Der 15. Kochabend

… oder sollte ich besser schreiben: cook evening? Eine Premiere jagt bei uns die nächste – auch an diesem Kochabend hatten wir ein Novum zu vermelden: unsere erster Kochabend an einem Samstag! Und was kann ich sagen: der Tag ändert nichts an unseren kulinarischen Events. Das Essen wird nicht weniger – eher mehr! Dazu passte auch die morgendliche Ankündigung unseres Gastgebers, der uns schriftlich mitteilte: „Esst nicht zu viel – Ich erwarte Euch hungrig“! Und da kommt auch schon eine weitere Premiere dazu, auf die ich so in der Form gerne verzichtet hätte: Unser erstes Menü, bei dem wir den Nachtisch nicht mehr zubereitet haben. Aber eins nach dem anderen…

Samstagabend und wir fanden uns bei unserem „Themen-Koch“ zum gemeinsamen Kochen ein. Auch an diesem Tag blieb er seiner Linie treu und verkündete uns das Thema des heutigen Kochabends anhand der ausgelegnte Speisekarte – diese könnte exakt in dieser Form in US-amerikanischen Dinern ausliegen. Zur Freude des lokalen Metzgers wurden hierzu auch 1 kg Speck und anständig Rippchen besorgt.

Los ging es jedoch mit dem Bacon Jam – Speckmarmelade, die ich persönlich auch noch nie gegessen hatte. Das ist vermutlich auch gut so, dass mir diese nicht schon früher bekannt war, denn ein Leichtgewicht in Kalorien war dies beim besten Willen nicht. Aber da diese so lecker schmeckte, hätte ich sicher schon einige Gramm davon in meinem Leben verspeist, wäre dies bekannt gewesen – sicherlich zum Nachteil meiner Figur. Aber über Gewicht und Ernährung sollte man sich an diesem Abend generell keine Gedanken machen. Ich fühlte mich an Dokumentationen aus Amerika erinnert, bei denen es „Heart-Attack-Burger inklusive Bypass-Garantie“ gibt… Auf geröstetem Brot in geringen Mengen jedoch ein Gedicht. Passend zur immer noch anhaltenden Situation gab es mit Corona wieder einmal das zeitgemäßeste Getränk überhaupt.

Für unsere „vermeintlich kleinen“ Vorspeise-Burger entschieden wir uns, die Buns eigenständig herzustellen, was meiner Meinung nach immer eine gute Idee ist. Dies sollte im Nachgang jedoch zweigeteilt zu betrachten sein, denn da wir aus der Teigmenge 4 Buns hergestellt hatten wurde daraus ein durchaus ansehnlicher Burger, welcher sich als Hauptspeise nicht verstecken müsste. Schön gebräunt wurde dieser mit der Hackfleisch-Soße belegt und zusammen mit den Schinken-Zwiebelringen serviert. Da immer noch von der leckeren Speck-Marmelade übrig war, ließ sich diese hervorragend hierzu kombinieren.

Da die Hauptspeise etwas zeitaufwendiger war, hat unser Gastgeber bereits am Nachmittag den Grill angeschmissen und die Rippchen in entsprechend vorgesehenem Gestell zusammen mit Räucherchips gesmoked. So hatten wir für diesen Teil lediglich die erfreuliche Aufgabe das Grillgut zu begutachten und zu beschnuppern, sodass einem bereits bei der Ankunft das Wasser im Mund zusammenlief. Zu tun gab es dann aber doch noch ein bissl was. Wedges vorbereiten und den Cole Slaw zubereiten – gefühlt wurden an diesem Abend an die 10 Zwiebeln geschnitten – und äquivalent viele Knoblauchzehen.

