Der 53. Kochabend

Wir starten ja, normal, immer um 17:30 Uhr. Geringfügige Verspätungen können vorkommen und haben sich auch teilweise „eingeschlichen“ (was natürlich immer mal vorkommen kann). Aber der Start in den heutigen Abend musste zweimal nach hinten geschoben werden – auch ein Novum in unserer Kochrunde. Wir sind immer für eine Überraschung gut, so scheint es. Nachdem schon diverse Spekulationen, hinsichtlich der Verspätung, die Runde gemacht hatten, hat unser Gastgeber dann nach unserem Eintreffen kleinlaut gestanden, dass er beim Einkauf die Jakobsmuscheln vergessen hatte, wegen derer er eigentlich noch einkaufen war. Ensprechend musste dies noch kurz vor Start nachgeholt werden – konnte es aber nicht, schlichtweg aus dem Grund, weil keine im Supermarkt vorrätig waren. Es wurde aber für adäquaten Ersatz gesorgt und 18:15 Uhr konnten wir dann auch langsam beginnen.

Unser heutiger Abend stand ganz im Zeichen von Knoblauch. Oder? Nein. Moment. Doch nicht – Gurke war das bestimmende Thema. Liegt vielleicht daran, dass ich am Morgen des Folgetages, zum Zeitpunkt dieses Blogeintrages, einfach immer nur noch Knoblauch schmecke… Es hätte aber auch Sangria sein können. Aber wie immer von vorne.

Heute wurden wir nach draußen in die Scheune „ausquartiert“, da das Wetter sich anschickte, ganz angenehm zu sein/werden und man drinnen in Ruhe die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris schauen wollte. Überraschenderweiße hat es dann im Laufe des Abends dann doch immer mal wieder geregnet, was uns natürlich in keinster Weise gestört hat. Wir hatten ja Sangria – und nicht wenig. Sicherlich gut 1 Liter pro Person für den Abend – vermutlich etwas mehr. Schön kredenzt in einem kleinen Bowl-Glas.

Die „Eröffnung“ der einzelnen Gänge fand heute mit je einem eigenen Umschlag statt, der jedem von uns auf den Teller gelegt wurde. Ganz gespannt wurden diese dann geöffnet und mit Euphorie vernommen, dass sich dieses Menü zum „bisher besten“ unseres Gastgebers anschicken könnte. Und, was soll ich sagen, wir wurden nicht enttäuscht. Neben Sangria war Gurke das Hauptthema des Abends – spannend.

Und dann ging’s auch schon los. Schnell ein Becks Gold getrunken und draußen am „Arbeitstisch“ breit gemacht. Alles hergerichtet zum Schnippeln und Anrichten und gestartet wurde mit… Gurke. Würfel waren gewünscht. Auch der Lachs wurde in eine entsprechende Form gebracht und wenn ich mir die Bilder rückwirkend anschaue, galt das auch für den Pumpernickel. Wobei letzterer eher „grobschlächtig“ gewürfelt wurde 😉 Aber das war so auch gewünscht. Dazu noch ein Joghurt-Dip mit Kräutern hergestellt und ab zum Dekorieren. Natürlich mit Gurke und etwas Schnittlauch. Ein sehr erfrischender Einstieg in diesen Abend – obwohl wir gefühlt die Hälfte der Zutaten vor lauter Quatschen vergessen hatten.

Zwischenzeitlich wurde auch der Holzkohlegrill angefeuert und das Rinder-/Lamm-Hackfleisch für den Hauptgang vorbereitet. Sogar für das Sorbet wurden schon Zutaten gerichtet und zusammengemischt. Apropos „Zwischenzeitlich“ – zwischenzeitlich wurden immer mal wieder an den „Ringen“ Überschläge rückwärts ausgeführt. Meistens von den „Kindern“… 🙂 Aber als „Multi-Tasker“ haben wir uns auch direkt an die kalte Gurkensuppe gemacht. Für den ein oder anderen „enttäuschend“, da es hier nicht auf akurante Schneide-Künste ankam, sondern grobe Stücke ausreichten, da alles im Mixer püriert wurde. In die Mixtur wurden dann noch Gurkenstücke grob hineingerieben und auch Eiswürfel fanden ihren Weg in die Suppe. Garniert mit den gegrillten Garnelen (die eigentlich Jakobsmuscheln hätten sein sollen…) und etwas Dill ein durchaus erfrischender Gang. Vielleicht etwas „Knoblauch-lastig“ – woran das wohl lag… Irgendjemand hatte hier wohl nach „mehr“ verlangt – und auch bekommen! Wieder einmal eine mehr als ausreichende Portion – ich denke, das kann man festhalten.

Dann kam der spannendste Gang für uns am Abend. Kebab. Immer gerne gegessen, aber selbstgemacht – kann das funktionieren? Vorweg: Es kann!!! Nachdem kurz geklärt wurde, ob wir fertigen Yufka-Teig nehmen, oder diesen selbst machen wollen, wurde die Selbst-Mach-Variante bevorzugt und gewählt, was sich als gute Entscheidung herausstellte. Der auserkorene „Teig-Spezialist“ wurde voran geschickt um sich daran zu probieren. Und ich denke, das Ergebnis spricht für sich. Womit wir mehr zu kämpfen hatte, waren die Fleischspieße. Leider blieb das Fleisch nicht so „hängen“, wie wir uns das erhofft hatten. Entsprechend wanderten kleinere Spieß-Teile direkt in die Holzkohle. Nachdem das Ganze etwas „optimiert“ wurde, konnten wir dennoch einige Fleischteile zubereiten, die dann in die Yufkas wanderten. Dazu wurde noch ein „Salat“ aus Zwiebeln, Gurken etc. angerührt und der Joghurt-Knoblauch-Dip gereicht. Zusammengerollt im Yufka-Teig sah das Ergebnis gar nicht so verkehrt aus und schmeckte hervorragend. Sogar so gut, dass wir uns alle noch einen zweiten Yufka „mehr oder weniger reinquälten“.

