Der 31. Kochabend

Nachdem wir mit 30-minütiger Verspätung in unseren Männerkochabend starteten, waren alle ganz gespannt darauf, was sie heute erwarten würde. Ich erläuterte ein wenig, dass wir ja schon recht unterschiedliche Sachen gemacht hatten und es doch etwas „dünn“ wird, was die Gerichte angeht, ohne sich zu wiederholen. Hierzu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und wollte diese meinen Mitköchen kundtun. Generell sorgte das für eine gewisse „Spannung“ und Neugier, was ich erst einmal als „gutes Zeichen“ interpretierte. Diese Begeisterung legte sich allerdings umgehend, als ich das vermeintliche Menü des Abends vorlegte. Es handelte sich nämlich um ein rein veganes Menü!

Nach einigen „unschönen“ Kommentaren und Beleidigungen mir gegenüber 😀 (natürlich alles nur zum Spaß, hoffe ich), konnte und wollte ich alle nicht mehr weiter auf die Folter spannen und gerade als alle mit mehr oder weniger viel Elan loslegen wollten, „zauberte“ ich das „richtige“ Menü aus dem Nichts hervor. Dies führte fast schon zu stoßgebetartigen Danksagungen an den doch noch vorhanden zu sein scheinenden kulinarischen Gott. Mit deutlich weniger Schweißperlen auf den Antlitzen starteten wir dann mit einem Radler in den Abend.

Das Käse-Sahne-Dessert wollte als erstes zubereitet werden, da es bis zum Verzehr wieder gekühlt werden sollte. Die Zubereitung war denkbar einfach, wie fast immer: „Creme“ anrühren, Sahne und Mandarinen unterheben, Kekse grob zerkleinern und dann schön schichten. Den Mandarinenschaum hatte ich dieses Mal einfach unterschlagen – machte aber nix, es war dennoch mehr als genug für den Abschluss da.

Für den Gruß aus der Küche sollte der bereits am Vortag vorbereitete Parmesanteig ausgerollt und ausgestochen werden. In der Theorie alles gut – allerdings lag der Teig im Kühlschrank und wurde nicht zeitnah heraus geholt, daher glich der Teigball eher einer Kanonenkugel, mit der man so ziemlich alles machen konnte außer ausrollen… Unter extremem körperlichen Einsatz (und warmem Wasser), schafften wir es den Teig in einen Zustand zu versetzen, in dem man ihn wirklich plattieren konnte. Ausgestochen wurden dann, ganz klassisch mit Weihnachts-Ausstechern, Sterne in 3 unterschiedlichen Größen. Die Feta-Mango-Creme wurde dann parallel angerührt und mit den karamellisierten Erdnüssen vermischt, und letztlich gemeinsam schön angerichtet und dekoriert.

Die Vorspeise, Rucola und Erdbeeren, folgte danach. Auch hier keine Kunst – alles mittlerweile Standardprogramm, welches wir mit geübten Handgriffen in gutem Teamwork problemlos meisterten. Gut, das Erdbeer-Espuma hätte man tatsächlich durch ein noch feineres Sieb passieren sollen (da war der Gastgeber schlichtweg zu geizig :-P) – die Kerne fanden sich dann später im Deckel des iSi Sprühgerätes und verhinderten einen sauberen Sprüheffekt, was allerdings dem Geschmack nicht schadete. Nach kurzer Diskussion, ob man denn die getrockneten Feigen in Gänze verzehren könne, gab es unterschiedliche Ansichten. Die Fraktion „Jawoll, alles essbar“ setzte sich durch, was dazu führte, dass so ziemlich jeder beim Verzehr der Vorspeise den „Grutzen“ der Feige aussortierte, nachdem darauf herumgekaut und festgestellt wurde, dass der doch schon ganz schön fest ist…

Und dann wurde es ungemütlich. Nicht, weil es beim Zubereiten der Hauptspeise unterschiedliche Ansichten gegeben hätte – nein, einer der Gäste legte eine Unentspanntheit an den Tag, die wir so in der Form nicht gewohnt waren und erst auch nicht verstehen konnten, worin diese begründet lag. Er „zuchtelte“ direkt nach der Vorspeise extrem herum und drängte uns förmlich dazu, doch nun endlich den Hauptgang fertig zu stellen. Er konnte nicht fassen, dass das Fleisch weder in der Pfanne, noch im Ofen lag – und dabei war es erst 20:30 oder 20:45. Also für mich als Gastgeber eine extrem gute Zeit (ja, mein Zeitmanagement lässt teilweise zu wünschen übrig und ist definitiv ausbaufähig). Gleichermaßen wurde von unserem „unentspannten Gast“ ständig vollmundig philosophiert, wie toll es doch dieses Mal ist, dass endlich wieder mal alle mithelfen beim Kochen (ohne Worte… ob das an seinem Arbeitseifer an diesem Abend lag?!?). Total gehetzt wurde von uns dann der wirklich tolle Gnocchi-Teig zusammengerührt und gerollt und das nicht ganz günstige Fleisch in der Pfanne mit Parmesankruste auf beiden Seiten ~4 Minuten angebraten. Es wanderte zusammen mit dem Speisenthermometer in den Ofen und durfte bei 80°C vor sich hin schwitzen. Um die gewünschte Kerntemperatur von 60°C zu erreichen, dauert das schon so 45 Minuten, was unserem „gehetzten Kollegen“ entschieden zu lange dauerte. Ich habe dann die Balsamico-Schalotten noch fix zusammengerührt und die Gnocchi gekocht, und auf vielfachen Wunsch einer bestimmten Person sogar die Temperatur des Ofens erhöht. Alles fertig, zack auf die Teller und ab auf den Tisch. Sogar der von mir besorgte (Überraschungs-)Rotwein wurde verschmäht und in etwas unentspannter Atmosphäre wurde der Hauptgang zu sich genommen.