Der Hauptgang schmeckte hervorragend und war sicherlich einer der besten – allerdings waren die 1,5 Kamm Rippchen pro Person vielleicht minimal überdimensionert, in Anbetracht der Tatsache, dass wir nur die Hälfte eines Kamms schafften (mit einer Ausnahme) blieb noch genug übrig für den kommenden Tag. Und zum Leidwesen aller anwesenden wurde traurigerweise entschieden das Desser für den heutigen Abend ausfallen zu lassen, da es einfach nicht mehr ging und mit Genießen nichts mehr zu tun gehabt hätte. Die Frage ist, ob das Desser dann noch nachgeholt wird oder einfach ausfällt?

Das wäre doch mal eine gute Gelegenheit um eine Umfrage unter meinen Mitköchen zu starten, wie hierzu die allgemeine Tendenzen gelagert sind. Zum Zeitpunkt dieses Blog-Beitrages ist für die kommende Woche jedoch bereits der nächste Kochabend avisiert – von daher habe ich wenig Hoffnung, die Nachspeise jemals testen zu können 🙁

Der 14. Kochabend

Und wieder einmal stand eine Premiere an: das erste vollständige Grillmenü erwartete uns bei herrlichstem Wetter (ich verstehe bis heute noch nicht, weshalb ausgerechnet ich als einziger lange Hosen an hatte…). Heißt: Jeder einzelne Gang wurde auf dem Grill zubereitet und auch die Vorarbeiten fanden „outdoor“ statt – coole Sache.

Empfangen wurden wir von unserem Gastgeber mit einem etwas anderen Rosé – der recht erfrischend schmeckte bei den Temperaturen. Überraschenderweise gab es relativ wenig zu tun für alle Beteiligte, da die Menüauswahl zwar gewieft war, die Umsetzung jedoch recht unkompliziert war – ein Trend, den wir generell an den letzten Abenden bemerkt hatten: gefühlt gibt es weniger zu tun an solch einem Abend als zu Beginn (den ein oder anderen mag das freuen :-P).

Wie so oft begannen wir mit Vorbereitungsarbeiten für den Hauptgang (ausnahmsweise mal nicht mit dem Dessert) – schnell eine lecker Sour Creme angerührt und ab in den Outdoor-Kühlschrank. Und schon wurde der Gruß aus der Küche vorbereitet – super simpel, aber auch super lecker: Gegrillte Peperoni mit anständig Knoblauch, dazu etwas geröstetes Baguette vom Grill. Da sag ich nicht Nein!

Auch das Auberginen-Antipasti war fix zubereitet. Gemüse schnippeln und einfach alles in die Aluschale und auf den Grill. Dann hieß es nur noch warten (und trinken) und schwupps, war auch die Vorspeise schon verzehrfertig.

Wenigstens beim Hauptgang hieß es dann: „Ärmel hochkrempeln“ und an die Brettchen – es galt eine leckere Nektarinen-Salsa zusammen zu stellen. Auch hier wurden die einzelnen Zutaten mit Liebe zum Detail geschnitten und zusammen gemengt. Fleisch und Kartoffeln kamen in den vorgeheizten Grill und ihnen wurde schön eingeheizt. Die Kartoffeln wurden anschließend ausgepackt, aufgeschnitten und mit der Sour Cream befüllt. Alles auf dem Teller anrichten und genießen – ein richtiges Sommeressen (zum Glück gab es reichlich von der Sour Cream und dem Salsa, sodass man sich den ein oder anderen Nachschlag genehmigen konnte)!

Die Nachspeise kam dieses Mal auch vom Grill – und überraschte durch ausgefeilten Geschmack. Gut, gegen die Schokolade hatte sowieso niemand etwas einzuwenden. Und es waren ja auch nur leckere Zutaten mit dabei. Die Banane kurz „frisiert“ (den oberen Teil abgeschält und mit einem Zahnstocher fixiert) und unten „begradigt“, sodass sie auf dem Grill stehen bleibt. Dann gab es jeweils einen Schnitt in der Mitte mit chirurgischer Präzision um diesen dann mit den Kinderriegeln zu füllen. 10 – 15 Minuten auf den Grill (möglichst bei indirekter Hitze habe ich gerade im Rezept gelesen…), vom „Feuer“ nehmen und mit Erdbeerscheibchen den Schoko-Schlitz garnieren. Und was soll man sagen – richtig leckere Sache.

