Der 41. Kochabend

Erstaunlich zeitnah fand unser nächster Kochabend statt – lediglich 3 Wochen lagen zwischen den beiden Terminen, sehr zur Freude von vielen. Entsprechend euphorisch sind alle beim Gastgeber eingetroffen um, wie so oft :-P, erst einmal enttäuscht zu werden. Zur Begrüßung gab es Capri-Sonne und 5 Minuten-Terrinen für alle. Für alle? Nein, für den Hünen in unserer Reihe gab es dann die Maxi-Dose Ravioli – immerhin wird sich Gedanken gemacht, damit jeder satt wird.

Spaß beiseite. Das war natürlich nur eine weitere Irritation – recht bald wurde dann doch die Menü-Tafel umgedreht und eröffnete das erste, fast komplett ohne Fleisch auskommende, Menü. Entsprechend Fisch-lastig war es – was aber nichts schlechtes bedeuten muss. Los ging es mit dem Dessert – nein Moment. Nochmal von vorne! Los ging es mit Schnaps. Irgendwie hat es sich eingebürgert, dass zu Beginn öfter mal Flüssignahrung gereicht wird.

Aber dann starteten wir wieder einmal mit dem Dessert, aufgrund der ausgeprägten Kühldauer. Vanillemasse aufkochen, abkühlen lassen und danach in die Eismaschine geben. Zusätzlich packten wir das Eis danach in den Gefrierschrank, damit es beim späteren Pressen nicht einfach nur eine breiige Masse gibt. Auch die Erdbeersoße war ruck-zuck zubereitet und kühl gestellt.

Also schnell weiter zum Dreierlei, damit auch mal etwas „festes“ zwischen die Kiemen kommt. In Teams wurde dann Quark angerührt und mit Massen an Schnittlauch und anderen Kräutern versehen. Zudem wurde Gemüse geschnitten und auch in feinste Spaghetti geraspelt. Allerdings nicht, wie ursprünglich angedacht, mit einem Spiralschneider… Nein nein. Wir improvisierten und haben eine einfache Reibe „missbraucht“ um hieraus filigranste Gurken-Späne heraus zu hobeln. Respekt! Sah eigentlich echt ganz vernünftig aus. Jetzt noch den Fisch in mundgerechte Stücke teilen, die Pumpernickel-Scheiben (unser Blini-Ersatz) mit der Quarkmasse bestreichen und je ein Teil Gemüse/ein Teil Fisch darauf geben. Mit Sprossen verzieren und auf einer Schieferplatte anrichten. Hmmm… Dazu noch einen Aperol-Spritz und der Sommer kann kommen.

Ab zur Vorspeise. Es wurden die schönsten Schafskäse-Speck-Pakete „geschnürt“, die ich bisher gesehen habe. Auch alle Skeptiker, die sich fragten, ob sich die Päckchen während des Anbratens auflösen würden, wurden eines Besseren belehrt. Für den Feldsalat wurde eine Vinaigrette angerührt und nach persönlichen Vorlieben noch etwas „verfeinert“. Parallel kam schon etwas Ciabatta in den Ofen zum Anrösten und die Paprika-Chili-Masse wurde angerührt. Der Feldsalat kam auf dem Teller in die Mitte, wurde mit der Vinaigrette übergossen/beträufelt, die angebratenen Schafskäse-Speck-Pakete exakt im gleichen Abstand voneinander angeordnet und die Paprika-Bruschetta zusätzlich im Schiffchen kredenzt. Ein Gedicht kann ich nur sagen und mein persönliches Highlight des Abends. Unbedingt zur Nachahmung empfohlen!!!

Für den Hauptgang waren auch heute die Handgriffe überschaubar. Fisch entkräten, im Ganzen mit Kräuterkruste „belegen“ und im Ofen bei niedriger Temperatur garen. Parallel kamen die Ofenkartoffeln in den Ofen und die Quarkmasse wurde angerührt. Hier gab es etwas Feldsalat, Verzeihung, ich meine natürlich Spinat, der als Beilage aufgetischt wurde (das hätte mit Feldsalat auch nicht wirklich besser geschmeckt 😛 ). Aber anstatt dies einfach nur mit Salatsoße zu tun, waren filetierte Orangenstücke gewünscht. Und wem kam diese Aufgabe zuteil? Naja, einmal dürft ihr raten. Also filetierte ich meine erste Orange im Leben – und ich weiß direkt wieder, warum ich das noch nicht gemacht habe und auch nicht öfter machen werde… Man man man, was eine Strafarbeit! Aber das Ergebnis war phänomenal, unangetastet, weltmeisterlich – mir fehlen schlichtweg die adäquaten Adjektive um diese geleistete Arbeit angemessen zu würdigen. Da war es fast ein Schlag ins Gesicht, dass der Salat viel zu früh in die Salatsoße gepackt wurde und vollkommen „versoffen“ war… Herzlichen Dank 😉 . Ach so nein stimmt ja – das war ja dann plötzlich Spinat und ganz genau so gewollt… Dennoch war der Lachs auf den Punkt gegart und sehr lecker, wenngleich die Menge, selbst für 5 Personen, mehr als ausreichend war.

Kommen wir zum krönenden Abschluss: Selbstgemachtes Spaghettieis! Eis aus dem Froster holen, Sahne aufschlagen und auf den Tellern verteilen, Eismasse durch Kartoffelpresse drücken, mit Erdbeersoße übergießen und, ganz wichtig, mit weißer Kuvertüre „überraspeln“ (Hinweis in eigenem Interesse: und zwar NUR über das Spaghettieis – und nicht über das Haupt einzelner Gäste…). Und der aller wichtigste Punkt: GENIESSEN!!! Sehr leckeres Finale.

PS: Ich habe mir heute wieder vorgenommen, beim nächsten Mal etwas „kleinere“ Portionen zu servieren – bin gespannt, wie gut das klappt… Bis Anfang Juni.