Nachdem der Hauptgang mit reichlich Sangria, der stetig abnahm, hinuntergespült wurde, war auch die Eismaschine durch mit ihrer Arbeit. Entsprechend konnte dann gegen 01:00 Uhr auch das Dessert eingenommen werden. Geschmacklich ein ziemlich kalter Gin-Tonic (wenn man die Augen geschlossen hielt), aber auch ein gelungener Abschluss dieses amüsanten Abends, bei dem sich die Aggression dieses Mal (zum Glück) in Grenzen hielt und (fast) alles harmonisch ablief.

Da auch dieses Mal schon (fast) die beiden Folgetermine fixiert werden konnten, bin ich sehr optimistisch, dass wir an dieser Stelle auf einem sehr guten Weg sind.

Der 52. Kochabend

Bei mehr als sommerlichen Temperaturen wurde wieder einmal zum „Freiluftkochen“ gebeten. Aufgrund organisatorischer „Herausforderungen“ wurde sogar der Koch und die Location getauscht – aber wir machen ja fast alles möglich! Irgendwie herrschte eine gewisse „aggressive Grundstimmung“, die sich durch den gesamten Abend zog. Ich kann gar nicht sagen, woran das letztlich lag – dies hatte aber für eine „besondere Würze“ an diesem Abend gesorgt. Aber von vorne…

17:30 Uhr war, wie immer, der Start angedacht. Nachdem die erste Verspätungsmeldung bereits kurz vor Beginn eintrudelte (wie so gehäuft in letzter Zeit), wurden die ersten Eventualitäten ausglotet, unter welchen Umständen wer genau aus der Gruppe rausgeworfen werden sollte… Alles natürlich nur „zum Spaß“ – immerhin wurde am frühen Morgen des Folgetages skandiert: „Ein Leben lang… ein Leben lang Männerkochrunde… ❤️😘“. Ob da allerdings auch nicht der Alkohol aus dem ein oder anderen sprach… Man weiß es nicht. Alkohol – ein gutes Stichwort. Der 52. Kochabend war in dieser Hinsicht „leicht exzessiv“, so würde ich es mal vornehm beschreiben.

Zur Einstimmung (und zur etwas „lieblosen Präsentation des Menüs“, die wir sogar für jeden Gang eigenständig vornehmen mussten… [„werd dann do gar nix mehr gschafft?!?“]) wurde diretk schon mal eine Sommerschorle gereicht. Wichtig war direkt sich sein markiertes Glas und das zugehörige Röhrchen zu merken, denn da kam noch so einiges im Glas an im Verlaufe des Tages.

Nachdem der grobe Ablaufplan kommuniziert wurde, ging es mit der zweiten Sommerschorle ans Schnippeln. Vorbereitet wurden Feta-Zucchini-Spieße mit Ananas im Speckmantel. Wir versuchten die Feta- und Ananas-Würfel ähnlich groß zu schneiden, da diese dann in Zucchini- und Speckstreifen eingewickelt wurden. Das gelang uns auch ganz hervorragend, würde ich sagen. Bis der Gruß aus der Küche allerdings auf den Grill kam, wurde noch schnell ein Radler „runtergebissen“. Grill anheizen und für die erste feste Nahrung des Abends sorgen. Alles schön goldbraun angebruzelt und, wie sollte es anders sein, mit einem Caipirinha serviert.

Damit konnte man schon mal arbeiten. Allerdings begann dann langsam der Stress. Vor der Vorspeise mussten sowohl Haupt-, als auch Nachspeise in großen Teilen vorbereitet werden. Und hier ist „große Teile“ das ziemlich passende Stichwort. Um die Bodenständigkeit mal wieder zu untermauern, wurde die 2-Kilo-Keule des Hauptganges ausgepackt: ein Tomahawk-Steak, von bestimmt 10cm Dicke. Alleine der Anblick sorgte bei dem ein oder anderen für Bauchschmerzen – wir waren sicher, die „zur Sicherheit besorgten Lammsteaks“ mussten an diesem Abend nicht zum Einsatz kommen. Also fix den Saft aus Orangen und Zitronen gepresst und mit Aperol versehen. Alles gesiebt und ab in die Eismaschine. Währenddessen wurde der zweite Grill schon auf ~100°C aufgeheizt und der Totschläger aufgelegt. Zielvorgabe war: ca. 3h rückwärts garen bis zu einer Kerntemperatur von knapp unter 50°C. Ein Hoch auf Grilltermomether und die heutige Technik, die einem die Arbeit hier deutlich erleichtern.

Dann ging’s an die Garnelenspieße und die gegrillte Avocado. Die meiste Zeit nahm das Marinieren der Spieße ein – wobei das Zusammenstecken auch schon kurz vor Handgemenge war. Es gab an diesem einen Abend, aus unerfindlichen Gründen, einen unerwarteten Aggressor, der es geradezu liebte die anderen, und mich ganz besonders, zu provozieren. Der Abend stand hier schon kurz vor Eskalation. Ein Glück, dass ich mich aber so im Griff habe und das alles an mir abprallte, wie Papierflieger von einer Backe… Auch die Avocados und die Spieße kamen auf den Grill, verfeinert mit Limetten. In die ausgehölten Avocados wurde dann liebevoll die Salsa eingefüllt und dann serviert mit einem Weißwein. Ziemlich geil muss ich sagen.

Dann kam der Hammer – im wahrsten Sinne des Wortes. Gegen 22:30 Uhr wurde der Fleischtrümmer vom Grill genommen, letzterer nochmal auf ~300°C aufgeheizt und dann das Fleisch von beiden Seiten scharf angebraten für kurze Zeit. Eingehüllt in Alufolie durfte es noch kurz ruhen, bis oben beim anderen Grill die Beilagen „gefnished“ wurden. Dazu gab es Stangen-Brokkoli, Kirschtomaten und Kartoffelspalten – ach ja und Tzatziki. Von den Portionen her gebe ich dem Gastkoch eine 4 – ausreichend!!! Fast alle Platten wurden geputzt – zum „runterspülen“ gab es ein kühles Blondes.

Gegen Mitternacht wurde dann das Aperol-Sorbet mit Prosecco aufgegossen und kredenzt. Auch hier waren 2 Portionen für alle drin (nicht dass man die noch gebraucht hätte…). Aber auch das war mal eine erfrischende Abwechslung, die so keiner von uns kannte.