Abgesehen davon, dass sich einige „verfrüht“ von der Party verabschiedet hatten, hat sich die Runde ungewohnterweise recht früh aufgelöst, was schade war. Aber wenn Nachbarn eine Konkurrenz-Party feiern und der Alkohol dort vermeintlich „besser“ ist, werden halt manche schwach (obwohl die Abschleppstange schon frühzeitig am Abend organisiert wurde…). Nichtsdestotrotz war alles lecker wie so oft – und ich glaube wir haben noch nie so früh gegessen (Hauptspeise gegen 21 Uhr?!?).

Der 13. Kochabend

Kochabend Nummer zwei nach Corona – bestach vor allem mal wieder durch schlechtes Zeitmanagement 🙂 Nicht nur, dass ein Teilnehmer deutlich verspätet eintraf (und nein, es war nicht derjenige, von dem man es am ehesten gedacht hätte… :-P), auch die Zubereitungsphasen waren eher chaotisch abgestimmt, wenn man denn überhaupt von Abstimmung sprechen kann. Ich sage nur: Den Hauptgang gab es frühestens gegen 23:15 Uhr… – das sagt alles.

Aber von vorne: Gut gelaunt und bei bestem Wetter fanden wir uns alle wieder bei mir zum Einläuten der 4. Kochrunde ein. Wie so oft war der Tisch mit viel liebe dekoriert worden und es fand sich darauf ein bunt durchgewürfeltes Menü. Gestartet wurde, nach einem kühlenden Kellerbier, erst einmal mit einem Pfirsé, den der Hausherr beim Aufräumen der Garage noch gefunden hatte. Dieser bestach nicht unbedingt durch den allerbesten Geschmack – hörte sich aber ganz nett an (Apfel-Secco…). Farbe und Geschmack erinnerten tatsächlich auch an Pfirsich.

Zur Zubereitungsreihenfolge der Gänge ließ sich wie so oft festhalten: Erst der Gruß aus der Küche, dann das Dessert vorbereiten, da dieses wie so oft in die Kühlung musste und dann alles andere. Also los mit der Mascarponemousse und dem Selleriesalat. Das Gemüse war schnell geputzt, die Creme einfach über heißem Wasserbad angerührt (wegen der Gelatine) und in einen Spritzbeutel gefüllt. Stellte sich die Frage: Wie kann der Tiroler Schinken sinnvoll gerollt werden, damit er 1) die richtige Größe hat und 2) auch in dieser Form bestehen bleibt… Und die Lösung war so simpel wie genial: Das Kinderspielzeug-Nudelholz erwies sich hier als Mittel der Wahl. Ein bisschen Frischhaltefolie drum herum gewickelt und ab gingen die Schinkenröllchen. Mit ein wenig Kraft wurde der Schinken straff darum gewickelt und blieb stehen wie eine Eins. Alles für 30 Minuten in den Kühlschrank gestellt und dann zusammen angerichtet. Ach und das selbstgemachte Kräuteröl bestand aus +-15-20 Kräutern (ich war mir nicht bei allem sicher, ob es sich wirklich um [essbare] Kräuter handelte….).Dieses hatte ich jedoch aus Zeitgründen schon separat vorbereitet gehabt.

Dann kam fast schon wieder der wichtigste Gang – die Nachspeise. Dieses mal wieder klassisch – Crème Brûlée. Auch das ist in der Zubereitung denkbar einfach. Milch und Sahne bis vor dem Kochen erhitzen, auskühlen lassen und nebenbei die Eier trennen (und ja, Trennen der Eier bedeutet tatsächlich, dass man nicht einfach das Ei aufklopft und in Gänze in das Schälchen flutschen lässt… Grüße hier an Kollegen B, der vor lauter Erzählen hier wohl gedanklich etwas abwegig unterwegs war…), das Eigelb mit dem Vanillinzucker und dem Zucker schaumig schlagen und die leicht abgekühlte Milch-Sahne Masse unterrühren. Möglichst ohne Schaum in Förmchen füllen, kühl stellen, warten und später mit Zucker bestreuen, flambieren, karamellisieren und genießen!

