Der 70. Kochabend

Motto des Abends: Schlachtfest

Siebzigste Runde, gleiche Regeln: Männer, Messer, Meckereien und ein Menü, das keine Kompromisse kennt. Thema des Abends war Schlachtfest — roh, ehrlich und ohne Zuckerguss. Wer bei so einem Thema zart besaitet auftaucht, hat den Ernst der Lage nicht verstanden.

Das Menü

  • Gruß aus der Küche — Kleine Mettigel mit frischem Brot
  • Vorspeise — Kesselfleisch mit Innereien; Zwiebelsalat als Beilage
  • Hauptspeise — Rinderleber mit Bratkartoffeln
  • Nachspeise — Arme Ritter auf Vanillesoße und Apfelkompott

Jeder Gang war durchdacht, rustikal und genau so, wie man sich ein echtes Schlachtfest vorstellt: keine Spielereien, nur Geschmack und Substanz.

Der Abend im Detail

Der Auftakt mit den Mettigeln war ein Statement: handwerklich, salzig, perfekt zum Brot. Das Kesselfleisch folgte mit einer Portion Mut — Innereien, die nicht für Feiglinge sind, begleitet von einem Zwiebelsalat, der jedem noch einmal klar machte, dass hier nicht gezuckert wird. Die Rinderleber kam saftig und kräftig, die Bratkartoffeln knusprig; wer Leber nicht mag, hat an diesem Abend Pech gehabt. Zum Abschluss die süße Versöhnung: Arme Ritter auf Vanillesoße mit Apfelkompott — altmodisch, aber genau richtig.

Die Person, die kämpfte

Vier Personen, und eine davon hat sich durch einige Gänge gequält — ausgerechnet die Person, die das Männerkochen ursprünglich initiiert hatte. Ironie des Abends? Absolut. Man kann ja verstehen, dass Innereien oder Leber polarisieren, aber wer so ein Menü empfiehlt, sollte wenigstens den Anstand haben, etwas Raum für Rückzieher zuzulassen. Stattdessen gab es theatralische Blicke, halbherzige Bissen und Kommentare, die eher nach Ausrede als nach Kritik klangen. Die 3 „Allesfresser“ haben das mit stoischer Gelassenheit ertragen und weitergegessen — schließlich war das Menü kein Vorschlag, sondern ein Auftrag.

Später: Cocktails und Dart

Als die Teller leer waren, wurde die Stimmung flüssiger: Moscow Mule, Captain Cola und Bacardi Cola sorgten dafür, dass die Diskussionen über Innereien in Vergessenheit gerieten. Dart wurde ausgepackt, Pfeile flogen und die üblichen Wetten über Treffer und Ehre wurden abgeschlossen. Wer beim Essen gezögert hatte, war beim Dart wieder voll dabei — und konnte sogar die letzte der Runden für sich entscheiden.

Fazit

Ein Schlachtfest, wie es sein muss: handfest, ehrlich und mit Charakter. Das Menü war ein Volltreffer; die einzige Schwäche des Abends war die Person, die das Ganze nicht genießen konnte und dann auch noch demonstrativ gelitten hat. Das hat dem Abend zwar eine leicht gereizte Note gegeben, aber auch für Gesprächsstoff gesorgt — und am Ende zählt, dass Teller zumeist leer und Gläser meist gut gefüllt waren. Essen, Trinken, Pfeile — Mission erfüllt.

Wollen wir beim 71. Männerkochabend wieder so kompromisslos werden oder lieber etwas, das weniger Diskussionen provoziert? Ich bin gespannt.