Ab Mitternacht artete es dann aus. Ein Cocktail folgte auf den anderen – ich kann alle gar nicht beim Namen nennen. Der „Aggressor“ zog auf der Dachterrasse seinen „Pariser“ an und stichelte fleißig weiter. Es wurden Geschichten zum Besten gegeben, die man eigentlich gar nicht erzählen dürfte und der Hahn lief fleißig weiter. Nachdem ich mich gegen 2:30 Uhr verabschiedete durfte ich am frühen Morgen feststellen, dass der Rest noch Sitzfleisch hatte bis 4:30 Uhr. Ich will vermutlich gar nicht wissen, was da noch alles passiert ist. Das kann ja einer der Anwesenden gerne ergänzen – oder, wie ich vermute, auch nicht 😉

Wenn die entsprechende Rückmeldung kommt, können wir sogar die nächsten beiden Kochtermine terminieren – das wäre hervorragend. Dann bis Ende Juli, Männers und schlaft Euch noch weiterhin gut aus. PS: Von mir aus hätte es gerne mehr Knoblauch sein dürfen…

Der 51. Kochabend

Erster Kochabend nach dem „Jubliäum“ – und auch dieses Mal wurde ein passendes Menü gefunden, dass sich gut in die Jahreszeit eingliederte. Saisonales Highlight war der Spargel und die Erdbeeren – immer eine gelungene Kombination (meiner Meinung nach).

Wir haben dieses Mal wieder hinten angefangen mit dem Dessert, da dieses wieder gut kühlen sollte. Spannender Name – einfacher Inhalt: Die „Wilde Hilde“. Ein schlichtes Schichtdessert aus Löffelbiskuit, Sahne und Erdbeeren. Aber gerade diese Einfachheit macht es so lecker. Alles klein gemacht, zusammengerührt und ansehnlich geschichtet – fertig war der ausklingende Gang des Abends.

Mein heimlicher Favorit versteckte sich hinter dem „Gruß aus der Küche“ – dem Tomaten-Tiramisu. Ebenfalls erschreckend einfach mit wenigen Zutaten gemacht, ergab das einen super Frische-Kick. Gut, ich liebe auch Tomate und Mozzarella… Vielleicht lag es auch einfach daran. Das Basilikumpesto war „natürlich“ auch selbstgemacht und fachmännisch zusammenpüriert. Quasi das zweite Schicht-Gericht des Abends.

Spargel und Camembert bildeten die Vorspeise des Abends. Einen crunchigen Effekt boten die karamellisierten Nüsse, die als Kontrastprogramm zum weicheren Käse und Spargel fungierten. Alles zusammen kam auf angeröstetes Brot!

Beim Hauptgang kam mein Freund der „Optigrill“ mal wieder zum Einsatz. 4 anständig große Kalbsschnitzel wurden hier profimäßig angebutzelt und dann zum garen in den Ofen geschubst. Parallel fanden alle anderen Arbeiten statt wie Brösel herstellen, Kartoffeln und Bohnen kochen und Vinaigrette herstellen. Diese Arbeiten gingen uns schon blind von der Hand – wobei wir trotzdem immer wieder über die akuraten Schnittkünste unseres Mitkochs staunen dürfen. Er überrascht uns jedes Mal aufs Neue. Ich bin mir immer noch nicht sicher, woher diese (partielle, dann aber ziemlich heftig ausgeprägte) Euphorie kommt und ob ich die in letzter Konsequenz gut finden soll oder nicht!?! 😉

Bevor das Dessert in unseren Bäuchen landete gab es noch das ein oder andere hochprozentigere Getränk, unter anderem auch Baileys. Dann wurde es Zeit für die Wilde Hilde. Da uns unser Gastgeber „so früh“ noch nicht entlassen wollte, blieben wir also bei weiterer Flüssignahrung noch bis weit nach Mitternacht zusammensitzen. Nächste Woche steht schon der nächste (getauschte) Abend vor der Tür. Sorry für die verspätete Bereitstellung der Informationen – hat ja eh niemand mitbekommen 😛

Der 50. Jubiläums-Kochabend

Ende März 2024 war es soweit – der 50. Kochabend stand an. Zuallererst muss ich sagen, dass ich total „geflasht“ bin, wie viel Begeisterung und Euphorie auch jetzt noch in der Truppe steckt! Um mich hierfür erkenntlich zu zeigen und allen die Bedeutung nochmal aufzuziegen, habe ich entsprechende Jubiläums-Gläser gravieren lassen, die jeder behalten durfte. Die wurden direkt mit einem Vin Tonic eingeweiht und das Jubiläum konnte starten.

Und das denkbar ungünstig. Das „geplante“ Dessert wurde zwar direkt am Anfang zubereitet. Allerdings war die Garage wohl „nicht kühl genug“, weshalb dieses eher auseinander lief und wenig „ansehnlich“ war. Das konnte uns jedoch erst einmal nicht daran hindern, den Abend weiterhin zu genießen.

Mein persönlicher Favorit war an diesem Jubiläums-Abend allerdings der Gruß aus der Küche. Thai-Schweinefilet auf Salat mit Erdnuss-Soße! Eigentlich waren nur ein bis zwei kleine Fleisch-Tranchen pro Portion vorgesehen (weil Gruß aus der Küche…) – aber irgendwie haben wir usn das komplette Filet schon gegönnt, da es super lecker geschmeckt hatte. Immerhin konnte ich den Großteil für Erdnuss begeistern – ich bin gespannt, ob ihr nicht doch mehr damit macht in Zukunft zu Hause!?! Es lohnt sich.

Die Vorspeisen-Suppe mit Rindfleisch-Tartar-Sandwich war auch überraschend genussvoll. Der gebratene Speck on top tat da natürlich noch sein Übriges. Schön garniert mit hervorragend und penibel genau geschnittenen Kräutern – ein Gedicht.