Den Vogel abgeschossen hatte o.g. Person dann, indem sie sich vorzeitig, wohlgemerkt vor dem hervorragenden, überaus leckeren Nachtisch zum Unmut und Unverständnis aller anderen, einfach vorzeitig verabschiedete. Ohne Worte.

Das war in der Tat etwas enttäuschend und kommt so in dieser Form hoffentlich nicht wieder vor. Nicht umsonst ist das „unser“ Abend, den wir eigentlich eher entschleunigt und in freudiger Viersamkeit verbringen wollen, um uns kulinarisch etwas Gutes zu tun und nicht das Stresslevel unnötigerweise zu erhöhen. Gut möglich, dass ich beim Rekapitulieren der Situation etwas übertreibe – dennoch war es kein feiner Schachzug. Ich sag nur so viel: „Giroud wird immer wahrscheinlicher“… In diesem Sinne: Gesund und entspannt bleiben und bis zum nächsten Kochabend in vier Wochen.

Der 30. Kochabend

Obwohl der letzte Kochabend schon eine ganze Weile zurücklag (für viele von uns deutlich zu lange) ging es, insbesondere für mich, richtig gut los. Nachdem wir uns zusammengefunden hatten, wurde mir (zuerst fälschlicherweise zum 2-Jährigen dann aber) zum 3-jährigen Jubiläum gratuliert. Es wurde quasi nochmals gewürdigt, dass ich diese Runde vor nun schon 3 Jahren ins Leben gerufen habe und wir alle immer richtig viel Spaß zusammen haben und dazu auch noch lecker essen. Als Präsent wurde mir, wie sollte es auch anders sein, ein „Kochbuch“ überreicht – ich vermute, damit ist eine gewisse „Verantwortung“ für mich verbunden meinen Mitköchen auch mal etwas davon zu servieren. Ich werde versuchen dieser Verantwortung nachzukommen. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Euch – ich war, und bin nach wie vor, sehr gerührt und freue mich auf viele weitere (leckere) Kochabende mit Euch!

Nun aber genug der Worte – Taten folgten. Süß ging es wieder los, denn es stand wieder einmal ein „kaltes Dessert“ an. Hierzu wurden wir verdammt eine gewisse Anzahl an Schokobons zu zerkleinern, was gar nicht so einfach ist. Parallel wurde der „Keksboden“ mit Butter und Nutella gerührt, in eine Schüssel gefüllt und Schokolade(inkl. Schokobonteile) geschmolzen. Die helle Schokolade wurde mit den Schokobons vermischt und kam in die Mascarpone-Creme und wurde auf dem Boden verteilt. Die dunkle Schokolade kam dann „on top“ und alles wanderte zum kühlen für eine ganze Zeit lang in den Kühlschrank.

Dann waren auch schon die Rouladen dran. Diese wurden fachmännisch flach geklopft – ach so nee, das hatte unser Gastgeber alles schon machen lassen… Für uns stand daher „schnippeln“ auf dem Programm – insbesondere für die Sauce. Die Rouladen wurden gewürzt und fachmännisch gefüllt, zusammengerollt und „Bondage-Style“-mäßig zusammengebunden. Den Backofen haben wir auf 160°C vorgeheizt und die Rouladen scharf angebraten. Diese wurden dann von uns entnommen und das Gemüse für den Saucenansatz angebraten. Nachdem das Ganze etwas einreduziert war, wurden die Rouladen in diesem Sud „platziert“ und im Backofen für 90 Minuten gegart. Nach der Hälfte der Zeit hieß es „umdrehen“.

In dieser Zeit kümmerten wir uns um die Vorspeise. Hier waren eigentlich nur die Pinienkerne anzubraten, das Gemüse zu schneiden, ich korrigiere: „exakt zu schneiden nach Ansage unseres Gastgebers“ und die Vinaigrette zu rühren. Dann wurde schon angerichtet mit etwas Rucola und dann konnte die Vorspeise auch schon serviert werden.

Zeitlich lief alles voll nach Plan und es kam keineswegs Stress auf. Manchmal waren die Kehlen zwar etwas trocken, aber auch da konnte für Abhilfe gesorgt werden. Der Thermomix hat letztlich ganz alleine den Möhren-Karotten-Stampf gerührt, sodass wir hier auch recht entspannt anrichten konnten (die Bohnen waren auch ganz fix zubereitet). Finalisiert wurde die Sauce noch mit eiskalter Butter, was nochmals für einen extra Glanz sorgte. Dann konnte geschlemmt werden – sehr, sehr lecker!

Kurz vor der Fastenzeit hatte unser Gastgeber noch das richtige Dessert rausgesucht – kein Figur-Schmeichler, das kann man auf alle Fälle schon mal festhalten. Nichtsdestotrotz natürlich super lecker – ist ja auch nix schlechtes drin 😉 Alles in allem wieder ein sehr schmackhafter Abend. Vielen Dank an den Gastgeber.