PPS: Im Nachgang zu unserem Kochabend habe ich mir, um mich selbst weiterzubilden, ein Video angeschaut wie man Orangen „anständig“ filetiert. Und was soll ich sagen – ich hab ungefähr alles falsch gemacht, was man machen kann. Aber auch ich bin jetzt schlauer 🙂

Der 40. Kochabend

Was lange währt, wird endlich gut! Das erste Quartal war schon um und wir haben es endlich geschafft unseren zweiten Kochabend im Jahr durchzuführen. Und dieser fand bei unserem „jüngsten“ Mitglied statt – also bezogen auf die Zugehörigkeit zu unserer Runde 😉 Und unser Gastgeber hatte sich einiges vorgenommen (zwar noch nicht das Montieren von Türen… :-P)! Aus einem relativ bekannten „Männermagazin“, mit Bezug zu Fleisch und Grill-/Kochaktivitäten, hatte er sich ein komplett vorgefertigtes 4-Gänge-Menü extrahiert – mit allen benötigten Zutaten und zeitlicher Abfolge der Umsetzung. Der Einsatz stimmte schon mal – Respekt. Was mir beim Nachtragen der Rezepte hierzu jedoch aufgefallen ist, war die Tatsache, dass es scheinbar ein Menü für 6 Personen hätte werden sollen. Das erklärt (im Nachgang) natürlich die mehr als ausreichende Menge an „Material“ 🙂 Immerhin hat dieses Vorgehen und die Art der Menüauswahl deutlich Eindruck auf einen weiteren Mit-Koch gemacht. Ich bin jetzt schon gespannt, was mich/uns am nächsten Kochabend erwartet!

Das Menü war etwas ausgefallener und entsprechend viel gab es für uns zu tun. Vorab: Mein bisheriges Ergebnis, was den Zeitpunkt der Ausgabe der Gänge anging, wurde an diesem Abend bei Weitem getoppt – danke an der Stelle! Los ging mit Haupt- und Nachspeise gleichermaßen. Routiniert arbeiteten wir in 2er Teams alle uns gestellten Aufgaben ab: Schoko-Mohn-Dip zusammenrühren und Schweinebauch vorbereiten für die recht umfangreiche Garzeit im Ofen. Auch Tätigkeiten für die anderen Gänge standen dann schon auf dem Programm. Alles nichts, was uns vor Herausforderungen stellen sollte. Etwas verwunderlich war jedoch die Menge an Limetten, die zu verarbeiten war. Einigen fehlte hier jedoch die adäquate Menge an Alkohol – das war dann doch etwas „ungewohnt“ 😀

Scheinwebauch erst in die Pfanne, dann in den Ofen. Papayasalat vorbereiten und parallel den Wolfsbarsch filetieren und entgräten – das war ne frickelige Angelegenheit, das kann ich Euch sagen; insbesondere, wenn man bei jedem Schnitt genauestens beobachtet wird. Aber auch das wurde geschafft. Wolfsbarsch in kleine, gleichmäßige Stücke würfeln und dann im Limettensaft garen – ach so, ja hierfür wurde auch einiges benötigt. Eismasse vorbereiten und in den Kühlschrank stellen. Und dann ging es eigentlich immer wieder nur um das Anrichten der Gänge – also gefühlt. Aber irgendwie war trotzdem noch ein Haufen Arbeit zu tun. Anbei eine kleine zeitliche Einordnung anhand der von mir vorgenommenen Foto-Dokumentation (alle Angaben ohne Gewähr):

17:25 Uhr: Ankunft bei unserem Gastgeber
18:08 Uhr: Offenlegung des Menüs und erster Begrüßungsbier
18:21 Uhr: Beginn der ersten Vorbereitungen (Schweinebauch und Nachtisch)
18:39 Uhr: Vorbereitung der Aromaten für den Schweinebauch
18:52 Uhr: Anbraten des Schweinebauchs
19:31 Uhr: Der Schweinebauch wandert in den Ofen
20:19 Uhr: Schwarten-Öhrchen wandern ebenfalls in den Ofen
20:43 Uhr: Anrichten des Gruß aus der Küche
20:46 Uhr: Verzehr des 1. Ganges
21:54 Uhr: Zubereitung des Entrecôtes
22:25 Uhr: Anbraten des Entrecôtes
22:38 Uhr: Verzehr des 2. Ganges
23:45 Uhr: Zubereitung des Mangolds
00:18 Uhr: Garprobe des Schweinebauchs
00:42 Uhr: Verzehr des 3. Ganges
01:36 Uhr: Zubereitung der Frühlingsrollen
01:52 Uhr: Zugabe der Himbeeren zum Vanilleeis
02:01 Uhr: Verzehr des 4. Ganges
~03:10 Uhr: Auflösung des Kochabends

Auf das es nächstes Mal etwas weniger Zeit in Anspruch nehmen wird 😀 War ganz schön harte Arbeit muss man sagen. Aber in 3 Wochen haben wir schon den nächsten Kochabend vor der Brust – ich bin maximal gespannt. In diesem Sinne nochmals besten Dank für den, zwar recht ausgiebigen, aber durchaus gelungenen Einstand.

Der 39. Kochabend

Neues Jahr – Neues Glück. Auch im Jahr 2023 findet unser Männerkochen eine Fortsetzung und „unerwarteterweise“ starteten wir sogar „unbewusst“ mit einem Motto-Abend: Bier sollte es sein. Dagegen ist ja generell gar nichts einzuwenden. Aber auch in diesem Jahr fehlt uns ein wenig das Maß – also nicht zum Trinken, sondern eher zum Essen. Ich denke ich kann guten Gewissens sagen, dass auch an diesem Abend niemand hungrig nach Hause gegangen ist. Und falls doch, dann hat er definitiv andere Probleme…

Neues Jahr – altes Schema. Zu Anfang wurde mit dem Dessert gestartet, welches dieses Mal in ungewohnter Konstellation daher kam. Zum Espresso gesellte sich Bier zum Tränken der Biskuits – wie sollte es auch anders sein an einem Bier-Abend?!? Ansonsten konnte ich wenig Unbekanntes feststellen. Es war sonst ein „normales“ Tiramisu. Was allerdings noch positiv hervorzuheben war, ist die phänomenale „Spachtel-Technik“ unseres Mit-Koches, der in seinem vorherigen Leben vermutlich ein Verputzer war (und falls nicht, sollte er sich evtl. über einen Berufswechsel Gedanken machen). Auch das „fachmännische“ Bestreuen des Tiramisu mit Kakao ließ er sich nicht nehmen, um sein „Meisterwerk“ nicht verpfuschen zu lassen.