Tja und dann kam er an die Reihe – der German. Für den Burger wurden die Buns bereits vorbereitet (aus Zeitgründen) – alle anderen Zutaten nahmen einige Zeit in Anspruch. Im Wesentlichen bestand dies darin, Gemüse in ansehnliche, gleichmäßige Stücke zu filetieren. Und was soll ich sagen – hierfür haben wir einen ganz eigenen Spezialisten in der Runde, der dies besser kann als alle anderen. Ich würde behaupten, dass sich dies zwar mit den Kochabenden erst dahin entwickelt hat – er selbst sieht das vielleicht ein wenig anders 😉 Wie dem auch sei – warum nicht das nutzen, was man hat? Also hat er sich wieder enimal in seiner Arbeit übertroffen und einen wundervollen Job gemacht. Schließlich isst das Auge ja mit – und am Aussehen konnte es auf gar keinen Fall liegen an diesem Abend. Als dann endlich alle Zutaten (mehr oder weniger perfekt) vorbereitet waren, ging es an den Zusammenbau und das Fleisch: 1 kg für 4 Personen war dann wohl doch etwas „zu üppig“ dimensioniert. Alle hatten (wieder einmal) zu kämpfen aufgrund der Menge(n) – wurde wieder nix mit etwas „weniger“… Ich werde dies wirklich versuchen konsequenter zu beachten bei meinen nächsten Kochabenden.

Als Dessert wurde dann noch einmal etwas improvisiert, was dann ganz „ansehnlich“ daher kam. Erdbeeren ersetzten die geplante Mango (die eigentlich eh nur die Erdbeeren ersetzt hätte)… Immerhin war das nur noch ein kleiner Gaumenschmeichler, der sich zwischen den Burger legen konnte.

Vielen Dank nochmal an alle für den genussvollen Kochabend und auch die wundervollen Abende davor. Ich bin super glücklich, dass es Euch allen noch genau so viel Spaß (oder mehr) macht, wie mir und ich hoffe auf die nächsten 50 Kochabende. Bis dahin heißt es erst einmal: Frohe Ostern und viel Erfolg bei der nächsten Terminfindung.

Der 49. Kochabend

„Halt’s Maul“ – ich glaube, so könnte man den Abend ganz gut zusammenfassen. Maßgebliches Thema des Abends waren die Kopf- und Bauchschmerzen, die Männer haben, wenn ihre Frauen nach Autounfällen zu Hause anrufen und sagen: „Schatz, es ist nicht schlimm – es ist nur was Kleines…“

Aber Schmerzen beiseite – es gab auch leicht verdaulichere Kost an diesem Abend. Und zwar recht Avocado-lastig (jetzt, wo unser heutiger Gastgeber den Geschmack daran gefunden hat). Avocadocreme auf Gurkenscheibe mit Garnelen war der Einstieg. Geschmacklich ein Traum, in der Zubereitung denkbar einfach. Und bekanntlicherweise soll Fisch schwimmen. Daher wurde zum Einstieg gleich mal ein Cocktail kredenz – Moscow Mule sollte es sein. 2 „Kurze“ Vodka, Ginger Beer, Limette und Eiswürfel – fertig war das flüssige Glück. Essen und Trinken machte direkt Lust auf mehr.

Und das gab es dann auch. Für meinen Geschmack in Form zu vieler Champignons, aber ok. Da musste ich durch. Bruschetta geht immer – in dieser Form hatte das auch Premiere bei uns, war aber lecker. Dazu gab es massig Avocado, geschichtet im Servierring mit Tomatenwürfel-Topping und „Grün“ für’s Auge. Die Tomatenwürfel bestanden aus 50% blanchierter, abgeschreckter, gehäuteter und (versucht) gewürfelter Tomaten (die mehr als Püree durchgingen) und 50% einfach gewürfelter Tomaten mit Struktur.

Zwischendurch hieß es dann schon mal das Dessert vorbereiten, denn das Eis möchte ja noch etwas tiefgefroren werden. Also schnell die Masse gekocht und ab in die Eismaschine. Nach dem Rühren ging’s dann zum abkühlen in den Gefrierschrank – natürlich nicht ohne entsprechend vorab reichlich zu kosten. Nebenbei war dann der Hauptgang fällig, bei dem in erster Linie die PArmesan-Bacon Kartoffeln Beachtung brauchten. Schön gespalten, paniert und elegant umwickelt, durften sie dann knapp 45 Minuten in den Backofen zum garen. Parallel dazu wurde ein Salat geputzt, gewaschen und geschnitten und mit Dressing verfeinert. Das Rinderhüftsteak wanderte mit Thermometer in den, von uns sehr geschätzten, OptiGrill und bekam dort seine Temperatur und Farbe. Trotz sehr gewissenhafter Arbeit und rechtzeitgem Entfernen aus dem Grill, war das Ergebnis leider eher etwas mehr „durch“ anstatt „medium“. Da dies aber immer ein „Spiel mit dem Feuer“ ist, wollen wir hier mal nicht päpstlicher sein als der Papst. Das Fleisch war weder vom Typ „Ledersohle“ noch sonst zäh oder änhliches. Es war zart und leicht über dem Garpunkt, aber dennoch alles super lecker. Vor allem die Kartoffelspalten wurden durch die Panade und den Bacon nicht schlechter. Etwas, das förmlich nach Wiederholung schreit.

Den finalen Gang bildete ein Affogato. Ich musste mir erst einmal erklären lassen, um was es sich dabei handelte. Und siehe da: Es handelte sich um ein Dessert aus der italienischen Küche, bestehend aus (in unserem Falle selbstgemachtem) Vanilleeis und (doppeltem) Espresso. Zuerst kommt das Eis ins Glas und wird dann mit dem Espresso übergossen (oder ertränkt). Dazu gab es noch selbstgemachte Pralinen aus geschreddertem Löffelbiskuit und dieversem (Schnaps)Aroma. Danach waren dann auch alle wieder sehr gut gesättigt und konnten das eigene Harnsteinzimmer aufsuchen um sich zu erleichtern.

Beim nächsten Kochabend handelt es sich um unser 50. Jubiläum. Ich bin sehr gespannt. Wenn alles so gut klappt wie die zugehörige Terminfindung, bin ich sehr guter Dinge, dass das was werden könnte. Bis dahin: „Halt’s Maul“!

Der 48. Kochabend

Gefühlt beim ersten Kochabend mit Schnee, wanderten wir 3 „Gast-Köche“ bei einstelligen Minusgraden zu unserem Gastgeber. Und wurden direkt mit Kartonagen von Tiefkühlware begrüßt, die wohl gerade im Angebot waren. Nach kurzen Sekunden stiller Vorfreude wurde das „Geheimnis“ aber gelüftet: Das heutige Menü befand sich auf der Rückseite und war durchaus noch winterlich/weihnachtlich angehaucht. Und anhand der Temperaturen hatte das gut gepasst.

