auch in dieser Form bestehen bleibt… Und die Lösung war so simpel wie genial: Das Kinderspielzeug-Nudelholz erwies sich hier als Mittel der Wahl. Ein bisschen Frischhaltefolie drum herum gewickelt und ab gingen die Schinkenröllchen. Mit ein wenig Kraft wurde der Schinken straff darum gewickelt und blieb stehen wie eine Eins. Alles für 30 Minuten in den Kühlschrank gestellt und dann zusammen angerichtet. Ach und das selbstgemachte Kräuteröl bestand aus +-15-20 Kräutern (ich war mir nicht bei allem sicher, ob es sich wirklich um [essbare] Kräuter handelte….).Dieses hatte ich jedoch aus Zeitgründen schon separat vorbereitet gehabt.

Dann kam fast schon wieder der wichtigste Gang – die Nachspeise. Dieses mal wieder klassisch – Crème Brûlée. Auch das ist in der Zubereitung denkbar einfach. Milch und Sahne bis vor dem Kochen erhitzen, auskühlen lassen und nebenbei die Eier trennen (und ja, Trennen der Eier bedeutet tatsächlich, dass man nicht einfach das Ei aufklopft und in Gänze in das Schälchen flutschen lässt… Grüße hier an Kollegen B, der vor lauter Erzählen hier wohl gedanklich etwas abwegig unterwegs war…), das Eigelb mit dem Vanillinzucker und dem Zucker schaumig schlagen und die leicht abgekühlte Milch-Sahne Masse unterrühren. Möglichst ohne Schaum in Förmchen füllen, kühl stellen, warten und später mit Zucker bestreuen, flambieren, karamellisieren und genießen!

Kommen wir zum Hauptdarsteller – dem Kalbsfilet im Pergament. Oder war es vielleicht doch der Baumkuchen? Man weiß es nicht. Das Kalb wurde in 4 gleich große Stücke zerteilt, mit Senf bestrichen und in den Kräutern gewälzt. Ein wenig Öl auf das Pergament geben und das Fleisch darauf setzen und so einpacken, dass nichts herauskommen kann. Optisch schön mit Küchengarn verschließen und für eine gute Stunde in den 80°C vorgeheizten Ofen. Zur besseren Kontrolle der Temperatur empfiehlt sich ein Thermometer – ich habe die Kerntemperatur auf 58°C eingestellt. Parallel wurde der Kartoffelbaumkuchen gebacken. Zuerst die Masse zusammen rühren und dann, klassisch wie bei jedem Baumkuchen schichtweise backen, bis eine braune Farbe entstanden ist und dann die nächste Schicht auftragen. Das Gemüse stelle keinen vor große Probleme. Alles waschen, putzen, schneiden und zusammen anbraten und etwas garen. Die Soße musste auch nur eine ganze Weile einreduzieren und ratz-fatz konnte gegen 23:15 (oder vielleicht auch etwas später) der Hauptgang serviert werden. Das Kalbsfilet war durchweg rosa und butter zart. Auch der Baumkuchen überzeugte alle Beteiligten, wenn ich das richtig gedeutet hatte.

Zum großen Finale wurden um 00:30 Uhr die Dessert-Förmchen hübsch auf den Schieferplatten angerichtet, mit braunem Zucker bestreut und spektakulär mit dem Bunsenbrenner flambiert. Auch hier wieder ein gelungener und leckerer Abschluss eines gelungenen Abends, bei dem hoffentlich jeder satt geworden ist. Der Termin für den nächsten Kochabend ist auch schon und wie ich hörte, das Menü auch schon. Das sind immerhin gute Nachrichten – ich freue mich!

La 12a serata di cucina

Kochabend eins nach Corona. Wir wurden nach Italien entführt und wieder einmal mit einem internationalen Menü beglückt, welches sich durchaus sehen lassen konnte. Wir hatten, mal wieder, mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, ließen uns davon jedoch nicht unterkriegen. Notiz an den Gastgeber: Eine Flasche Martini scheint nicht ausreichend zu sein…

Bei schönstem Sommerwetter, tagsüber hatte es 30°C, trafen wir uns bei unserem Gastgeber auf der Terrasse und bekamen musikalisch untermalt mitgeteilt, was uns am heutigen Abend erwarten wird. Nachdem die ersten italienischen Top-Hits aus dem Lautsprecher dudelten, wurde uns am Terrassentisch eine kleine Platte mit aufgespießten Oliven und geröstetem Brot mit pikanter Salami serviert. Dazu gab es, zur besonderen Freude eines der Mitstreiter, einen „Martini on the rocks“ mit Zitrone – es konnte nur gut werden!