Mein persönliches Highlight des Abends war der Gruß aus der Küche. Eine Biersuppe an sich ist ja schon nicht ganz gewöhnlich, allerdings mit Chili und Cheddar verfeinert wurde daraus ein richtiger Gaumenschmaus. Beide letztgenannten Zutaten sorgten auch dafür, dass der Biergeschmack nicht penetrant hervorstach. Grünzeug fürs Auge kam auch noch oben drauf und jetzt, da es „wieder Speck zu geben scheint“ ;-), tat dieser dem Gericht auch nicht schlecht.

Bierschinken – was soll ich sagen… Also zuerst einmal: Ich bin nicht sicher, ob ich jemals zuvor wirklich bewusst Bierschinken gegessen habe. Und falls doch, sicherlich nicht in dieser Dicke. Eingeplant waren für jeden von uns 2 panierte Scheiben. Ich sag mal so: Wenn es nur eine gewesen wäre, und diese halb so dick gewesen wäre, hätte es auch gereicht! Als Beilage gab es noch Zwiebelsauce, die natürlich, wie sollte es anders sein, mit Bier eingekocht wurde.

Kommen wir zum Hauptgang: „1 Mal Rumpsteak medium für alle bitte“. Der Opti-Grill tut hier stets zuverlässig seine Arbeit. Neben den Smashed Potatoes, die ich so auch noch nie selbst zubereitet hatte, gab es noch einen mehr oder weniger improvisierten Feldsalat als Beilage. Angeblich wurde bei der Bestellung der Rumpsteaks auch angemerkt, dass wir keine 350g-Portionen brauchen – ob das so wirklich geklappt hat mit „kleineren Portionen“ will ich hier auch mal im Raum stehen lassen. Gefühlt waren das schon ordentliche Portionen – vor allem nach dem, was wir schon hinter uns hatte. Aber „Jammern hilft nicht“ – man muss sich auch mal quälen. Außerdem gab es ja immer mal wieder ein Schnäpschen zum Zwischenverdauen. Doch was mussten unser aller Augen mit ungeahnter Ungläubigkeit feststellen?!? Unser „Verspachtler-Profi“ machte seinem neuen Beinamen alle Ehre – er hatte doch tatsächlich vor seinem Bruder den Teller „leergeputzt“!!! Ich bin immer noch nicht sicher, ob er nicht doch unbemerkt Teile des Essens heimlich weggepackt hat… Aber dieser Moment sorgte definitiv für Sprachlosigkeit bei allen Anwesenden.

Zum Abschluss gab es dann das Bieramisu, von dem sicherlich auch am Folgetag noch ausreichend genascht werden konnte. Super leckerer Abend wie immer. Beim nächsten Kochabend kommt es dann zu einer „Koch-Prämiere“ auf die wir alle ganz besonders gespannt sind.

Der 38. Kochabend

Es ist Ende Dezember 2022, Weihnachten liegt hinter uns und das Jahr neigt sich dem Ende zu. Alles wie immer, sollte man denken. Aber weit gefehlt: draußen sind knapp 20 °C und das geplante Weihnachtsmenü vom Kochabend musste auch abgeändert werden, da es manche Zutaten bereits nicht mehr zu kaufen gibt. Auf den Glühwein als „Starter“ wollte der Gastgeber dennoch nicht verzichten – also wurde der Abend hiermit eröffnet.

Nachdem das (Winter-)Menü anhand einer Tafel verkündet wurde, legten alle Beteiligten voller Elan los. Und zwar nicht so wirklich, wie es der Gastgeber ursprünglich geplant hatte, aber immerhin war die Motivation groß. Das war allerdings hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass das Menü nochmals umgestellt werden musste und da blieb nicht mehr all zu viel Zeit, alle Instruktionen genau festzuhalten. Also wurde (mal wieder) etwas improvisiert – soll ja öfter mal vorgekommen sein beim heutigen Gastgeber…

Bratapfeltiramisu sollte es sein. Also ran ans Apfel-schälen und rein mit den weihnachtlichen Gewürzen. Alles schön einkochen und erst einmal kühl stellen. Oben drauf kam eine Mascarponecreme (damit macht man generell nie etwas verkehrt [sollte man meinen]). Diese benötigte zwei Eigelb. Als kleiner Nebeneffekt blieb davon ja auch zwei Mal Eiweiß über – daraus wurde als Trennschicht eine kleine Baizer-Masse mit Mandeln angerührt, die dann im Backofen ausgebacken wurde. Aber zurück zur eigentlich unkomplizierten Mascarponecreme. Nachdem Eigelbe und Zucker schön schaumig gerührt wurden mit dem Handrührgerät, kam löffelweise die Mascarponecreme hinzu. Man hätte die jetzt einfach „normal“ einrühren können, oder man nimmt, wie in aktuellem Fall geschehen, einfach weiter den Handrührer und rührt die Masse so lange und so heftig weiter, bis es quasi Butter ist. Ich meine ok, Butter ist auch lecker – aber dann hätte ich ja auch gleich einfach Butter nehmen können. Kurzerhand wurde dann auch noch vergessen die gerösteten Mandelblättchen zur Apfelmasse hinzuzugeben… Die wurde schließlich beim Servieren dekorativ „darüber geworfen“.

Als Gruß aus der Küche gab es einen Kürbiscreme-Cappuccino im Glas, welcher scheinbar einem der Mitköche schon bekannt war. Das war gut, denn der Gastgeber hatte das bisher noch nicht gemacht und wollte einfach mal schauen, was dabei raus kommt, wenn man eine Kürbiscremesuppe kocht, davon etwas Suppe wegnimmt, mit Sahne, Puderzucker und Tabasko verfeinert und dann oben auf die Suppe wieder drauf sprüht. Also ich als bekennender „Nicht-Kaffee-Trinker“ fand: richtig leckere Geschichte. Und der „Pepp“ aus dem Schaum war richtig lecker!