Obwohl die Prognosen für die zeitliche Abfolge des Abends eher „schlecht“ aussahen, konnte der Zeitplan dann doch recht gut eingehalten werden. Der Abend wurde somit nicht zum „langwierigsten“ Abend mit super späten Essensausgaben. Aber eins nach dem anderen. Und die erste Aufgabe die es zu lösen galt, war das Leeren einer Bierflasche.

Der heutige Küchengruß war eigentlich eine Vorspeise. Und auch nicht wirklich für 4 sondern eher für 8-9 Personen. Aber hey, was soll’s. Wir wollten ja die ganze Zeit schon kürzer treten und die Mengen „einschränken“. Das hat bisher nicht geklappt, wieso sollten wir dann heute damit anfangen? 😉 Also ran an 5 Päckchen Räucherforelle für 4 Personen. Klein schneiden und rein in den Mixer. Dazu ein paar Gewürze sowie Sahne und alles zu einer relativ homogenen Masse pürieren. Umfüllen in eine adäquate Anzahl an Soufflé-Förmchen und ab ins Wasserbad im Backofen . Parallel dazu wurde die Apfel-Preiselbeer-Konfitüre eingekocht. Danach konnte auch schon der erste Gang kredenz werden mit einem angenehmen Riesling.

Frisch gestärkt machten wir uns dann an die Zubereitung des Hauptganges. Nachdem das eigentlich vorgesehen Kalbsstück nicht besorgt werden konnte, wurde kurzerhand auf Rinderfilet umgeswitcht – mit Sicherheit qualitativ keine Verschlechterung. Fachmännisch wurde das Fleisch mit einem mitgebrachten Wetzstahl „penetriert“ um somit Platz für die Backpflaumen zu machen, die als Füllung vorgesehen waren. Professionell eingeschnürt, wie das nur unser Bondage-Experte kann, wurde das Fleisch dann rundum kross angebraten und durfte danach dann entspannt im Backofen fertig garen.

Bevor es aber an die Hauptspeise ging, sollte noch die Schwarzwurzelcremesuppe zubereitet werden. Ein Novum für alle von uns. Der Großteil hatte bisher noch nicht einmal eine Schwarzwurzel live und in Farbe gesehen, geschweige denn wussten wir, wie diese korrekt zuzubereiten sind. Also voll und ganz auf’s Rezept verlassen und los ging’s mit der riesen Sauerei. Nachdem die geschälten Schwarzwurzeln eine Art „Gänsehaut“ entwickelten und sich verfärbten beim längeren Kontakt mit Sauerstoff, waren wir unserer Sache nicht mehr ganz so sicher. Wie dem auch sei – wir konnten Stücke für die Suppe schneiden und sogar aus einem großen Stängel mit dem Sparschäler feinste Späne hobeln, die dann kurz vor dem Servieren noch in der Friteuse zu crunchigem Beiwerk verarbeitet wurden. Abgerundet wurde die Suppe durch gekrümeleten und in Butter angebratenem Pumpernickel, sowie Kürbiskernöl (welches das eigentlich Traubenkernöl ersetzte).

Tja, und dann ging er los, der große Zwiebel-Schneide-Marathon. Gefühlt wurden für den Hauptgang 2 Säcke Schalotten geschält und in feinste Würfel geschnitten. Natürlich konnte auch dieser Kochabend genutzt werden, um Fachexpertise an die eher unerfahrene Jugend weiter zu geben. Heutiges Thema: Wie vermeide ich, dass meine Augen tränen und brennen, wenn ich Zwiebeln schneide? Ich finde, ich konnte es wissenschaftlich untermauern, dass meine Vorgehensweise durchaus eine Berechtigung hat. Die Zwiebeln wurden einerseits genutzt für die Brezenknödel, als auch für die Sauce mit Lebkuchengewürz – letzteres hätte nicht jeder gebraucht am Abend. Es wurde sogar eine gewisse „Angst“ mit dem Verzehr dieser verbunden (und auch der Backpflaumen). Total überbewertet, wie sich herausstellte. Denn es war echt ganz lecker.

Das Dessert war, zurückblickend, ein einziges großes Experiment, mit nicht ganz soooo geplantem Ausgang. Der Grieß war einfach super schwer einzuschätzen, hinsichtlich der perfekten Konsistenz, die Rosinen waren ertränkt im Rum, der dann separat vernichtet wurde (der überschüssige) und bei den Blätterteigstangen ließ die „Liebe“ beim Verarbeiten etwas zu wünschen übrig. Es mag der Zeit geschuldet gewesen sein, aber unser eigentlich immer auf Genauigkeit bedachte Mitkoch hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Muße, sich der Detailtreue der anderen Köche anzupassen. So wurde das Desser zum Teil einfach „hingerotzt“ und auf’s Backblech geklatscht. Dies sorgte kurzzeitig zu einigen Meinungsverschiedenheiten und Überlegungen des Ausschlusses aus der Gruppe, aufgrund von deutlich aufgezeigter Lustlosigkeit. Zu allem Überfluss hat sich die Dessert-Suppe aufgrund von unterschätzten Temperaturgegebenheiten noch im Innenhof verteilt und war dann von der Menge her seeeeeeehr überschaubar. Und dennoch – es reichte immer noch von der Menge.

Aber wie so oft, konnten die Wogen am Ende des Abends dennoch geglättet werden und wir machten uns wohl genährt wieder auf den übelst kalten Heimweg.

Der 47. Kochabend

Aufgrund technischer Probleme kommen die Einträge für diesen Kochabend leider etwas zeitversetzt. Daher gebe ich kein Gewähr auf die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Angaben zu diesem Abend. Immerhin liegen schon 3 Wochen zwischen Kochabend und Blogeintrag. Da kann man schon mal das ein oder andere vergessen

Was ich nicht vergesse ist, dass es dieses Mal wieder ein 5-Gänge-Menü war mit einem winterlichen Apetizer in Form eines Weihnachtscocktails. HIerzu wurde vorab schon Birnensaft mit Zimtstangen eingekocht/eingelegt und später zum Gin gegeben. Eyecatcher war der Birnen-Weihnachtsbaum am Glas, der fachmännisch ausgestochen wurde. Daran könnte man sich durchaus gewöhnen.