Kommen wir zum Hauptdarsteller – dem Kalbsfilet im Pergament. Oder war es vielleicht doch der Baumkuchen? Man weiß es nicht. Das Kalb wurde in 4 gleich große Stücke zerteilt, mit Senf bestrichen und in den Kräutern gewälzt. Ein wenig Öl auf das Pergament geben und das Fleisch darauf setzen und so einpacken, dass nichts herauskommen kann. Optisch schön mit Küchengarn verschließen und für eine gute Stunde in den 80°C vorgeheizten Ofen. Zur besseren Kontrolle der Temperatur empfiehlt sich ein Thermometer – ich habe die Kerntemperatur auf 58°C eingestellt. Parallel wurde der Kartoffelbaumkuchen gebacken. Zuerst die Masse zusammen rühren und dann, klassisch wie bei jedem Baumkuchen schichtweise backen, bis eine braune Farbe entstanden ist und dann die nächste Schicht auftragen. Das Gemüse stelle keinen vor große Probleme. Alles waschen, putzen, schneiden und zusammen anbraten und etwas garen. Die Soße musste auch nur eine ganze Weile einreduzieren und ratz-fatz konnte gegen 23:15 (oder vielleicht auch etwas später) der Hauptgang serviert werden. Das Kalbsfilet war durchweg rosa und butter zart. Auch der Baumkuchen überzeugte alle Beteiligten, wenn ich das richtig gedeutet hatte.

Zum großen Finale wurden um 00:30 Uhr die Dessert-Förmchen hübsch auf den Schieferplatten angerichtet, mit braunem Zucker bestreut und spektakulär mit dem Bunsenbrenner flambiert. Auch hier wieder ein gelungener und leckerer Abschluss eines gelungenen Abends, bei dem hoffentlich jeder satt geworden ist. Der Termin für den nächsten Kochabend ist auch schon und wie ich hörte, das Menü auch schon. Das sind immerhin gute Nachrichten – ich freue mich!

La 12a serata di cucina

Kochabend eins nach Corona. Wir wurden nach Italien entführt und wieder einmal mit einem internationalen Menü beglückt, welches sich durchaus sehen lassen konnte. Wir hatten, mal wieder, mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, ließen uns davon jedoch nicht unterkriegen. Notiz an den Gastgeber: Eine Flasche Martini scheint nicht ausreichend zu sein…

Bei schönstem Sommerwetter, tagsüber hatte es 30°C, trafen wir uns bei unserem Gastgeber auf der Terrasse und bekamen musikalisch untermalt mitgeteilt, was uns am heutigen Abend erwarten wird. Nachdem die ersten italienischen Top-Hits aus dem Lautsprecher dudelten, wurde uns am Terrassentisch eine kleine Platte mit aufgespießten Oliven und geröstetem Brot mit pikanter Salami serviert. Dazu gab es, zur besonderen Freude eines der Mitstreiter, einen „Martini on the rocks“ mit Zitrone – es konnte nur gut werden!