Dann gings an den Hauptgang. Hier wollten wir zeitnah das Fleisch in den Ofen bekommen, damit es entsprechend garen kann. Vorab mussten die Schweinefilets allerdings gesäubert, getrocknet gewürzt und mit Serrano-Schinken umwickelt werden. Klingt alles ziemlich einfach, aber letzteres stelle sich als echte Herausforderung dar, da der Serranoschinken irgendwie ziemlich „ungünstig“ geschnitten war und wir immer nur kleine Absätze zusammenfügen konnten. Letztlich hat unsere langjährige Erfahrung jedoch dazu geführt, dass uns auch das nicht aufhalten konnte und irgendwie war das Filet dann „eingepackt“, wurde angebraten und durfte im Ofen vor sich hin garen. In der Zwischenzeit wurden Kartoffeln seniorengerecht weichgekocht, zerstampft, gewürzt und mit Tahin und Milch cremig gerührt. Nebenbei noch aus dem Bratansatz eine Soße gezaubert inklusive der Granatapfelkerne, Frühlingszwiebeln angebraten und alles zusammen ansehnlich auf die Teller drapiert. Guten Appetit.

Den Abschluss bildete das Bratapfeltiramisu. Dieses bekam noch eine kleine Schicht Zimtzucker und das oben angesprochene Mandel-Topping. Alles in Allem wieder einmal ein sehr leckeres Menü und ein sehr geselliger Abend. Auch der nächste Termin konnte schon gefunden werden – so kann das Jahr starten!

In diesem Zusammenhang bleibt mir nur wieder einmal mich bei allen Beteiligten (auch den Familien „hintendran“) herzlich zu Bedanken, dass wir das, was wir so lieben, auch in der Form immer wieder weiterhin machen können. Es ist mir eine Herzenssache und ich bin stolz, dass auch nach gut 3 Jahren alle noch so begeistert mitziehen. Ich hoffe alle hatten ein gutes Jahr und ich wünsche Euch allen, dass auch 2023 ein gutes, gesundes Jahr für uns alle sein wird.

PS: Gerade beim Veröffentlichen aller Infos zum kürzlich erfolgten Kochabend hat sich wieder gezeigt, dass aufgrund von diversen Unwägbarkeiten eine zeitnahe Terminfindung essenziell ist. Ich denke das haben auch alle Beteiligten wieder leidvoll erfahren müssen – daher bin ich optimistisch, dass 2023, was die Terminfindung angeht, ein besseres Jahr werden wird. Bis dahin – macht’s gut!

Der 37. Kochabend

Es ist Oktober, es herrschen immer noch herrlichste Wetterbedingungen und es ist wieder Männerkochen angesagt. Alles „ganz normal“ sollte man denken. Aber weit gefehlt! Heute fand „unser“ Abend zum ersten Mal in neuer Besetzung statt. Das spiegelte sich auch gleich am Anfang des Kochabends wider und zwar in der Art, dass ziemlich „unappetitlich“ aussehender grüner Schnaps aufgetischt wurde – von unserem „Neuankömmling“. Vom Aussehen erinnerte es an Absinth – vom Geruch eher nach Allgäuer Latschenkiefer. Nichts von beidem hielt den Großteil der Anwesende davon ab gleich zu Beginn auf einen tollen Abend anzustoßen – und den sollten wir mal wieder haben.

Geladen wurde, jahreszeitentypisch, zu einem Herbstmenü, welches auf einem viel zu kleinen, improvisierten Wäscheständer präsentiert wurde… 😉 Zu essen fand man hier auch sehr typisches Gemüse und Fleisch, was allen Teilnehmern gut gefiel. Zu Anfang wurden fleißig Äpfel geschält und in gleich große Stücke geschnitten, die dann in 6 Schälchen gleichmäßig verteilt wurden. Zeitgleich wurden dann die Streusel und das selbstgemachte Vanilleeis hergestellt. Letzteres wurde zusammengerührt, gekocht und abkühlen gelassen – danach ging es in die Eismaschine. Die Streusel waren auch schnell erledigt und nach kurzer Genussprobe im Rohzustand auch für „gut“ befunden. Die Apfel-Streusel Schälchen wurden direkt schon fertig gemacht und für den späteren Gebrauch weggestellt. Gang 1 – Check.

Ab zum Gruß aus der Küche. Hierzu wurden Maronen karamellisiert und im Nachgang mit Speck umwickelt und beiseite gestellt. Zudem wurde ein Teil des Kürbis klein gewürfelt, Peperoni klein geschnitten und alles zusammen mit den Gewürzen gemischt. Im Topf mit Olivenöl angeschwitzt und auf dem angerösteten Ciabatta-Brot inklusive Frischkäse verteilt, gab es hierzu die im Speck nochmal angebratenen Maroni – ein Gedicht.

Aufgrund der Dauer der Hauptspeise, mussten wir uns auch zeitnah an die Wildsau machen. Die wurde in der größten vorhandenen Pfanne schön von allen Seiten angebraten und gewürzt und danach im Bräter gebettet. In die heiße Pfanne kam dann das Suppengemüse, welches mit Rotwein abgelöscht und dann zum Fleisch gegeben wurde. Ab damit in den Ofen und ab mit dem Bier in die Köche.

Auch die Vorspeise stellte uns vor keine großen Probleme. Salat waschen, Pistazien schälen und karamellisieren und das Dressing anrühren. Einzig „kritischer“ Schritt war das Auseinandernehmen des Granatapfels. Hier hat sich aber unser „Neuankömmling“ gut eingebracht und ohne große Probleme die Kerne vom Rest getrennt. Auch beim Zerbröseln des Fetakäses wurde großes Können bewiesen und somit ein leckerer Herbstsalat angerichtet.

Vor der Hauptspeise wurde dann noch der ein oder andere „grüne“ Schnaps vernichtet und die Beilage zubereitet. Dazu wurde wieder Kürbis gewürfelt und weich gekocht, danach gewürzt, abgeschmeckt und zum Püree gerührt. In der Zwischenzeit noch die Pilze mit Zwiebel und Knoblauch anbraten und zusammen im Servierring anrichten. Der Wildschweinbraten wurde fachmännisch „zerlegt“ und mittlerweile auf 5 Portionen verteilt – unser altgedientes Mitglied hat uns nochmal besucht und mit uns gespeist.