Nachdem sich zeitnah die große Runde aufgelöst hatte, verblieb eine kleine Gruppe noch beisammen und verbrachte weiterhin einen sehr angenehmen Abend/Morgen. Gegen 3:30 Uhr wurde auch diese Runde aufgelöst und jeder konnte sich zum Verdauen hinlegen. Nächster Termin ist der 25.03.2022 – wir haben etwas Zeit aufzuholen. Bis dahin – Immer schön lecker essen 🙂

Corona als Spielverderber

Eigentlich hätte bereits im Februar der zweite Kochabend stattfinden sollen. Neben der Tatsache, dass es wohl einer „nicht mehr auf dem Schirm hatte“, kam zu allem Übel auch wieder Corona dazwischen und zwang uns, auf Abstand zu gehen.

Dies hat zur Konsequenz, dass wir leider um weitere 4 Wochen schieben müssen, bis der Kochabend nachgeholt werden kann. Das ist, zumindest für den Großteil, echt schade und soll sich in der Form auch nicht wiederholen.

Ich bitte daher alle nochmal sich die festgelegten Termine umgehend im Kalender einzutragen, zeitnah abzusprechen und dann auch nicht aus dem Auge zu verlieren. Nur so ist gewährleistet, dass wir die 4 Parteien unter „ein Dach“ bekommen. Besten Dank für Euer Verständnis.

Der 29. Kochabend

Das Jahr 2022 startete mit einem „alpinen“ Kochabend – Thema „Tiroler Hütte“. Und das Menü bot alles, was man von einem solchen Abend erwarten würde – nicht zwingend „Figur-freundlich“, dafür aber umso leckerer!

Für den Gruß aus der Küche hatte ich extra meinen Spätzelhobel mitgebracht – wir überlassen ja nichts dem Zufall. Gestartet sind wir dieses Mal mit diversen Teigen: zuerst Spätzelteig und Fritattenteig – später dann noch der für die Germknödel. Irgendwie spielte sich diese Mal alles eher zweigeteilt ab – 2 waren in der Küche am kochen, 2 waren im Esszimmer am Spirituosenschrank-leerräumen (vermutlich wieder nur einer der beiden, aber hey: „Jeder kann irgendwas“ 🙂 ). Die Geschichte der Kasspatzln war auch schnell erzählt: Käse reiben, Zwiebeln schälen, schneiden und anbraten und dann den Spätzelteig ins kochende Wasser geben. Nach 3 Minuten waren letztere quasi schon gut und kamen in die Pfanne zu Zwiebeln und Käse. Alles schön durchmengen, mit restlichen Röstzwiebeln und Schnittlauch garnieren und dann genießen. Glücklicherweise gab es für jeden nochmal einen Nachschlag – das Schälchen war doch „ungewöhnlich klein“ im Vergleich zu den „normalen“ Portionen Käsespätzle zu Hause.

Die Fritattensuppe war auch vergleichsweise „einfach“. Brühe kochen, Fritattenteig „ausbacken“, in Streifen schneiden und zusammen mit Schnittlauch in die Schüsseln geben – auch sehr lecker.

Kommen wir zum Protagonisten. Hierfür wurde ein Stück Rind niedertemperaturgegart. Die Bratkartoffeln wurden erst gekocht, dann in Scheiben geschnitten und schön ausgebraten – zusammen mit Zwiebeln (da macht man nichts verkehrt). Das Fleisch aus dem Ofen kam dann auf das Brett, wurde fachmännisch in kleinere Stücke zerteilt und mit den Bratkartoffeln fertig gebraten. Alles zusammen wurde auf einem vorgeheizten, gusseiserenen Pfännchen angerichtet. Zu guter Letzt gab es für jeden noch ein schönes Spiegelei „on top“ – sehr schön!

Das „abendfüllende“ Programm wurde gekrönt durch, ich würde schon fast sagen „massive“ Germknödel. Das Füllen selbiger könnte noch etwas Übung vertragen, rein optisch fand ich es für das erste Mal gar nicht so schlecht! Ach ja und die Vanillesoße durfte natürlich nicht fehlen. Gefüllt waren die Germknödel mit „Powidl“ und garniert mit „Zuckermohn“. Gut, beim nächsten mal wissen wir gleich, dass ein Topf definitiv nicht ausreicht… Nachdem sich 3 Germknödel im Topf schon tummelten und sich die beiden restlichen nur noch „oben aufschmiegten“ und im wahrsten Sinne des Wortes „auf dem Trockenen lagen“, musste Abhilfe in Form eines weiteren Topfes geschaffen werden. Danach ging aber alles gut – naja fast alles. Die „Jungen“ unter uns schwächelten beim Dessert und kosteten nur spartanisch davon. Da zahlt sich die Erfahrung mal wieder aus.

Der Termin für den nächsten Kochabend wurde vorbildlich am gleichen Abend noch festgelegt – wir hoffen alle, dass dieser auch wahrgenommen werden kann!

Terminfindungsprobleme

Eigentlich wollte ich mich in dieser besinnlichen Zeit noch gar nicht melden, allerdings kommt es aktuell zu Problemen bei der Festlegung auf einen Termin für unseren nächsten Kochabend. Man sollte nicht meinen, dass das ein Problem sein sollte. Und was soll ich sagen – in diesem Ausmaß hatten wir das auch noch nicht. Hoffentlich bleibt es auch bei dieser Ausnahme, sonst komm ich zum folgenden Kochabend mit komplett grauen Haaren.