Danach verkrochen wir uns langsam in die Küche um parallel die ersten Gänge vorzubereiten. Ein Team kümmerte sich um die Tomatensuppe, das andere um das Dessert sowie den Ravioliteig. Um an dieser Stelle eins klar zu stellen: ein Team der beiden performte offensichtlich deutlich besser 🙂 Während auf der einen Seite die Küchenmaschine ihre monotone Arbeit verrichtete, wurden auf der anderen Seite in mühevoller Handarbeit und in filigranstem Detail die Tomaten enthäutet, von Strunk und ähnlichem entfernt, liebevoll in der Pfanne mit Zwiebeln, Knoblauch und Olivenöl angedünstet, mit Gemüsebrühe abgelöscht und mit Geduld eingekocht. Nur um das phänomenale Ergebnis später noch mit ein paar Gewürzen final abzuschmecken und mit Sahne und frischen Kräutern zu servieren. Ich vermute im anderen Team wurde bereits auch die Füllung der Ravioli zusammen gemischt (und öfter mal vom Amaretto probiert, der anscheinend nicht nur in das Dessert gewandert ist?!?). Der Nachtisch wurde, wie so oft, noch im Kühlschrank bis zum großen Finale zwischengelagert.

Die Tomatensuppe war ein Gedicht und machte Lust auf mehr. Allerdings war fraglich, ob es noch „mehr“ geben würde. Denn der Nudelteig stellte sich als wenig verarbeitungs-freundlich dar. Beim Drehen durch die Nudelmaschine riss dieser ständig und ließ sich letztlich nur mit dem Nudelholz einigermaßen „bändigen“. Entsprechend dick ließ sich dieser nur mühsam ausrollen und mit der etwas flüssigen Füllung belegen. Wenngleich das Verschließen der Ravioli wieder höchst professionell aussah, konnte beim anschließenden Kochen jedoch nicht verhindert werden, dass die Ravioli in Gänze durchgekocht waren aufgrund der Teigdicke. Leider klappte es technisch daher nicht ganz so wie gewünscht, wobei geschmacklich absolut nichts auszusetzen war.

Von der Vorbereitung des zweiten Hauptganges habe ich gar nicht viel mitbekommen, außer der Reinigung der Kartoffeln. Die Ansage war: Mit der Gemüsebürste vom Dreck entfernen, und DIE SCHALE DRAN LASSEN! Der bereits erhöhte Martini-Konsum eines der Mitstreiter verhinderte jedoch die korrekte Ausführung dieser Ansage, sodass teilweise so gründlich geschrubbt wurde, dass die Schale bereits entfernt wurde… Die fachmännisch zugeschnittenen Wedges wanderten in die Heißluftfriteuse und wurden dort gegart. Den restlichen Teil des Ganges bereitete unser Gastgeber ganz ohne unser Zutun zu und kredenzte uns diesen, wie gewohnt gegen 22:30.

Mit bereits gut gefülltem Bauch (in einem der Bäuche schwamm das Essen in ~1/2 Liter Martini) machten wir uns an den italischen Klassiker – das Tiramisu. Ein gelungener Abschluss unseres italienischen Abends. Arrividerci

PS: Man möge mir die subjektive Beschreibung einzelner Vorbereitungen verzeihen – ich bekomme meistens nicht alles mit, was an solch einem Abend passiert. Keine der Ausführungen ist despektierlich gemeint, sondern es dreht sich wie bei allem bei uns um den Spaß. Und der soll auch im Nachgang bei der „Analyse“ nicht zu kurz kommen.

Es geht weiter…

Der nächste Kochabend (Nummer 12, also der eigentliche Abschluss der 3. Runde) wurde von uns terminiert. Am 12.06.2020 werden wieder die Kochlöffel geschwenkt – ein nicht-deutsches Menü wurde uns angekündigt. Aus einem Land, welches nicht direkt an Deutschland angrenzt. Daher werfe ich als erste Vermutung einfach mal Spanien, Italien oder Griechenland in den Raum. Ich bin gespannt, was es werden wird. Ich denke wir freuen uns alle wieder, dass es endlich weiter geht. Auf solche lange Pausen (3 Monate) können wir gut und gerne verzichten – da genießen wir viel zu gerne 🙂

Corona-Virus II

Du doofes Corona-Virus – geh einfach wieder, wir wollen endlich zusammen kochen und genießen!!! Du hast und jetzt 2 Monate daran gehindert zusammen zu kommen, denkst Du nicht, es wäre langsam mal wieder gut?