Danach wurde dieses Mal alles „just in time“ zubereitet – sprich: jeder Gang für sich und nacheinander, wie es das Menü vorgibt. Und direkt beim Gruß aus der Küche war unser Fachgebiet gefragt: Würfeln von Zutaten. Und dafür haben wir einen ganz eigenen Profi in unseren Reihen. Und der Kollege legte wieder los wie die Feuerwehr. Und er wurde auch dieses Mal nicht müde zu betonen, wie akurat doch die Würfel von ihm geschnitten wurden. Und dass es wohl kaum jemanden auf der Welt gibt, der das annähernd so gut kann wie er… Tja was soll ich sagen: Irgendwo hat er ein klitze-kleines bisschen Recht 🙂 Danach war es eine ganz normalee Schicht-Geschichte. Alles portionsweise ins Glas, schön anrichten und dann ab in die Kiemen.

Auch bei der Suppen-Vorspeise war wieder würfeln angesagt. Dann einfach eine Suppe gekocht aus den Pastinaken und Kartoffeln, pürieren und mit Sahne und Gewürzen abschmecken. Steif geschlagene Sahne unterheben um für den besonderen Kick zu sorgen. Für die Croutons wurden Birnen gewürfelt und karamelisiert, danach mit Schnittlauch auf die Teller verteilt. Ein herrliches Gedicht für kalte Tage.

Kommen wir zum Hauptdarsteller des Abends – das Rinderfilet. Das wanderte recht zeitnah mit Termometer, Thymian und Knoblauch in den Backofen zum Rückwärtsgaren. Parallel wurde das Selleriepüree gekocht, gerührt und abgeschmeckt sowie die Rotwein-Schalotten und die Sauce zubereitet. Die Speck-Bohnen-Päckchen wurden wieder einmal fachmännisch zusammengezimmert und mit Liebe in der Pfanne angebrutzelt. Gut, zwischendurch gab’s mal wieder einen Schnaps – das Level will ja gehalten werden. Kurz vorm Anrichten durften die Filets dann aus dem Backofen und noch kurz von beiden Seiten in der aufgeheizten Pfanne angebraten werden. Mit einer wirklich schönen Farbe wurden die Rinderfilets dann mit den Beilagen angerichtet – und das Fleisch war wirklich butterzart.

Dann gab es, neben einiger kleiner Aggressivitäten, auch noch ein Glühwein-Dessert. Wie beim Gruß handelte es sich um eine Schicht-Geschichte mit Mascarpone und Glühweinkirschen. Diese rundeten den gelungenen Abend ab verabschiedete alle Teilnehmer ins Bett.

An dieser Stelle bleibt mir auch dieses Jahr nichts weiter, als mich bei Euch allen für die wundervollen und leckeren Abende zu bedanken. Ich bereue nach wie vor nicht, dieses Projekt ins Leben gerufen zu haben. Und es freut mich, dass alle (noch) mit so viel Freude und Engagement dabei sind. Auch wenn sich manche bei steigendem Alkoholpegel manchmal scheinbar nicht ganz im Griff zu haben scheinen, ist die Runde dennoch wirklich super – auch durch unsere Ergänzung – und es ist mir im wahrsten Sinne des Wortes jedes Mal ein Genuss mit Euch zu kochen. Ich hoffe, wir können das noch möglichst lange in dieser Konstellation durchführen.

Ich wünsche Euch allen, und Euren Familien, ein besinnliches Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auf viele weitere kulinarische Highlights in 2024! Macht’s gut.

Der 46. Kochabend

Nach langer Pause konnte nun endlich der, doch nicht mehr ganz so herbstliche, Kochabend im November stattfinden. Wir sind ja froh, wenn wir überhaupt noch Termine finden… Außer dass Teile des Menüs wegen Saisonalität nicht mehr wie geplant gemacht werden konnten, stand das Menü noch wie veranschlagt. Ach ja und der neue Wein, der besorgt wurde, war dann doch nicht mehr ganz so neu…

Egal. Hauptsache lecker. Und das war es auch wieder – und reichlich (wen wundert das noch?!?). Den Anfang machten dieses Mal die Teigbonbons – eine Art „Frühlingsrolle“ als Gutsel. Hierzu wurde wieder fleißig gewürfelt – und wie. Ich kann es Euch gar nicht sagen. Hätte man einen Messschieber genommen, man hätte ausnahmslos identische Würfelgrößen nachmessen können. Phänomenal ist an dieser Stelle definitiv untertrieben. Nach dem auseinanderfummeln der Teigblätter, wurden diese doppelt gelegt und gefüllt. Handwerklich ein Gedicht – auch wie filigran die Gutsle geformt wurden. Bestreut mit exakt und millimetergenauen Lauchzwiebeln und etwas gehäkseltem Rucola konnte der Gruß mit einem Maracuja-Secco gereicht werden.

Als Vorspeise kam dieses Mal ein jüdisch-amerikanischer Klassiker aus New York in Pfälzer Gewand daher – ein Reuben Sandwich. Anstatt Rinderbrust gab es Saumagen-Aufschnitt, Emmentaler wurde durch Gruyère ersetz und das Russische Dressing getauscht mit selbstgemachter Majoranmayonnaise. Zwischen gerösteten Roggenbrotscheiben wurde das Sandwich angerichtet und mit einer Tomate aufgespießt. Danach hätte man fast schon einen Verdauungsschnaps gebraucht – den sich auch einige von uns genehmigten.

Dann ging der Spot an für den „Star“ des heutigen Abends – das Schweinefilet im Teigmantel. Dieses wurde von allen Seiten scharf angebraten und dann (ursprünglich mit Kalbsbrät) mit Fleischkäsebrät zusammen mit geschnippeltem Gemüse (über die exakten und gleichmäßigen Maßen muss ich mich hier nicht nochmal auslassen, aber es war unfassbar homogen). Eingewickelt ging es dann zum Garen in den Backofen. Parallel dazu wurde erstmals von uns ein Wirsing bearbeitet und die Sahne-Kartoffeln zubereitet. Zeitgleich war alles gar und konnte zu halbwegs humanen Zeiten verzehrt werden. Diverse Rückmeldungen ließen darauf schließen, dass die Mengen wieder mehr als ausreichend waren.