Nicht nur, dass unser Mr. Zuverlässig trotz Zusage spontan feststellt – nein, ich muss korrigieren – von seiner besseren Hälfte festgestellt wird, dass er an dem zugesagten Termin gar nicht kann… Nein, auch unser Gastgeber hat wohl im Jahresendgeschäft keine Zeit und Muße für einen netten, gepflegten Männerkochabend.

In der entsprechenden Gruppe glühte der Chat und nun haben wir uns auf ein Jahresend-Kochabend geeinigt, der am 30.12.2021 stattfinden wird. Hoffentlich sind alle Kalender korrekt gepflegt und es kommt nicht noch einmal zu solch einer Überraschung. Des Weiteren drücke ich die Daumen, dass es nicht wieder ein Motto-Abend a la „Alles muss raus (zum Jahresende)“ wird.

Ich wünsche allen schon mal eine schöne Adventszeit und ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest.

Der 28. Kochabend

Ein Hoch auf die „Pfälzer Dreifaltigkeit“! So lässt sich dieser Abend ganz gut zusammenfassen – rundum ein Genuss. Zwar nicht so gut für’s Gewicht und die Figur – aber geschmacklich ließ sich, wieder einmal, wenig aussetzen. Hatte man das Menü gelesen, blieben wenige Fragen offen diesen Abend betreffend – evtl. nur noch, was mit „weg-knecheln“ gemeint sein könnte. Aber gut, Appetit konnte man sich an diesem Abend auf jeden Fall holen.

„Man nehme eine Flasche Wein – und schütte sie in den Koch“… So, oder so ähnlich starteten wir in dieses heimatlich verbundene Lokalkolorit. Passend zu unserer Heimat bereiteten wir eine Muskatellercreme mit buntem Obstsalat vor – und dazu braucht es natürlich: Muskateller. Und der wollte natürlich vorab gekostet werden. Um die Kühlzeit gewährleisten zu können war dies auch der erste ToDo-Punkt auf unserer langen Liste. Kompliziert war es nicht: Gelatine einweichen, Wein erhitzen, Eier-Zucker Creme unterrühren und vorab nasal genießen. Ausgedrückte Gelatine unterheben und die Masse danach in den Kühlschrank geben. Steif geschlagene Sahne unterheben, in Gläser portionieren und warten. Trauben und Mandarinen mischen, mit Vanillezucker und Mandarinensaft vermengen und ebenfalls kalt stellen. Danach hieß es wie immer: Warten. Und trinken.

Als Gruß aus der Küche hatten wir an diesem Abend „Geschmolzener Münsterkäse“ im Angebot. Einfach ein wenig Käse auf geschnittene Laugenstangenteile geben, Kerne und Pfeffer drüber – fertig. Ab in den Ofen und mit Schnittlauch verziert genießen. Irgendwie ist uns bei diesem Gang (mal wieder) ein Mit-Koch abhanden gekommen. Nach kurzem rätseln, ob zu warten ist oder nicht, konnte aufgrund der nicht abschätzbaren Ausfallzeit einstimmig beschlossen werden zu schlemmen. Es soll ja durchaus schon mal vorgekommen sein, dass jemand 3 Gänge auf einmal zu sich genommen hat… Hoffen wir, dass sich dies zukünftig ändert – schließlich ist der Männerkochabend ja auch nicht (nur) zum Spaß da!

Kastaniensuppe… Mehr muss ich zur Vorspeise nicht sagen. Der Herbstklassiker schlechthin. Meiner Meinung nach immer wieder ein Gedicht in der schönsten Jahreszeit. Die Sämigkeit ergibt sich gefühlt immer automatisch und sie wird meistens perfekt. Auch dieses Mal. Verziert mit Schmand und kross gebratenen Schinkenwürfeln kann dies auch gerne als Hauptspeise durchgehen – dann eben den ein oder anderen Teller mehr.

Kommen wir zum mächtigsten Teil des Abends – und das schreibe ich nicht ohne Grund. Die Pfälzer Dreifaltigkeit. Immer gern gesehen und oft bestellt, wenn man einmal einkehrt. Aber: Die Hälfte würde auch reichen bei einem 4-Gang-Menü. Herzlichen Dank schon mal für die gütige Versorgung für den Folgetag… Was lag drauf auf dem Teller? Kartoffel/Kastanienpüree, je 1 Bratwurst, 1 Saumagen, 1 Leberknödel und Sauerkraut. Ach ja, die Soße durfte nicht fehlen (die war aber auch lecker…). Im Vergleich zu anderen konnte ich mir nicht alles „reinwürgen“, sondern habe am folgenden Abend nochmals voller Genuss am Hauptgang gekostet. Prinzipiell immer eine gute Wahl – aber von den Mengen her müssen wir echt mal etwas kürzer treten. Das sagte dann auch ganz eindeutig die Waage am späten Abend. Und das lag (leider) nicht an irgendwelchen Fehlinterpretationen aufgrund des Alkoholpegels.

Das Dessert hätte, wie leider auch immer öfter in letzter Zeit, niemand wirklich gebraucht – die meisten haben es dann dennoch aus Höflichkeit gegessen. Sei es wie es ist! Super leckerer Abend mit netter Gesellschaft, viel Wein und viel zu viel leckerem Essen. Wenn uns das mal nicht noch zum Verhängnis wird… Der nächste Termin kurz vor Weihnachten steht auch schon fest und wir sind wie immer gespannt, was uns aufgetischt werden wird.