Für das Dessert musste lediglich der Ofen angeheizt und bestückt werden und das Eis aus der Eismaschine geholt werden. Das ließ genügend Zeit sich wieder um Hochprozentiges zu kümmern. Der Apfel-Crumble schloss einen tollen Abend ab, an dem die große Runde noch einmal zusammenkam – wir sind gespannt, wie es zukünftig für uns weitergehen wird. Der nächste Kochabend wird dann zu Beginn des Dezembers stattfinden um die Abstände nicht zu groß werden zu lassen. Ich freue mich schon drauf und wünsche allen eine gute Zeit.

Der 36. Kochabend (gefühlt wie bei Wetten, dass..?)

Unser heutiger Kochabend war in mehreren Punkten „ungewohnt“ und „einzigartig“. Wie beim damaligen Quotenhit um die Jahrtausendwende herum, hatten wir „wechselnde Gäste“, was den Abend allerdings sehr bunt und interessant machte…

Aber von vorne. Nach einer kurzfristigen Absage fanden wir uns lediglich zu dritt am Herd und am Esstisch wieder. Auf diesen Schreck gab es zuerst mal ein „Helles“, um die Motivation möglichst „oben“ zu halten. Das Menü wurde anständig auf einer kleinen Tafel präsentiert und fand direkt breite Zustimmung.

Gegrüßt wurde an diesem Abend mit einer Kräuter-Quark-Creme, die an „Weißen Käse“ erinnerte, und zu der frisches Baguette gereicht wurde. Vom Aufwand super überschaubar – alles zusammenrühren, bissl Gemüse schnippeln, alles vermengen und mit etwas Petersilie und Paprikapulver „garnieren“. Ein herrlich frischer Auftakt in diesen „Multi-Kulti-Abend“ (jetzt mehr bezogen auf die Teilnehmer, als auf das Essen).

Beim Verzehr stellten wir dann wieder fest, dass es einfach nicht das Gleiche ist, wenn einer der Stühle „verwaist“ ist – der Flair war einfach nicht der Selbe. Um hier für Abhilfe zu sorgen, haben wir kurzerhand bei einer anderen Person geklingelt, und diese mit feucht-fröhlichen Argumenten dazu gebracht sich unserer illustren Runde, zumindest für eine gewisse Zeit lang, anzuschließen. Dies war sehr angenehm und tat dem Abend in jeder Hinsicht gut. Man konnte sich gut austauschen, besser kennen und schätzen lernen – wenngleich nicht jeder von Anfang an davon überzeugt war, bzw. das Vorhaben zumindest für kurze Zeit hinterfragte.

Für die Vorspeise wurde ganz mutig zur „Knoblauch-Keule“ gegriffen. Mir wurde erneut die Ehre zuteil, sowohl Zwiebeln, als auch die große Anzahl an Knoblauchzehen, zu schälen und zu schneiden. Was soll ich sagen – eine ziemlich tränenreiche Angelegenheit war es (mal wieder) und meine Fingerkuppen riechen auch eine halbe Woche danach immer noch (und ja, ich hab schon öfter die Hände gewaschen seitdem und auch desinfiziert und mit Creme geschmiert… bisher ohne Erfolg). Vermutlich muss mir die oberste Hautschicht „abhobeln“, damit das wieder „normal“ wird. Hier darf sich gerne auch mal jemand anderes darum kümmern zukünftig 😉 (Sorry für das viele „Mimimi“…)! Die Suppe war dann allerdings auch der Hammer und hier hielt sich das „Knoblaucharoma“ tatsächlich im Rahmen. Super sämig und unfassbar lecker – eine gute Option für die anstehende Herbst- und Winterzeit – wird es bei mir sicherlich nochmal geben. Sorry schon mal an alle Frauen zu Hause, die diese „Ausdünstungen“ an den Folgetagen ertragen mussten.

Den Klassiker gab es dann zur Hauptspeise – SchniSpäSo!?! Und zwar nicht nur „Wiener-Art“, sondern richtig. Vom Kalb – da lassen wir uns nicht lumpen! Schön vier Lappen beim Metzger des Vertrauens besorgt, durch eine Panierstraße gezogen und dann schön in Öl ausgebraten. Dazu eine ordentliche Portion Pilzsoße und selbstgemachte Spätzle. Bei letzterem keimte dann eine kleine Diskussion bezüglich der Teigkonsistenz der Spätzle auf. Während 2/3 der Teig zu „massiv, kleistrig und zäh“ war, fand ihn unser Gastgeber so eigentlich „ganz ok“. Gut, kann er auch einfach so lapidar sagen, denn er musste den Teig (oder Kleisterklumpen :-X) ja nicht durch die heißgeliebte „Spätzleria“ drücken (oder „vergewaltigen“, was hier wohl das geeignetere Verb zur Beschreibung dieser sportlichen und körperlich durchaus anstrengenden Tätigkeit war)! Das Ergebnis konnte sich dennoch sehen lassen und es schmeckte letztlich auch nach Spätzle. Von daher – Hut ab. Ganz so falsch war’s scheinbar doch nicht.

Zum Abschluss gab’s den Klassiker (und ich spreche nicht von dem erneuten Platztausch an unserem Tisch, da uns eine weitere Person auf vehementen Nachdruck beehrte) – Kaiserschmarrn mit Apfelmus. Ich wusste doch, dass kein Abend bei unserem Gastgeber vergehen würde ohne die Nutzung des Thermomix. Also rein mit den Äpfeln, dem Zucker, und was sonst noch alles benötigt wurde, und nach ein paar Minuten war ein „perfektes, mit Vanillepünktchen adäquat durchzogenes, Apfelmus fertig. Der Kaiserschmarrn erinnerte optisch eher an Rührei (sorry), schmeckte aber auch hervorragend. Auch unserem Gast 🙂

Unser Gast – das ist auch ein gutes Stichwort… Dieser kam nicht mit leeren Händen (der erste Gast auch nicht, sei der Vollständigkeit halber gesagt), sondern brachte noch etwas für die Verdauung mit. Und zwar einen Kräuterlikör aus der DDR mit dem klangvollen (und überaus einfach zu merkenden Namen) „Stichpimpulibockforcelorum“ – benannt nach den Anfangssilben der verwendeten Zutaten (Quelle: Wikipedia):

Besten Dank an alle Beteiligten für den netten und abwechslungsreichen Abend. Ich fand, wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Das könnte ein „Rezept“ für kommende Abende sein, sollte es künftig weitere (kurzfristige) Ausfälle geben. Es läuft bereits die (erschwerte) Terminfindung, in der Hoffnung, dass im Oktober noch ein Termin zustande kommt. Bis dahin – frohes Schlemmen.