Danach verkrochen wir uns langsam in die Küche um parallel die ersten Gänge vorzubereiten. Ein Team kümmerte sich um die Tomatensuppe, das andere um das Dessert sowie den Ravioliteig. Um an dieser Stelle eins klar zu stellen: ein Team der beiden performte offensichtlich deutlich besser 🙂 Während auf der einen Seite die Küchenmaschine ihre monotone Arbeit verrichtete, wurden auf der anderen Seite in mühevoller Handarbeit und in filigranstem Detail die Tomaten enthäutet, von Strunk und ähnlichem entfernt, liebevoll in der Pfanne mit Zwiebeln, Knoblauch und Olivenöl angedünstet, mit Gemüsebrühe abgelöscht und mit Geduld eingekocht. Nur um das phänomenale Ergebnis später noch mit ein paar Gewürzen final abzuschmecken und mit Sahne und frischen Kräutern zu servieren. Ich vermute im anderen Team wurde bereits auch die Füllung der Ravioli zusammen gemischt (und öfter mal vom Amaretto probiert, der anscheinend nicht nur in das Dessert gewandert ist?!?). Der Nachtisch wurde, wie so oft, noch im Kühlschrank bis zum großen Finale zwischengelagert.

Die Tomatensuppe war ein Gedicht und machte Lust auf mehr. Allerdings war fraglich, ob es noch „mehr“ geben würde. Denn der Nudelteig stellte sich als wenig verarbeitungs-freundlich dar. Beim Drehen durch die Nudelmaschine riss dieser ständig und ließ sich letztlich nur mit dem Nudelholz einigermaßen „bändigen“. Entsprechend dick ließ sich dieser nur mühsam ausrollen und mit der etwas flüssigen Füllung belegen. Wenngleich das Verschließen der Ravioli wieder höchst professionell aussah, konnte beim anschließenden Kochen jedoch nicht verhindert werden, dass die Ravioli in Gänze durchgekocht waren aufgrund der Teigdicke. Leider klappte es technisch daher nicht ganz so wie gewünscht, wobei geschmacklich absolut nichts auszusetzen war.

Von der Vorbereitung des zweiten Hauptganges habe ich gar nicht viel mitbekommen, außer der Reinigung der Kartoffeln. Die Ansage war: Mit der Gemüsebürste vom Dreck entfernen, und DIE SCHALE DRAN LASSEN! Der bereits erhöhte Martini-Konsum eines der Mitstreiter verhinderte jedoch die korrekte Ausführung dieser Ansage, sodass teilweise so gründlich geschrubbt wurde, dass die Schale bereits entfernt wurde… Die fachmännisch zugeschnittenen Wedges wanderten in die Heißluftfriteuse und wurden dort gegart. Den restlichen Teil des Ganges bereitete unser Gastgeber ganz ohne unser Zutun zu und kredenzte uns diesen, wie gewohnt gegen 22:30.

Mit bereits gut gefülltem Bauch (in einem der Bäuche schwamm das Essen in ~1/2 Liter Martini) machten wir uns an den italischen Klassiker – das Tiramisu. Ein gelungener Abschluss unseres italienischen Abends. Arrividerci

PS: Man möge mir die subjektive Beschreibung einzelner Vorbereitungen verzeihen – ich bekomme meistens nicht alles mit, was an solch einem Abend passiert. Keine der Ausführungen ist despektierlich gemeint, sondern es dreht sich wie bei allem bei uns um den Spaß. Und der soll auch im Nachgang bei der „Analyse“ nicht zu kurz kommen.

Es geht weiter…

Der nächste Kochabend (Nummer 12, also der eigentliche Abschluss der 3. Runde) wurde von uns terminiert. Am 12.06.2020 werden wieder die Kochlöffel geschwenkt – ein nicht-deutsches Menü wurde uns angekündigt. Aus einem Land, welches nicht direkt an Deutschland angrenzt. Daher werfe ich als erste Vermutung einfach mal Spanien, Italien oder Griechenland in den Raum. Ich bin gespannt, was es werden wird. Ich denke wir freuen uns alle wieder, dass es endlich weiter geht. Auf solche lange Pausen (3 Monate) können wir gut und gerne verzichten – da genießen wir viel zu gerne 🙂

Corona-Virus II

Du doofes Corona-Virus – geh einfach wieder, wir wollen endlich zusammen kochen und genießen!!! Du hast und jetzt 2 Monate daran gehindert zusammen zu kommen, denkst Du nicht, es wäre langsam mal wieder gut?