An diesem Abend haben wir einvernehmlich festgestellt, dass die pfälzer Weine nicht die schlechtesten sind, im internationalen Vergleich… In diesem Sinne: Weiter das Virus bekämpfen – am besten mit Glühwein. Prost!

Der 27. Kochabend

September ist Oktoberfest-Monat! Auch bei unserer Kochrunde ist das schon durchgesickert und so stand heute zünftiges, bayrisches Essen auf unserem Menü-Plan. Aber von Beginn an:

Kaum waren wir dieses Mal bei unserem „tiefstapelnden und oftmals viel gestressten“ Gastgeber angekommen, erlebten wir die erste „Überraschung“ (die aber niemanden mehr wirklich aus den Schuhen hauen konnte…). Empfangen wurden wir mit Platzdeckchen, bestückt mit einem Päckchen Süß-Sauer-Soße vom goldenen M, begleitet von zwei Gutscheinheften mit der Ansage, dass wir uns doch bitte davon etwas aussuchen sollen – nach Möglichkeit aber nicht das Teuerste ;-). Spaß beiseite – es gab dann doch noch ein richtiges Menü. Und das war wieder einmal nichts für den kleinen Hunger zwischendurch…

Ausnahmsweise begannen wir dieses Mal mit der Zubereitung der Hauptspeise und nicht des Desserts. Das lag nicht nur daran, dass wir nichts wirklich kühl stellen mussten, sondern eher an der umfangreichen Gardauer der Haxen. Diese wurden nämlich für ~2 Stunden in Bier, Wasser und Suppengemüse geköchelt. Danach gingen diese in den vorgeheizten Backofen (220°C) und wurden erneut mit Bier übergossen und der Sud alle paar Minuten über die Haxen gegossen. Nach ca. 1 Stunde im Ofen entstand auch schon eine leckere und krosse Kruste. Als Beilage gab es hervorragende Kartoffelknödel (welche von unserem Gastgeber zur Perfektion rund gerollt wurden) und selbstgemachtes bayrisches Kraut.

Eingeleitet wurde dieser kulinarische Abend allerdings durch einen bayrischen „Klassiker“ – Obatzter-Crostini. Wer kennt sie nicht? Ein paar Scheiben rustikales Brot in der Pfanne anrösten und den Obatzter anrühren, mit Schnittlauch und geschnitzten Radieschen anrichten und fertig ist der Gaumen-Schmaus.

Unsere heutige Vorspeise alleine hätte schon als vollwertiger Hauptgang durchgehen können, vor allem mit der jeweils gereichten Bierbegleitung. Es gab „Weißweerschd un Brezl“. Fehlen durfte da natürlich nicht der süße Senf und ein, mir bis dato unbekannter aber ziemlich leckerer, Radieschensalat. Danach waren unsere Mägen schon ausreichend gedehnt und hätten sich sicherlich auch nicht beschwert, wenn nur noch flüssige Nahrung zugeführt worden wäre. Aber Pustekuchen – die „kleine“ Hauptspeise wollte ja auch zumindest mal noch probiert werden.

Zum Dessert bedurfte es dann doch einer etwas ausgedehnteren Pause, denn Bayrischer Kaiserschmarrn mit Apfelmus und Creme Anglaise legt sich ja auch nicht einfach so zwischen die Haxen und Knödel. Alles in allem auf jeden Fall wieder einmal ein sehr authentischer Abend – hoffentlich nicht der letzte bei unserem heutigen Gastgeber?!? Die Antwort auf diese Frage kann man sicherlich bald hier nachlesen. Bis dahin: „Guten Hunger“!

Der 26. Kochabend

Willkommen zurück! Zum Urlaubsausgang der meisten Beteiligten war wieder einmal Kochen angesagt – aus organisatorischen Gründen wurde die Location getauscht. Was sich jedoch nicht negativ auf das Essen auswirken sollte. Dieses Mal gab es kein wirkliches Motto – man könnte es eher als einen verunglückten „Euro-Trip“ bezeichnen, wenn man denn wollte.

Für die Gäste gab es anscheinend eine gute und eine eher weniger gute Nachricht: Die Gute zuerst: Es gab für jeden ein „Gastgeschenk“ in Form eines selbstgebackenen Baguettes. Umwickelt war dies mit dem heutigen Menü – was auch zu der eher weniger guten Nachricht führte: Es könnte ein „Badezimmer-intensiver Abend“ werden. 50% der Beteiligten äußerten Bedenken wie: „Ich hoffe Du hast das Klopapier überall aufgefüllt?“ oder „Bis ich mit der Vorspeise durch bin, kannst Du Dein Bad entweder komplett renovieren oder abkärchern“ oder auch „Hast Du Dein Bad bis an die Decke gefliest?“. Kurzzeitig hatte ich ein mulmiges Gefühl, ob ich mit der Menüwahl so richtig gelegen hatte. Im Nachgang stellt sich die „Panikmache“ allerdings doch eher als „heiße Luft“ heraus und die meisten „Geschäfte“ wurden dann in den heimischen Gefilden getätigt, sodass ich mir um den Klopapiervorrat des Wochenendes keine größeren Sorgen machen musste und den Anruf bei der Rohrreinigungsfirma kann ich mir dankbarerweise auch sparen!