Das herbstliche Schicht-Dessert aus karamellisierten Äpfeln, Walnüssen und Quark (mit Ricotta) war dann nur noch Formsache. Hätte vom Prinzip her nicht mehr sein müssen – war aber lecker und rundete den Abend ab. Rückblickend war dies einer der wenigen Abenden, bei denen nicht noch extra eine Weinbegleitung zum Dessert benötigt wurde. Klingt komisch – is aber so. Ich bin gespannt, ob der angepeilte Dezember-Termin noch gehalten werden kann. Ich würde mich freuen. Bis dann!

Der 45. Kochabend

Bei bestem Spätsommer-Wetter wurden wir auf der Dachterrasse unseres Gastgebers begrüßt. Beim Genießen der letzten Sonnenstrahlen des Tages ist uns direkt aufgefallen, dass der Gasgrill schon „parat“ stand. Und als uns das Menü dann schließlich „eröffnet“ wurde, gab es (endlich mal wieder 😉 – ich kann nur für mich sprechen) Grund zur Freude! Viel Fleisch und viel Bacon – was will man(n) mehr?!? Insbesondere das Hauptmenü versprach ein echtes Highlight zu werden.

Und mit letzterem wurde auch direkt gestartet. Das zugegebenermaßen nicht ganz kleine Stück Schweinenacken wurde „fachmännisch“ in Stücke geschnitten, mit Senf bepinselt und in Trockenmarinade „eingelegt“. Sobald dies erledigt war, durfte das Fleisch noch etwas ruhen um die Marinade aufzunehmen.

Zeit für uns, die Bacon Cups zu machen. Schön nach Anleitung wurden die Bacon-Streifen 1A geschnitten und bereitgelegt. Warum auch immer wurde hier bereits schon mit leeren Bierflaschen um sich geworfen – ein vermeintlicher „Protest“, da es an diesem Abend nur Cocktails geben sollte… Ein extra hierfür besorgtes Mini-Muffin-Blech wurde leicht mit Öl eingepinselt und die Bacon-Streifen darauf und darum gelegt um die Cup-Formen zu erhalten. Das sah vor dem Gang in den Backofen auch richtig gut aus. Im Ofen an sich sind die Cups dann größtenteils „hochgesprungen“ und haben die perfekte-Cup-Form am Schluss dann vermissen lassen. Uns egal – wir haben die parallel angerührte Frischkäse-Creme dennoch „reingequält“, mit je einer angebratenen Garnele garniert und ein super leckeres Ergebnis erhalten. War es somit perfekt? Nein noch nicht. Es fehlte noch der Eye-Catcher. Und das war in dem Fall: Kresse. Diese hatte ich kurzerhand im Kühlschrank gesehen und für adäquat passend befunden um diesen Gang optisch abzurunden. Es war ein Gedicht.

Zur Vorspeise gab es einen Bauernsalat mit Gemüse und Feta. Dazu gereicht wurde selbstgemachtes Knoblauch-Baguette und Lammlachse. Das hieß: Zum ersten Mal den Grill anschmeißen! Lammlachse kurz von beiden Seiten kräftig anbraten und dann kurz bis zur gewünschten Kerntemperatur ziehen lassen. Zum Ende hin die Baguettes dazulegen und kross anbraten. Auch hier mit Kresse das Fleisch bestreut und fertig war der 2. Gang des Abends.

Recht früh am Abend wurde dann auch schon das Schichtfleisch im Dutch Oven angerichtet. Hierzu den Boden, die Seiten und die Oberseite schön mit Speck auslegen, dazwischen Fleischscheiben, Paprika, Zwiebeln und Kartoffeln schichten. Zum Schluss gab es noch eine Tube BBQ-Soße für den Geschmack und zur Verhinderung, dass das ganze Gelump im Dutch Oven anbrennt/anhängt. Das hat ja dann auch suuuuuuper funktioniert, so wie wir das nach dem Verzehr festgestellt haben… Notiz an uns: Lieber beim nächsten Mal n bissl mehr Flüssigkeit rein machen – dann fällt die Reinigung auch einfacher! Aber zurück zum eigentlichen Thema: Schichtfleisch schön in Bacon gepackt und auf den Grill gestellt. Ca. 3 Stunden später war es ein Hochgenuss für alle Geschmacksknospen. Das Fleisch war wirklich super zart und alles echt lecker. N bissl Schade war wieder, dass wir schon so „gesättigt“ waren – aber man muss sich ja auch manchmal quälen. Das hier war so einer dieser Fälle. Das Baguette dazu war auch nur Deko 😀 und hätte es nicht zwingend gebraucht. Ein herrlicher Gang für solch einen lauen Sommerabend.

Beim Dessert, der Mozartcreme, stellten sich mir persönlich erst einmal die Haare (als nicht-Marzipan-Fan). Aber wie sich im Nachgang herausstellte – völlig zu unrecht. Und daher mag ich diese Kochabende so sehr. Man lernt wieder neue Geschmäcker und Zutaten kennen, die man vermeintlich gar nicht mag. Es war ein runder Abschluss des Abends – was sicherlich auch daran lag, dass jeder Gang am Abend durch einen eigenen Cocktail begleitet wurde. Kann man so machen! Besten Dank für diesen tollen Abend und im Oktober geht’s wieder weiter.

Der 44. Kochabend

Heute fand ein „historischer“ Abend statt in unserer Kochrunde. Unser „jüngstes“ Mitglied der Runde (nicht alterstechnisch 😉 ) kochte für uns Gerichte aus seiner Kindheit. Und nicht nur das: er kochte auch Gerichte aus der Deutschen Demokratischen Republik die vielen von uns so nicht bekannt waren. Wir haben sozusagen wieder ein bisschen zur Völkerverständigung beigetragen.