Der 35. Kochabend

Heute stand wieder einmal ein „Outdoor-Kochabend“ auf der Programmliste. Die Temperaturen waren hierfür auch richtig angenehm – was man vom Poolwasser nicht gerade sagen konnte 😉 Aber von vorne.

Unser heutiger Gastgeber teilte uns mit, dass wir gerne mit Badehose und Handtuch bei ihm einlaufen können und eigentlich der gesamte Abend für draußen geplant ist. Das waren ja schon mal gute Nachrichten. Weniger gut war, was einer unserer Mitköche zu berichten hatte und aus gesundheitlichen Gründen konnte er an diesem Abend nur „passiv“ teilnehmen. Wobei dafür war er „ganz schön aktiv“, denn er hatte fleißig mitgeschnippelt, aber nichts davon mitgegessen. Von außen sah das sehr nach „Selbstkasteiung“ aus – und fühlte sich auch irgendwie so an. An dieser Stelle schon mal gute Besserung – so was wollen wir nicht nochmal sehen 😛 Sieh zu, dass Du wieder in die Spur kommst!

Vom Gefühl her saßen wir eine Stunde in der Küche und haben geschnippelt, was die Messer und Brettchen hergaben. Komplett alle Gänge wurden zu Anfang von uns bei einem kühlen Bierchen zubereitet, im Kühlschrank verstaut und zu gegebenem Zeitpunkt rausgeholt und zubereitet.

Passend zu den warmen Temperaturen starteten wir mit einem frischen Sommersalat aus Melonen, Tomaten, Gurken und Feta. Begleitet wurde der gesamte Abend von Sommerschorle – bestehend aus je 1/3 Riesling (Anselmann), Schweppes Bitter Lemon und Mineralwasser. Dazu gab es noch Eiswürfel, etwas Minzsirup und, für’s Auge, noch ein Minzblättchen. Das schmeckte alles nach „mehr“ – hervorragend!

Als Vorspeise wurde dieses mal eine Flammkuchenvariation gereicht, bestehend aus 4 unterschiedlichen Flammkuchenarten. Alle wurden im (mehr oder weniger 😉 ) gut geheizten Flammkuchenofen zubereitet. Die Reihenfolge hierbei war die folgende: Granitée, Griechisch, Münster und Garnele. Alles auf seine eigene Art und Weise lecker. Hiernach setzte, wie so oft in letzter Zeit, schon das erste Hungergefühl ein und man einigte sich auf eine nicht zu kurze Pause bis zur Hauptspeise. Schade war, dass der gesundheitlich angeschlagene Kollege uns dann auch schon verließ, um seine ganz eigene Mahlzeit zu sich zu nehmen, die aus Flüssignahrung und Pillen bestand. Er fungierte auf seinem Heimweg allerdings noch als „Essenskuriere“, sodass es wenigstens einen positiven Aspekt hierbei gab.

Also hieß es erst einmal abkühlen im Pool. Und was soll ich sagen – ich wurde ganz schön runtergekühlt. Obwohl angeblich fast 27 °C Wassertemperatur geherrscht haben sollen (vermutlich direkt in der Heizung oder nicht weit weg gemessen, oder eine Fehlfunktion des Messgerätes vorlag, oder die Schlafzimmertemperatur unterm Dach angezeigt wurde…) – irgendwie war’s arschkalt. Aus diesem Grund war ich auch der einzige, der sich ins kühle Nass wagte und versuchte, etwas von dem bereits zu mir genommenen Essen wieder zu verarbeiten und Platz für das zu machen, was noch kommen mochte.

Und dann kam es auch – also gegen 22:30/23:00 Uhr. Der Grill wurde angefeuert und die speckummantelten Kartoffeln gesellten sich zum Grillgemüse und der Lammhüfte. Nachdem alles gar war, wurde auf dem Teller angerichtet mit ordentlich selbstgemachtem Zaziki. Ein ziemlicher Genuss zur späten Stunde muss ich gestehen – war sehr lecker. Da ich als einziger ein ganzes Stück Lamm gegessen habe (was ist mit Euch los man?!?), hatte ich auch gar nicht mehr so den Bedarf an Nachtisch. Aber es gehört nun mal dazu.

Und so wurde gegen Mitternacht, oder schon danach, erneut der Flammkuchenofen angeheizt für die beiden süßen Flammkuchenvarianten aus Apfel und Banane. Zu diesem Zeitpunkt kann es schon mal vorkommen, dass man nicht mehr ganz bei der Sache ist, und so mussten wir den zweiten Flammkuchen erst einmal wieder von der süßen Flammkuchencreme befreien, da hier Nutella die Basis darstellen sollte. Wir sind ja mittlerweile Profis und uns schüchtert so was nicht ein…

Danach gab es nur noch Flüssignahrung in reichlicher Anzahl und Auswahl und wir konnten den Abend gegen 02:30 Uhr gemütlich ausklingen lassen. Bis zum nächsten Kochabend wird es jetzt erst mal wieder etwas dauern. Schade, aber so ist es nun mal. Da müssen wir uns wohl dran gewöhnen. Gute Zeit und schön gesund bleiben bzw. werden.

Der 34. Kochabend

Der heutige Kochabend startete, sehr ungewohnt, und zur Überraschung aller, mit einer „Predigt“. Vorgetragen auf einem Hocker, wurde an die Vernunft aller Teilnehmer appelliert und nochmal gemahnt, dass „unser Abend“ an Bedeutung zu verlieren scheint. Den Originaltext zum Nachlesen findet man am Ende dieses Beitrages (Credits gehen raus an die Autoren von „Burger Unser“, die mich zu dem heutigen Menü [und der Predigt] inspiriert haben).