Aber zum eigentlich Wichtigen – dem Essen! Dieses Mal wurde die Vorgehensweise etwas optimiert und auch schon ein Teil des Menüs „vorgekocht“ (nicht um es einfach wieder aufzuwärmen, sondern unter Woche zum Probeessen) um die zeitlichen Auswirkungen besser einschätzen zu können. Dies sollte sich, meiner Meinung nach, auszahlen. Zwei Menüpunkte wurden bereits am Vortag „zubereitet“ – dies waren zum einen die „Oeufs Mimosa“ (zum größten Teil) und der Vorteig für das Baguette.

Am Kochnachmittag selbst habe ich dann die Baguettes noch geformt und gebacken, sodass die „Deko“ für die Menükarten bis zum Eintreffen der Mitköche fertiggestellt war (Ein „Dummy“ für die Deko gab es auch – ein Nudelholz diente als Baguette-Ersatz). So konnte am Kochabend, wie so oft, mit der Nachspeise begonnen werden, die kalt zusammengerührt und mit Gelatine versetzt wurde und zum Kühlen in den Kühlschrank wanderte.

In der Zwischenzeit wurden die „speziellen russischen Eier“ zubereitet. Hierzu wurde mit äußerster Vorsicht gearbeitet, damit sich die „Sauerei“ möglichst in Grenzen hielt. Die rosa-rot gefärbten Eier wurden sorgfältig aufgeschnitten, das Eigelb mit Creme fraîche und Wasabi-Creme vermengt und abgeschmeckt. Mittels Spritzbeutel kam die Masse zurück in die Eierhälften und wurde zusammen mit dem Baguette, der Tunke und etwas Meersalz zum Gruß aus der Küche angerichtet. Optisch ein sehr „interessanter“ Gang, der durchaus geschmacklich überzeugen konnte, wobei eine Gewisse Skepsis durchaus angebracht war. Vor allem die Tunke stieß auf breite Zustimmung und sorgte für den gewissen „Aha-Effekt“ bei diesem Gang, da alle geschmacklich etwas ganz anderes erwartet hatten.

Hiernach ging es an die „Darm-sanierenden“ Vorspeise, die im Vorfeld einigen Kopfzerbrechen bereitete und selbst während der Zubereitung hörte man öfters Bemerkungen wie „Oa Scheiße, müssen das so viele Zwiebeln sein? Reicht da nicht eine?“ oder „Wenn Du noch eine rein machst, dann sprenge ich Dir nachher die Schüssel“ oder auch „Sobald ich den Löffel nachher hinlege sollte der Weg zum Bad besser frei sein“… Vorsichtshalber habe ich mich nochmals nach meinem Versicherungsstand erkundigt und habe dann guten Gewissens noch eine Zwiebel extra mit verarbeitet. Die Suppe köchelte gemütlich vor sich hin und wurde dann ergänzt mit (in der Pfanne „getoastetem“) Toastbrot, welches für kurze Zeit im Backofen mit Käse überbacken und gratiniert wurde. Meiner Meinung nach ein Gedicht – und glücklicherweise reagierten die anderen Körper auch eher „verhalten“ auf den Antioxidantien-Überschuss!

Kommen wir zur Zubereitung des Hauptdarstellers des heutigen Abends – der Lasagne mit den selbstgemachten Nudelplatten. Von einem früheren Kochabend bei mir war den Mitköchen ja bereits bekannt, wie die prinzipielle Vorgehensweise beim Erstellen der Nudelplatten ist. Das sollte sich auszahlen – es wurden für mich hervorragende Nudelplatten erstellt. Nebenbei köchelte für eine ganze Weile das Bolognese-Ragout, welches hauptsächlich aus angebratenem gemischten Hackfleisch (Gott sei dank benötigte ich keinen Speck von „unserem“ Metzger [Insider]…), geschnippeltem Gemüse, Tomaten und Gewürzen bestand. Apropos Gemüse: An dieser Stelle sollte ich vermutlich die hervorragend geschnitzten Karottenstücke nochmals extra hervorheben (die eher die Form eines Pizzastückes hatten denn die eines Würfels, was eigentlich gefordert war – aber wichtig ist ja der Geschmack. Ich mach nur Spaß! Die Form war der Hammer. Unvergleichlich und auch unerreicht in seiner Perfektion. Schlicht „Phänomenal“). Zurück zum Essen. Nachdem ein gefühlter Liter Bechamelsauce gekocht war, ging es ans Schichten der Lasagne. Auch hier wurde mit äußerster Präzision gearbeitet und in jeder Schicht wurde die exakt benötigte Menge verarbeitet – hier gab es keinen Platz für Abweichungen (dies wurde auch peinlichst kontrolliert). Auf die oberste Schicht Bechamelsauce wurde noch geschnittener Mozzarella verteilt und mit geriebenem Mozzarella bestreut. Für knapp 45 Minuten wanderte die Schüssel nun in den Ofen und wurde die letzten paar Minuten noch „gegrillt“ um dem Käse noch die notwendige Farbe zu geben.