Auf dem ausgelegten Menü wurden wir von keinem geringeren als dem deutschen kommunistischen Politiker Erich Ernst Paul Honecker begrüßt (der witzigerweise in Neunkirchen im Saarland geboren wurde). Um hier geschichtlich auch noch etwas beizusteuern:
„… Honecker war ab 1931 hauptamtlicher Funktionär der KPD. 1935 wegen Widerstands gegen den Nationalsozialismus zu zehn Jahren Haft verurteilt, war er nach der Befreiung vom Nationalsozialismus 1946 Mitbegründer der Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ). Er war 1961 als Sekretär für Sicherheitsfragen des ZK der SED und Sekretär des Nationalen Verteidigungsrates der DDR (NVR) maßgeblicher Organisator des Baus der Berliner Mauer und trug in diesen Funktionen den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze mit. Als einer seiner größten Erfolge gilt die Anerkennung der DDR als Vollmitglied der UNO 1973…“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Honecker)

In alten Erinnerungen schwelgend starteten wir in den DDR-Mottoabend mit einem Kristallweizen (aus einer lokalen Brauerei) à la Berliner Weisse. Dieser wurde zum einen mit Himbeer-, zum anderen mit Waldmeister-Sirup verfeinert und hatte optisch dann etwas von einem Likörchen in einem Martiniglas. Etwas gewöhnungsbedürftig und doch schon recht süffig – aber nach 3 Gläsern war die Richtung des Abends schon vorgegeben. Gefühlt kochten plötzlich ein eingefleischter DDR-Junge, ein Willi-trinkender Allesesser, ein Geschmacksverirrter und ein grobmotorischer Butter-Schläger das Menü des Abends – das konnte ja nur gut werden.

Den Start machten die Dalmatinischen Tomaten. Und nein, sie hatten weder mit den Hunden (weil die diese besonders gerne essen würden) noch mit der Region Dalmatien in Kroatien zu tun (wenngleich letzteres dem ein oder anderen womöglich in die Karten gespielt hätte – das ist aber auch nur Spekulatius). Es handelte sich „lediglich“ um ausgehölte, mit Zitronensaft beträufelte Tomaten, die mit einer Ei, Sardellenfillets, Sahne und Senf-Crème gefüllt waren. Angerichtet wurde der Teller noch mit aufgeschnittenen gekochten Eiern und halbierten Oliven.

Ab zum nächsten Gang: Soljanka. Wie uns unser Gastgeber aufgeklärt hatte: ein gängiges Reste-Essen. Wenngleich der „Geschmacksverirrte“ einen Großteil der Zutaten in der Regel verschmäht war das Ergebnis doch recht lecker. Zu dem ausgelassenen Speck im Topf gesellten sich verschiedene Würstchen-Scheiben, Gurken und einiges an Kalbs- und Rinderfond. Gut gewürzt kam der Eintopf dann in die Teller und wurde genüsslich weg-geschlemmt.

Zur großen Überraschung (Ironie!) war das hiesige Menü nicht ganz so umfangreich und „kompliziert“ wie das letzte unseres Gastgebers. Das wurde zu Beginn aber auch klar kommuniziert, sodass sich alle auf einen (zeitlich gesehen) normalen Abend einstellen konnten. So gab es das Hauptgericht auch „schon“ um 22:45 Uhr – was so gesehen „ganz ok“ war. Hier wurden klassisch Königsberger Klopse mit Reis gereicht. Fachmännisch gerollt ein richtiger Leckerbissen. Wobei ich hier sagen muss: Ohne die akurat, auf den Mikrometer genau geschnittenen Zwiebeln, wäre die Struktur der Klopse eine ganz andere gewesen und hätte, wenn überhaupt, nur halb so lecker geschmeckt – ganz zu schweigen von der Konsistenz am Gaumen… Naja egal. Außer der Zwiebel kam dann noch in Milch eingeweichtes Brötchen, Hackfleisch, Gewürze und Kapern in die Masse. Gekocht wurden die Klopse zuerst in einem Sud aus Wasser mit ein wenig Gewürzen. Anschließend wurden sie dann noch in der, ich nenne sie mal liebevoll „Klopse-Soße“ fertig gegart. Letztere bestand grundlegend aus einer Mehlschwitze die mit dem Klopse-Sud abgelöscht wurde und mit Kapern und Zitronensaft abgeschmeckt wurde. Der Reis köchelte nebenbei und wurde auf dem Teller zu einer formschönen Halbkugel angerichtet. 2 Klopse für jeden reichten aus (mit mehr kommen die meisten eh nicht klar 😛 ) sodass keiner hungrig nach Hause ging.

Den Abschluss machte, optisch gesehen, ein eher „spezielles“ Gericht. Wie will ich es denn am besten, und ohne die Gefühle von jemandem zu verletzten, beschreiben? Man könnte es sich wie ein inkontinentes Schlumpf-Burger-Patty vorstellen, welches im eigenen Saft steht. Spaß beiseite: Der Waldmeisterschaum wurde mit Sirup, Wasser und Gelatine als Grundbasis hergestellt. Eigentlich sollte aufgeschlagene Sahne und Eischnee zur Masse kommen. Allerdings hat es unser Sahne-Schläger etwas zu gut gemeint (er war gedanklich sicherlich schon wieder bei Klopsen von jemand anderem unterwegs) und hatte somit aus der Sahne einwandfreie, streichzarte Butter gerührt. Was jedoch nicht die Aufgabenstellung war. Folgerichtig musste besagte Person den Heimweg antreten und Sahne-Nachschub besorgen, welcher dann in der Folge zur schönsten, niemals erreichten und hervorragend fluffigen Sahne aufgeschlagen wurde. Alleine deshalb (ok und vielleicht mit dem Eischnee und dem Zucker…) entstand eine flauschige Mouse, die dann in 6 Auflaufförmchen gefüllt und kalt gestellt wurde. Die eigens hergestellte Vanillesoße war zwar in letzter Konsequenz etwas flüssig, was dem Ganzen jedoch geschmacklich in keinster Weise schadete. Etwas mehr Kühlzeit wäre wohl nicht verkehrt gewesen, aber gegen ein Dessert um 23:45 Uhr anstatt um ~2:00 Uhr hatte auch niemand etwas einzuwenden.

Vielen Dank für diese kulinarische Reise in eine „frühere Zeit“, die die meisten von uns so nicht kannten. Dafür sind solche Abende jedoch auch gedacht – jeder soll ganz eigene und neue Eindrücke mitnehmen und auch Sachen kennenlernen, die man eben nicht kennt. Weiterer positiver Nebeneffekt des Abends war die frühe und unkomplizierte Terminfindung des nächsten Kochabends. Besten Dank hierfür. Allen ein schönes erholsames Wochenende und schöne Urlaube.