Die Mitteilung, dass ich vorhatte ein reines 4-Gänge-Burger-Menü zu machen, stieß auf viel Zustimmung, wenngleich auch erste Bedenken bezüglich der Menge geäußert wurden. Und was soll ich sagen – die anderen hatten mal wieder Recht. Ich entschuldige mich auch erneut für die etwas chaotische Organisation des Abends – man stellt immer wieder fest, dass dies nicht meine größte Stärke ist…

Egal – es gab Essen für alle (Anwesenden) und das reichlich. Einiges, wie die Buns und das selbstgemacht Ketchup, war bereits schon vor- und zubereitet, sodass der Abend eigentlich entschleunigter sein sollte. Dennoch gab es mehr als genug zu tun. Für den Gruß aus der Küche, der sich als ausgewachsene Vorspeise entpuppte, wurde eine Guacamole angerührt und Garnelen angebraten. Zusammen mit etwas scharfen Nachos, die ebenfalls schon zerkleinert den Bun-Deckel zierten, wurde der erste Gang angerichtet und noch im Inneren verspeist, da die Außentemperaturen gefühlt noch jenseits der 30°C lagen. Dagegen half nur: Ottersheimer Bärenbräu aus der Partydose und dem Durchlaufkühler.

Ein bereits bekannter Gang wurde bei der Vorspeise gereicht: Sloppy Joe. Buns nicht rösten, sondern einfach die frisch gewolfte und angebratene Hackfleischmasse mit Ketchup, Gewürzen und Raucharomen versetzen, draufklatschen, servieren und bei einer riesigen Sauerei genießen. Die Vorspeise konnte dann auch bei angenehmen Temperaturen nach draußen verlagert werden. Und als wäre der Burger nicht genug, gab es noch Weizenkörner in einem Tomatensalat.

Star des heutigen Abends sollte der Burger „From Dusk Till Dawn“ werden. Anhand der Bilder lässt sich schon erahnen, dass bei einer Servierzeit von 23:30 Uhr die Begeisterung und das Engagement nicht mehr das Dollste waren. Zum einen waren die Lichtverhältnisse draußen am Grill etwas bescheiden – und auch einige der Komponenten stellten sich als komplexer und schwerer herzustellen dar, als ursprünglich gedacht. Immerhin: Die Fleischmenge war mehr als ausreichend (ich hatte auch noch nie so viel Fleisch auf einmal gewolft, oder gewolft gesehen…). Dazu wurden noch zwei selbstgemachte Soßen, sowie selbstgemachte Pommes, gereicht. Lecker war’s und viel war’s!

Den krönenden Abschluss sollte ebenfalls ein „süßer“ Dessert-Burger bilden – zu dem es leider nicht mehr kam. Die in Schaum eingelegten Kirschen hatten wir zwar noch zubereitet – genauso wie den selbstgemachten Pudding – die Kartoffelpuffer-Buns hätten aber vermutlich allen den Rest gegeben. Nicht nur dass uns ein Mitkoch bereits vorzeitig verlassen hatte, auch allen anderen Anwesenden war am frühen Morgen nicht mehr nach so viel Nahrungszufuhr. Entsprechend gab es dann „nur noch“ Pudding mit Kirschen, was an sich ja auch ein leckeres Dessert darstellt. Der Abend klang dann bei selbstgemachter Musik aus. Gut, die Küche musste danach gefühlt kernsaniert werden, aber es war schön wie immer. Dafür, dass ich kurzfristig eingesprungen bin, hab ich das möglichste rausgeholt 😉

Jetzt gilt es sich über das Menü des nächsten Kochabends Gedanken zu machen. Junge, Du hattest mehr als genug Zeit – fang halt auch mal n bissl früher an, dann wird’s nicht so stressig 😛

Der 33. Kochabend

أهلا ومرحبا بكم في أمسية الطبخ الثالثة والثلاثين. Alles klar soweit? So in etwa hätten wir am heutigen Kochabend begrüßt werden können, denn unser Gastgeber lud zum „libanesischen Abend“ ein. Das Durchstöbern des ausgelegten Menü-Blattes konnte beim Großteil der Anwesenden jedoch nicht für Aufklärung sorgen über das, was wir heute zu Essen bekommen würden. Man hätte genau so gut auf die Menükarte verzichten können 😉 Zudem war zu keiner Zeit von Fleisch die Rede – und dann noch gepaart mit der Ankündigung, dass es am heutigen Abend richtig viel zu tun gäbe, stand der Verlauf des Abends erst einmal unter keinem guten Stern. (Frage für mich: Gibt es im Libanon ausschließlich stilles Wasser zum trinken?)

Sagen wir mal so: Für Vampire wäre dieser Abend schlichtweg nicht geeignet gewesen, denn wir starteten mit der Verarbeitung zweier „Knoblauch-Füße“!!! Sicherlich hatten wir, vorneweg, 25 Knoblauchzehen „bearbeitet“, sodass zumindest olfaktorisch die Richtung für den Abend vorgegeben war. Das Dessert im Libanon scheint weniger aufwendig zu sein (zumindest entfielen lange Kühlzeiten), weshalb wir mal wieder mit dem Gruß aus der Küche starten konnten.

Aus einer riesigen Armada von (vielen recht ungewohnten und in der Regel wenig genutzten) Gewürzen wurde ein Sammelsurium, zusammen mit den Auberginen, püriert. Parallel wurden die Gewürzbrote erwärmt und der Granatapfel professionell (unter Wasser) entkernt. Ruck-Zuck war angerichtet und das erste (unbekannte) Gericht serviert.

Und weiter zum libanesischen Brotsalat. Dieser wurde geputzt und die weiteren Zutaten „klein geschnippelt“. Auch in diesem Fall wurde eine Vinaigrette angerührt, die so normal nicht bei uns auf den Tisch kommt. Mit Gewürzen, die teilweise ganz schön schwierig auszusprechen waren und auch – um ehrlich zu sein – sehr speziell rochen, wurde ein kleines Bad für den Salat hergestellt. Salat vermengen und mit Brot-Stückchen, sowie Granatapfelkernen, dekorieren und servieren.