Als der „Pott“ dann endlich aus dem Ofen kam fehlten uns die Worte – das änderte sich auch nicht, nachdem wir mit vereinten Kräften die Portionen auf die vorgewärmten Teller beförderten und die ersten Bisse testeten. Ein Lob, welches ich erhalten habe war: „Beste Lasagne außerhalb eines Restaurants, welche ich je gegessen habe – der Hammer“, Vielen Dank hierfür – ich fand sie auch super lecker und werde zukünftig auch wieder öfter Nudeln jeglicher Art selber machen. Nicht nur, weil diese super lecker schmecken, eigentlich ganz einfach gehen und auch super einfach zuzubereiten sind (Spaß macht es auch noch ein bissl). Dazu gereicht wurde ein einfacher Eichblatt-Salat mit selbstgemachter „Spezial-Salatsoße“ und Radieschen-Scheiben. Aber nicht einfach nur Radieschen-Scheiben. Auch hier waren wieder die unglaublich fingerfertigen Hände unseres Mitkoches am Werk, der sich auch hier wieder selbst übertraf und ein Ergebnis lieferte, welches keine Maschine auf der Welt in annähernder Präzision und Gleichförmigkeit hinbekommen würde. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals separat für Deine Teilnahme bedanken – Du bist jedes Mal eine Bereicherung für unsere Gruppe, in jeglicher Hinsicht. Danke, danke, danke.

Und mit diesem etwas „ironischen“ Abschluss wünsche ich einen schönen Restsommer (vielleicht wird das ja noch was), kommt wieder gut in den Job und bedenkt, der Termin für den nächsten Kochabend haben wir auch schon festgelegt. Danke für alles.

Der 25. Kochabend

Auch beim 5. eigenständigen Kochabend ließ uns, wie zu erwarten war, unser Motto-König nicht im Stich. Dieses Mal hatte er vor uns nach Spanien zu entführen. Getränke-technisch wäre es vermutlich auch besser gewesen uns zu entführen… Notiz für mich: Sherry-Weine sind auch etwas „ganz spezielles“ und wenn man Pfälzer-Standard gewohnt ist, nicht wirklich besser! Glücklicherweise gibt es ja auch Mit-Köche, die sich genau für solche Situationen berufen fühlen und prophylaktisch 1 Flasche Martini mitbringen – nur für den Fall der Fälle. Guter Mann.

Von der Vorbereitung war es dieses Mal „besonders wild/durcheinander“. Los ging es mit der Zubereitung der Vorspeise, dann folgte das Dessert, dann der Gruß aus der Küche und zum Schluss, just in time, die Hauptspeise. Aber der Reihe nach – also Menü-technisch gesehen: Für die Tapas war eine überschaubarer Zubereitungsaufwand notwendig. Selbstgemachte Cocktailsoße zubereiten, Kartoffeln braten, Datteln in Speck einwickeln und ausbraten und Oliven in Förmchen füllen. Die größte „Fummelarbeit“ war das Putzen und Entdarmen der Gernelen. Aber hier hatten wir ja die geballte Fachkompetenz am Start. Apropos in Förmchen füllen… Glücklicherweise hat unser Gastgeber zuerst das Dessert in die „großen“ Förmchen gefüllt – dann mussten die Tapas eben in die kleinen Förmchen weichen. Meiner Meinung nach kein Nachteil. Dazu aber später mehr.

Das Tolle an Tapas ist ja die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit der kleinen Portionen. Entsprechend schlemmten wir die Grüße aus der Küche restlos leer und waren für einen „phänomenalen“ Abend gerichtet – meiner Meinung nach spiegelte sich das jedoch nicht zwingend in der Musikauswahl wieder. Zur Verteidigung des Gastgebers muss man sagen: Die ursprüngliche Auswahl mit typisch spanischen Liedern war schon angebracht – allerdings setzte sich der „Martini-geschwängerte“ Kollege schräg gegenüber immer mehr durch, was letztlich zur musikalischen Vollkatastrophe führte (und vermutlich die Playlist des Gastgebers nachhaltig negativ beeinflusst)!

Aber weiter mit dem Wesentlichen: Zuallererst wurde die Gazpacho zubereitet – eine kalt servierte spanische Suppe. In unserem Fall war die Basis Tomate. Alle Zutaten (Gemüse und Brot) werden unter Zugabe von Wasser in einen Topf gegeben und mit dem Pürierstab zerkleinert und anschließend abgeschmeckt. Bis zum Verzehr wurde die Suppe noch in den Kühlschrank gestellt. Eine durchaus erfrischende Angelegenheit – kommt vermutlich noch besser an heißen Sommertagen als Mittagessen. Garniert wurde die Gazpacho noch mit Groutons und Grünzeug – Blumen durften bei unserem „Blumenkind“ natürlich nicht fehlen. Dieses Mal wurde jedoch vom Verzehr abgeraten, da die Verträglichkeit nicht geklärt werden konnte.

Die TK-Paella forderte uns Mit-Köche gar nicht mehr. Diese wurde ausschließlich von unserem Gastgeber zubereitet. Entsprechend wenig lässt sich hierzu von mir berichten. Alles was ich sagen kann ist, dass die Paella nicht „klassisch“ auf offenem Feuer, sondern im Wok auf dem Herd zubereitet wurde. Zum Reis und Gemüse gesellten sich fröhlich diverses Meeresgetier – und auch Hühnchen. Auch wenn so manches Muschel-Interior erst noch gesucht werden musste, eine leckere Geschichte. Zu diesem Zeitpunkt war die Martini-Flasche auch definitiv halb leer. Wobei subjektiv der hier gereichte Rotwein noch das meiste Potenzial des Abends hatte – was die Getränke anbelangte.