Corona-Virus

Auch auf unsere kleine Kochrunde hat die Corona-Krise Auswirkungen. Aus diesem Grund entfällt unser 12. Kochabend erst mal – wird aber bei nächster Gelegenheit nachgeholt, sofern sich die Lage wieder entspannt hat.

Bleibt alle gesund und kocht einfach Euren Lieben mal was leckeres 🙂

Der 11. Kochabend

Der 11. Kochabend war in vielerlei Hinsicht ein etwas anderer. Zuerst starteten wir, ungewöhnlicherweise und nachwuchsbedingt, nur zu dritt. Nichtsdestotrotz wollten wir voller Elan starten und begannen wie so oft mit dem Nachtisch.

Hierfür war wieder einmal etwas besonderes geplant. Eine Giotto-Creme sollte es sein – aber nicht in irgendeinem Gefäß, sondern in einer selbstgemachten Schoko-Schale. Also nix wie ran und die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, die Luftballons aufpusten, säubern und trocken tupfen. Die Ballons wurden vorsichtig in das Schokobad getaucht, mir viel Gefühl und dann zum trocknen auf Backpapier gesetzt. Der erste Ballon war jedoch eine Luftnummer, da aus diesem die Luft entwich. Ein, zwei Ballons konnten auf das Papier gesetzt werden – dann passierte es. Ein Luftballon platzte, vermutlich aufgrund der Hitze. Aber nix passiert – nach einem kurzen Schreck ging es weiter. Neue Ballons vorbereiten – dann machte sich F ans Werk um auch einen Ballon einzutauchen. Tja, und dann hatten wir den Salat: der Ballon zerbarst mit einem lauten Knall und wir waren die nächsten 30 Minuten damit beschäftigt, die Küche zu renovieren… Nicht nur das Gesicht, die Kleidung, die Küchenmöbel und -geräte, nein auch die Decke blieb nicht verschont. Mit großer Verzögerung kamen die Schalen dann dennoch in den Kühlschrank zum erkalten. Die Creme war dann wirklich das kleinere Problem.

Der erste Gang des Menüs bestand aus ausgestochenem Körnerbrot, welches mit Frischkäse bestrichen und Lachsstreifen belegt wurde. Zum Garnieren gab es on top frischen Dill. Für jeden Koch gab es ein eigenes Schiffchen – was wiederum unterstreicht, wie gerne wir aus der Küche grüßen.

Ein Teil der ersten Vorspeise war, wie fast jedes Mal bei uns, die Mango. Diese wurde in Servierringen auf Avocado- und Mozarellastücke geschichtet. Oben drauf kam dann Rucola-Salat, angeröstete Pinienkerne und in Butter und viel Knoblauch geschwenkte Garnelen. Gekrönt wurde alles von einer Vinaigrette. Hmmmm, lecker.

Am heutigen Abend wurden wir mit einer zusätzlichen Vorspeise verwöhnt. Auf dem Plan stand ein gemischter Salat, für den es ebenfalls eine Vinaigrette gab, mit angerösteten Pilzen und Lammstreifen aus dem Kontaktgrill. Zum Anrichten wurde noch etwas Balsamico-Essig drüber geträufelt. Und pünktlich zum 3. Gang ergänzte die Runde der vierte Koch. Er hatte jetzt natürlich alle 3 Gänge auf einmal vor sich – auch nicht so schlecht.

Der Hauptgang ließ sich etwas Zeit – im wahrsten Sinne. Gegessen wurde letztlich glaube ich erst gegen 23:30 Uhr. Das Entrecôte wurde mit Salz und Pfeffer gewürzt und rundum scharf angebraten. Danach ging es bei ~100°C in den Backofen um eine Kerntemperatur von 58-62°C zu erreichen – das dauerte seine Zeit.Das Gemüse war recht unspektakulär gemacht. Interessant wurde es wieder beim selbstgemachten Spätzelteig. Unser Gastgeber bereitete diese mit einer Hingabe und Leidenschaft zu, die man am Resultat sehen konnte – ein Gedicht. Ergänzend wurde noch eine Soße eingekocht, die für den finalen Geschmack sorgte.