Die Hauptspeise bestand dieses Mal aus einem Buffet – auch ein Novum bei unserer Kochrunde (was jedoch per se nichts schlechtes heißen muss). Es galt herauszufinden, ob dies ebenfalls ein geeignetes Vorgehen für unseren Kochabend darstellen könnte. Hauptbestandteil des Buffets war Shakshuka – eine Tomatensoße, in die abschließend noch Eier aufgeschlagen werden und im Ofen zu Ende gegart werden. An Zwiebel und Knoblauch wurde auch hier nicht gespart. Der Hummus war auch recht schnell aus den Kichererbsen püriert. Etwas „aufwändiger“ war die Taboulé und die „geplanten“ Falafel-Bällchen. Da geplant war diese nicht zwingend zu frittieren (und irgendjemand meinte, mit der Heißluftfritteuse wird das auch nix), hat man sich entschieden, diese in reichlich Öl auszubacken. Entgegen des Anratens eines beteiligten, wurde Olivenöl zum anbraten verwendet. Keine Ahnung ob es lediglich daran, oder auch am Teig an sich, lag, aber anstatt lecker aussehender Falafel-Bällchen erhielten wir einen „Falafel-Brei“. Alles fiel in sich zusammen und konnte dann eher geschmacklich, als visuell, überzeugen. Alles wurde auf dem Tisch „dargeboten“ und das Buffet war eröffnet.

Da auch unser heutiger Gastgeber (Achtung Spoiler!) nicht die Eier hatte, ein komplett vegetarisches Gericht anzubieten, gab es noch für’s „Gefühl“ ein Stück Rinderfilet. Ich muss sagen: Ich war nicht ganz undankbar 😛

Zum Thema „überschaubare Zeiten beim Dessert“ nochmal – ganz so „schnell“ ging es dann doch nicht, denn der Joghurt durfte schon geraume Zeit vor unserem Eintreffen „abtropfen“, um noch aromatischer zu werden. Zusammen mit Honig, Feigen, Haselnüssen und Pistazie bildete dies den Abschluss unseres kulinarischen Ausfluges in den Orient.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Auch über eine Woche später haben mich die Rezepte noch nicht erreicht, weshalb dieser Teil nicht ergänzt werden kann!

Der 32. Kochabend

Die gute Nachricht vorab: Alle sind für alle Gänge da geblieben – Woohoo. Die schlechte Nachricht: Es gab extremes Kopfkino, da uns von einer vor kurzem stattfindend OP berichtet wurde, die vom Detaillierungsgrad etwas über das Ziel hinausgeschossen ist 😀 An dieser Stelle nochmal „gute Genesung“ und weiterhin „viel Spaß“!

Am heutigen Abend stand wieder mal etwas „einfaches“ auf dem Programm – was natürlich nichts schlechtes ist und extrem gut in den Frühling passte. Das hat auf jeden Fall den Vorteil, dass es weniger zu „arbeiten“ und mehr zu „trinken“ gibt 😛 Klassisch starteten wir mit dem Erdbeer-Mascarpone-Dessert inkl. weißer Schokolade. Letztere war fein zu raspeln, was einer bestimmten Person mit leicht schwitzigen Händen nicht so einfach von der Hand zu gehen schien. Richtigerweise wurde von ihm dann auch „bemängelt“, dass die Schokolade ja auch im Kühlschrank hätte liegen sollen (so stand es im Rezept). Unser Gastgeber stellte dann klar, dass diese sogar deutlich länger in der Kühlung lag, als vorgegeben. Das Ende vom Lied war, dass ich mich wieder darum gekümmert habe, damit es auch was wird (:-D – es hat schon einen Vorteil die Blogeinträge zu schreiben). Die Erdbeeren wurden sauber filetiert und in die Gläser geschichtet. Die angerührte Creme, sowie die Erdbeersoße, wurden dann abwechselnd in das Glas gefüllt und dann hieß es warten.

Das gab uns Zeit uns etwas über den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Als dies dann jedoch wieder in Richtung OP abdriftete, entschied sich ein Teil von uns dazu den Gruß aus der Küche vorzubereiten. Fälschlicherweise hatte anfangs gehofft, dass es sich bei diesem Gang um die Hauptspeise handeln würde – was durchaus auch ok für mich gewesen wäre: Roastbeefröllchen. Yummy! Nachdem wir alle kurz schwitzen mussten, ob die Dame hinter der Wursttheke auch wirklich die korrekte Anzahl an Roastbeefscheiben geschnitten hatte, konnten wir uns an die Filigranarbeiten machen. Gurke, Mango und Lauchzwiebeln in, ich würde es Stifte nennen, schneiden, Peterle zurechtzupfen und dann auf je zwei Roastbeefscheiben verteilen. Dann kam der wichtigste Teil – quasi Sushi-Rollen machen. Das gelang recht gut und wurde dann zu je zwei Röllchen auf einem Teller angerichtet und mit einer Honig-Senf-Mayo garniert. Was soll ich sagen: „Ein Gedicht“!

Es folgte die Vorspeise. Diese bestand dieses Mal aus Melone und Schinken-Tatar sowie einem „Radieschen-Topping“. Alles klein schnippeln, Vinaigrette anrühren und adäquat anrichten – fertig war eine richtig leckere Erfrischung.

Auch der Hauptgang war dieses Mal fix erledigt. Das Gemüse „vorbereiten“, in der Pfanne anschwitzen und kurz köcheln lassen. Dann kam alles in eine Auflaufform, das gewürzte Fleisch wurde einfach oben aufgelegt und dann hieß es: schwitzen und warten. Auch wenn auf eine weitere Beilage wie Reis verzichtet wurde, brauchte es definitiv nichts anderes. Die Menge war richtig passend und ausreichend, und ließ noch entsprechend Platz für die Nachspeise.

Diese rundete unseren „Frühlingsabend“ schön cool ab und glücklicherweise hatten wir davon auch noch etwas mehr über, sodass es zumindest für einen von uns (nämlich mich) einen üppigen Nachschlag gab! Richtig lecker war es wieder und n bissl weniger dafür arbeiten ist auch mal nicht verkehrt – bleibt mehr Zeit zum quatschen. Auch schön in diesen Tagen.

Aufgepasst: Der nächste Kochabend findet am Brückentag statt. Bitte alle vormerken und nichts anderes planen. Besten Dank und bis dahin!