Zu guter Letzt folge das kühl gestellte Dessert – eine Crema Catalana. Unser Gastgeber hatte ja, wie bereits angesprochen, „unglückerweise“ (oder mit voller Absicht, man kann es im Nachhinein nicht mehr genau sagen) die großen Ton-Schälchen vorab für das Dessert genutzt, woraufhin die Tapas mit den kleinen Schälchen vorlieb nehmen mussten. Ich, als leidenschaftlicher Dessert-Fan, fand diesen möglichen Fauxpas gar nicht schlimm. Ganz im Gegensatz zur vorgesehen Zubereitungsweise meines Mit-Zubereiters des Desserts. Nach meiner Anweisung, die Zitrone entweder zu schälen, oder alternativ abzureiben, machte sich mein Kumpane direkt daran und wollte die Zitrone mit einer Reibe bearbeiten. Prinzipiell eine gute Idee. Allerdings wollte er den Abrieb dem Bio-Müll-Behälter zuführen, anstatt dem Dessert. Glücklicherweise konnte ich noch im richtigen Moment einschreiten und größeres Chaos verhindern. Ich kann nicht genau sagen, ob der komplette Abrieb letztlich im Dessert gelandet ist oder nicht. Mein Mit-Zubereiter wurde jedoch nicht müde im Nachgang zu betonen, dass exakt die richtige Menge an Zitronenabrieb im Dessert verarbeitet wurde. Weder zu viel, noch zu wenig. Ich glaube, er wollte hier von seinem Missgeschick ablenken – ich kann mich aber auch täuschen.

Alles in Allem war es jedoch wieder einmal ein gelungener und leckerer Abend, der für viel Gesprächsbedarf sorgte. Beim nächsten Abend findet ein Tausch der Gastgeber statt, sodass ich wieder zum Tisch laden werde. Termin ist schon fix – ich freue mich und mache mich gleich mal auf die Suche nach leckeren Menüs. Adios y hasta pronto

Der 24. Kochabend

Gott sei Dank! Endlich war es wieder so weit. Die seit längerer Zeit anhaltend geringen Inzidenzwerte haben es wieder zugelassen, dass wir uns in gewohnter Runde wieder treffen konnten um unserem Hobby zu frönen. Trotz Handicap einer unserer Mit-Köche war alles beim Alten, was die Aufgabenverteilung anging 😉

Zum Wiedereinstieg startete unser Gastgeber direkt mit einem „Motto“ in die Runde: Griechisch sollte es sein! Mit etwas mediterranem Flair wurde zu Beginn auch gleich ein entsprechendes Pils gereicht – sehr erfrischend! Und im Vergleich zu der Flüssignahrung, welche im weiteren Verlauf des Kochabends gereicht wurde, auch die deutlich bessere Entscheidung – kein Vorwurf an den Gastgeber!

Vom Menü her gab es „wenig Überraschungen“ – es gab alles, was man von einem guten Griechen erwarten würde. Los ging es mit einer leckeren Feta-Creme zu der ein gewärmtes Fladenbrot gereicht wurde – ein herrlich leichter Einstieg in den Abend.

Also Vorspeise gab es Paprika. Gefühlt ausschließlich Paprika. Ich glaube nicht, dass ich jemals so viel Paprika auf einmal gesehen, geschält, gewürfelt und gegessen habe. Aber auch das was super lecker. Es war ein buntes Farbenspiel und zwischen den Paprikas fanden sich auch noch Oliven und Fetakäse wieder. Abgerundet wurde dieser Gang durch ein paar Scheiben frisches Baguette.

Wie gewöhnlich haben wir auch an diesem Abend vor dem Hauptgang das Dessert zubereitet um es eine adäquat lange Zeit in den Kühlschrank zu stellen. Hierzu wurde ein griechischer Joghurt angerührt mit in Honig und Zucker karamellisierten Walnüssen. Nach gut 2-3 Stunden konnte dieser leichte Nachtisch vernascht werden.

Vorher gab es jedoch noch etwas zu tun: Cevapcici zubereiten – hatte bisher noch keiner von uns gemacht. Und ich muss sagen – es hat erstaunlich gut geklappt. Ich war mir nicht sicher, was die Bindung angeht, da weder Ei noch Brötchen oder ähnliches enthalten war – aber es funktionierte. Eigentlich sind die Cevapcici ja nichts anderes als der griechische Bruder der Frikadellen. Bei uns kamen sie standesgemäß auf den Grill und wurden dort von den Flammen geküsst, bis sie durch waren. In der Zwischenzeit köchelte auf dem Herd der Djuvec Reis mit Erbsen und Ajvar. Einziger Wermutstropfen für mich persönlich war: die Abwesenheit von Tzatziki. Wäre das noch dabei gewesen, wäre es für mich der perfekte griechische Abend gewesen.

Notiz am Rande: griechischer Wein ist auch nur in der Musik wirklich gut. Diese verharzte Plörre kam bei uns nicht wirklich gut an und muss man auch wollen… Bier allerdings war ganz ok! Auch der Dessert-Wein konnte nicht überzeugen – das lag evtl. auch an der ausgeschenkten Menge 😉

Auch der nächste Termin ist bereits von uns ins Auge gefasst worden – der 24.07.2021. Dann ist unser „Motto-König“ wieder an der Reihe. Wir sind gespannt, was uns dann erwartet. Bleibt alle gesund und haltet die Werte unten 😛