Am frühen Morgen konnte dann auch der Nachtisch verzehrt werden, der ganz fix angerichtet und mit einem Giotto und Physalis garniert wurde. Alles in Allem wieder ein sehr gelungener Abend – ach ja, und das obwohl der Gastgeber seinen Kochabend einen Monat vorgezogen hatte um unserem Neu-Papa etwas „Ruhe“ zu gönnen. Er ist dann im Tausch beim nächsten Mal dran. Wir sind gespannt.

Der 10. Kochabend

Zum zweiten Mal im Januar fand unser Kochabend statt – ein ziemlich guter Start ins Jahr 2020, meiner Meinung nach. Dieses Mal sollte es „wild“ werden. Unser Gastgeber hat uns direkt darüber informiert, dass es nicht ganz einfach war zu dieser Jahreszeit frisches Wild zu bekommen. Nach mehreren Absagen bei lokalen Metzgern führte der Großhandel letztlich zum Erfolg.

Los ging es, wie so oft, mit der Zubereitung des Desserts. Erneut stand weiße Schokolade in Form von Mousse auf dem Programm. Mit dem Thermomix war die Zubereitung wieder ratz-fatz erledigt. Entsprechend wenig Vorbereitung war für uns alle zu tun. Nachdem wir die Mousse mit dem Creme Fraiche vermischt hatten, wanderte alles wieder in den Kühlschrank bis zum Verzehr.

Als Vorspeise stand dieses Mal Kichererbsensuppe auf dem Plan. Fix zusammengemischt, aufgekocht und püriert – und schon war auch der Gruß aus der Küche mehr oder weniger komplett vorbereitet. Noch schön garniert starteten wir kulinarisch in den Abend.

Auch die Zubereitung der Vorspeise war, erstaunlicherweise, überschaubar. Feta schneiden und in eine Auflaufform geben, gehackte Nüsse mit Rosmarin und Honig vermischt darauf verteilen und backen. Zwischenzeitlich wurde der Salat geputzt und ausnahmsweise auf bereits herausgetrennten, fertigen Granatapfelkernen zurückgegriffen. Zu den Zwiebeln wurde noch eine Vinaigrette angerührt und letztlich alles angerichtet und serviert.

Etwas „arbeitsintensiver“ wurde es dann schon bei der Hauptspeise. Auch hier wurden die einzelnen Komponenten in Teams zubereitet. Zum einen natürlich der Hauptdarsteller – das Reh. Zum anderen das Maronenpüree sowie die glasierten Möhren. Bei letzterem konnten wir alle zustimmend feststellen, dass ein bisschen Grün an den Karotten gleich ein ganz anderes Bild gibt – wir sind richtige kulinarische Experten geworden 🙂 Aus dem Sud und dem Gemüse wurde noch eine Soße gerührt, die nicht ganz unseren Ansprüchen stand hielt. Die Angaben aus dem Rezept waren in dieser Hinsicht aber auch nicht zufriedenstellend. Auch wenn nicht alles von der Konsistenz war wie gewünscht konnte geschmacklich überhaupt nichts ausgesetzt werden.

Abgerundet wurde der Abend wieder durch eine süße Köstlichkeit – zur weißen Schokoladenmousse wurde auch ein edelsüßer Wein gereicht. So kann ein Abend gerne ausklingen.

Der 9. Kochabend

Frohes neues Jahr! Zum Start in 2020 wurde direkt bei uns angekocht – am 03.01.2020 hieß es wieder: Ran an die Töpfe und Pfannen. Da ich vor Weihnachten leider meinen eigentlich angedachten Kochabend absagen musste, überraschte ich die Mitköche zur Wiedergutmachung mit einem zusätzlichen Gang.