Corona-Virus

Auch auf unsere kleine Kochrunde hat die Corona-Krise Auswirkungen. Aus diesem Grund entfällt unser 12. Kochabend erst mal – wird aber bei nächster Gelegenheit nachgeholt, sofern sich die Lage wieder entspannt hat.

Bleibt alle gesund und kocht einfach Euren Lieben mal was leckeres 🙂

Der 11. Kochabend

Der 11. Kochabend war in vielerlei Hinsicht ein etwas anderer. Zuerst starteten wir, ungewöhnlicherweise und nachwuchsbedingt, nur zu dritt. Nichtsdestotrotz wollten wir voller Elan starten und begannen wie so oft mit dem Nachtisch.

Hierfür war wieder einmal etwas besonderes geplant. Eine Giotto-Creme sollte es sein – aber nicht in irgendeinem Gefäß, sondern in einer selbstgemachten Schoko-Schale. Also nix wie ran und die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, die Luftballons aufpusten, säubern und trocken tupfen. Die Ballons wurden vorsichtig in das Schokobad getaucht, mir viel Gefühl und dann zum trocknen auf Backpapier gesetzt. Der erste Ballon war jedoch eine Luftnummer, da aus diesem die Luft entwich. Ein, zwei Ballons konnten auf das Papier gesetzt werden – dann passierte es. Ein Luftballon platzte, vermutlich aufgrund der Hitze. Aber nix passiert – nach einem kurzen Schreck ging es weiter. Neue Ballons vorbereiten – dann machte sich F ans Werk um auch einen Ballon einzutauchen. Tja, und dann hatten wir den Salat: der Ballon zerbarst mit einem lauten Knall und wir waren die nächsten 30 Minuten damit beschäftigt, die Küche zu renovieren… Nicht nur das Gesicht, die Kleidung, die Küchenmöbel und -geräte, nein auch die Decke blieb nicht verschont. Mit großer Verzögerung kamen die Schalen dann dennoch in den Kühlschrank zum erkalten. Die Creme war dann wirklich das kleinere Problem.

Der erste Gang des Menüs bestand aus ausgestochenem Körnerbrot, welches mit Frischkäse bestrichen und Lachsstreifen belegt wurde. Zum Garnieren gab es on top frischen Dill. Für jeden Koch gab es ein eigenes Schiffchen – was wiederum unterstreicht, wie gerne wir aus der Küche grüßen.

Ein Teil der ersten Vorspeise war, wie fast jedes Mal bei uns, die Mango. Diese wurde in Servierringen auf Avocado- und Mozarellastücke geschichtet. Oben drauf kam dann Rucola-Salat, angeröstete Pinienkerne und in Butter und viel Knoblauch geschwenkte Garnelen. Gekrönt wurde alles von einer Vinaigrette. Hmmmm, lecker.

Am heutigen Abend wurden wir mit einer zusätzlichen Vorspeise verwöhnt. Auf dem Plan stand ein gemischter Salat, für den es ebenfalls eine Vinaigrette gab, mit angerösteten Pilzen und Lammstreifen aus dem Kontaktgrill. Zum Anrichten wurde noch etwas Balsamico-Essig drüber geträufelt. Und pünktlich zum 3. Gang ergänzte die Runde der vierte Koch. Er hatte jetzt natürlich alle 3 Gänge auf einmal vor sich – auch nicht so schlecht.

Der Hauptgang ließ sich etwas Zeit – im wahrsten Sinne. Gegessen wurde letztlich glaube ich erst gegen 23:30 Uhr. Das Entrecôte wurde mit Salz und Pfeffer gewürzt und rundum scharf angebraten. Danach ging es bei ~100°C in den Backofen um eine Kerntemperatur von 58-62°C zu erreichen – das dauerte seine Zeit.Das Gemüse war recht unspektakulär gemacht. Interessant wurde es wieder beim selbstgemachten Spätzelteig. Unser Gastgeber bereitete diese mit einer Hingabe und Leidenschaft zu, die man am Resultat sehen konnte – ein Gedicht. Ergänzend wurde noch eine Soße eingekocht, die für den finalen Geschmack sorgte.

Am frühen Morgen konnte dann auch der Nachtisch verzehrt werden, der ganz fix angerichtet und mit einem Giotto und Physalis garniert wurde. Alles in Allem wieder ein sehr gelungener Abend – ach ja, und das obwohl der Gastgeber seinen Kochabend einen Monat vorgezogen hatte um unserem Neu-Papa etwas „Ruhe“ zu gönnen. Er ist dann im Tausch beim nächsten Mal dran. Wir sind gespannt.