Los ging es dieses Mal mit einem wirklich kleinen Gruß aus der Küche. Dattel-Walnuss-Minze wurde zum Secco als Aperitif gereicht. Hierzu wurde eine Creme angerührt und von den Unterstützern zahlreiche Walnüsse geknackt. Die Datteln wurden anschließend gefüllt und mit Minzblatt und Walnuss dekoriert. Ein überraschend leckerer Einstieg in dieses Kochjahr.

Direkt danach ging es wieder an das Dessert, welches eine gewisse Zeitspanne im Kühlschrank verbringen sollte. Hierzu wurde die Lebkuchenmousse über heißem Wasser schaumig geschlagen und in Gläser gefüllt. Die benötigten Glühweinbirnen wurden bereits am Vortag eingelegt, damit diese entsprechend Geschmack und Farbe annehmen konnten.

Alle Zutaten für die Suppe stand bereit – es gab wieder erstaunlich wenig unterstützende Tätigkeiten, weswegen viele interessante Gespräche stattfanden. Die Maronensuppe war schnell gekocht und entsprechend mit Deko garniert und angerichtet. Ein richtig leckeres Wintergericht, das wieder bei allen gut ankam und mich zum „Suppen-Spezialisten“ ernannte mit dem Kommentar: „Suppen kann‘ er“!

Die Überraschung des Tages bescherte der Salat im Brotballon. Die Ballons wurden von mir Nachmittags bereits vorgebacken – hierzu wurden Teigkugeln flach ausgerollt und im heißen Ofen kurz „aufgeblasen“. Kurz vor’m Anrichten wurde die Unterseite etwas mit Wasser benetzt, aufgeschnitten und mit Salat und Sesambrösel gefüllt und wieder richtig herum auf den Teller gelegt. Angerichtet auf dem Teller sah man somit nur den geschlossenen Brotballon. Dieser musste im Anschluss per Gabel „aufgeklopft“ werden und der Salat inklusive Sesambrösel sprang heraus. War eine ganz schöne Sauerei – aber ein netter Effekt. Das Birnendressing kann zukünftig auch gerne mit einem „richtigen/leckeren“ Dressing ersetzt werden.

Das Highlight des Tages bildete das für uns alle eher unbekanntere Straußensteak. Besorgt hatte ich es am Vortag auf der Straußenfarm – 1 kg pures Straußenfilet. Dieses wurde in 4 gleich große Teile geschnitten, auf allen Seiten scharf angebraten und mit Speisenthermometer bei 80°C für gut 2 Stunden im Ofen weitergegart, sodass eine Kerntemperatur von 56°C erreicht wurde. Zwischenzeitlich wurde der Teig für die Maronenwaffeln zusammengerührt – dann hieß es „Warten“. Als sich die Steaks dem angestrebten Garpunkt näherten, wurden die Waffeln ausgebacken und alles zusammen mit den karamellisierten Birnen und meinem selbstgemachten Zwiebelchutney angerichtet. Wir alle mussten feststellen: Ein Gedicht! Das Filet war butterzart und eines der leckersten Sachen, die ich/wir in der letzten Zeit zu uns genommen hatte. Es lohnt sich wirklich mal Strauß auszuprobieren, falls man es noch nicht kennt. Bei mir wird es sicherlich mal wieder auf der Karte stehen.

Zum Schluss wurde dann, mal wieder gegen Mitternacht, das Dessert aus dem Kühlschrank geholt, mit den Glühweinbirnen belegt und der restliche Glühwein warm gemacht und daneben serviert. Ein paar Raspeln weißer Schokolade dienten ebenfalls als Dekoration.

Meines Erachtens nach wieder ein gelungenes Menü, welches die Richtlatte für dieses Jahr schon einmal festgelegt hat. Glücklicherweise hat sich der nächste Koch bereit erklärt, ein weiteres Kochevent Ende des gleichen Monats stattfinden zu lassen, sodass wir im „alten Trott“ bleiben können. Ich bin gespannt und freue mich – wie immer.