Corona-Kochabende gehen weiter

Da die Fallzahlen eher schlechter als besser werden, sind die Aussichten auf ein „normales Männerkochen“ wieder in weite Ferne gerückt. Daher starten wir nahtlos in die 2. Runde des Corona-konformen-Kochens – aber natürlich nicht, ohne wieder etwas „Neues“ auszuprobieren.

Auf Wunsch eines unserer Köche gibt es dieses Mal eine „Motto-Runde“. Diejenige Person, welche den Hauptgang zubereitet darf frei das Motto für alle wählen und die Gerichte sind entsprechend danach auszurichten. Das verspricht wieder neue Spannung zu bringen und ich bin gespannt, wie die Menüs in dieser Runde aussehen werden.

Los geht es Ende April mit unserem ersten Motto: „Wir genießen den Frühling“! Ein nicht ganz passendes Motto wenn ich aktuell aus dem Fenster schaue und die Temperaturen betrachte, aber ich bin guter Dinge, dass sich auch dies bis zu unserem Kochabend deutlich gebessert hat.

Ich freue mich auf jeden Fall wieder auf die weiteren Kochabende und hoffe, dass wir noch viele davon gemeinsam abhalten können – hoffentlich auch bald wieder in gewohnter (kleiner) Runde.

4. Corona Kochabend

Ende März und keine Besserung in Sicht… Dies war unser letzter Kochabend der „speziellen Runde“ bei jedem zu Hause. Somit hat jeder mal einen Gang zubereitet und ausgeliefert. Das alles hatte seinen ganz eigenen Charme und war für die aktuelle Situation sicherlich die beste Lösung – dennoch fiebern wir alle dem Tag entgegen, wenn alles wieder „besser“ wird.

Dieses Mal starteten wir mit „Flammbrot“ und selbstgemachtem Eiersalat mit Kaviar! Dabei handelte es sich um ein mit Lachs und Lauchzwiebel belegtem Brot, welches mit Käse überbacken wurde. Highlight dieses Ganges war: Jeder „Koch“ bekam seinen „eigenen“ Drink kredenzt, der für den Lieferanten als typisch erachtet wurde. So gab es dann entweder Glühwein, Jacky-Cola oder Martini – auch eine nette Idee.

Dann ging es nahtlos weiter mit einer weiteren „Brotzeit“ – nämlich Leberwurst- und Schinken-Ricotta-Brot mit einer pfälzer Wurstpraline aus Blutwurst und Schwartenmagen. Ein sehr „heimatlicher“ Gang der sich super in das Menü eingliederte. Als „begleitendes“ Obst fand sich hier die Birne wieder.

Für den Hauptgang ging es diesmal „hoch hinaus“ – es gab Fisch statt Fleisch. Auf den Teller kam ein Saiblingsfilet – ein Süßwasserfisch, der am weitesten in arktische Gewässer vorgedrungen ist. Zu diesem wurden Annakartoffeln und Wildkräutersalat gereicht. Der Fisch war auf den Punkt gegart und schmeckte super lecker. Der Hauptgang dieser Runde stand kurzzeitig auf der Schippe, da der Koch es für nötig hielt, sich einen Teil des Ringfingers zu filetieren. Entsprechend langsamer ging es am Herd voran. Nichtsdestotrotz konnte der Hauptgang letztlich zu halbwegs vernünftiger Zeit geliefert werden. Zusätzlich zu diesem Gang schenkte der Koch einen Blanc-de-noir aus – entsprechend waren 2 Weingläser zur Tür mitzubringen.

Abgerundet wurde diese erste Runde durch ein Dreierlei vom No-Bake-Cake. Präsentiert in unterschiedlichen geometrischen Formen wurde zum einen Mango, Erdbeer und Kiwi gereicht. Der Boden bestand jeweils aus unterschiedlichen Sorten Butterkeksen – die Füllungen wurden jeweils durch die ergänzende Frucht kombiniert. Nach einiger Kühlzeit konnten die Platten auch unfallfrei den Haushalten zukommen gelassen werden.

Die Entscheidung, wie es aktuell weitergeht, ist auch schon gefallen: Wir starten in die 2. Corona-Kochrunde und sehen uns leider erst einmal wieder nur digital zum Essen. Voraussichtlich am 01.05.2021 geht es dann weiter.

3. Corona-Kochabend

Mittlerweile sind wir ja erfahrene Corona-Köche und konnten somit auch diesen Abend erfolgreich über die Bühne bringen. Nichtsdestotrotz sehnen wir uns insgeheim wieder die „normalen Kochabende“ herbei. Aktueller Stand jetzt ist, dass wir solch einen Corona-konformen Kochabend noch einmal im März durchführen werden. Dann hat auch jeder mal einen entsprechenden Gang zubereitet. Alle Hoffnungen ruhen darauf, dass die Situation dann wieder etwas „entspannter“ ist.

An diesem Kochabend starteten wir wieder mit einem Gruß aus dem Mittelmeerraum: uns wurde ein mediterranes Gemüse mit Lachs kredenzt. Klein aber fein, wie es sich für einen anständigen Gruß gehört.

Um auch dieses Mal wieder etwas „Abwechslung“ in das bereits eingespielte Prozedere zu bringen, wurde die Vorspeise als „quasi live-cooking-Event“ in den einzelnen Haushalten durchgeführt. Hierzu wurde eine entsprechende Kiste mit den Einzelbestandteilen bestückt und mit auf die Reise genommen. Vor Ort wurde für den Lieferanten je zwei tiefe Teller bereitgestellt. Ganz Corona-konform ist dieser dann mit Mundschutz und Handschuhen zu Werke gegangen und hat die Teller vor Ort angerichtet – zur Freude aller Beteiligten. In den meisten Fällen gelang dies auch super 😉

Die Hauptspeise glänzte dann mit reichlich Soße (was ich persönlich ziemlich anständig finde)! Zur Schweinelende im Speckmantel wurde Reis, etwas Deko-Gemüse und wie bereits erwähnt reichlich „Spezial-Käse-Soße“ gereicht. Was soll ich sagen: Ein Gedicht! Für meinen Teil kann ich sagen: Danke für die großzügige Portion – diese reichte auch am Tag darauf nochmal zum warm machen 🙂

Als Abschluss wurde ein Panna Cotta mit Fruchtspiegel, Schoko-Gitter und Karamellkeks gereicht. Auch wenn mein Bauch schon voll war – ich hätte davon nochmal eins genommen. Einfach wieder alles zum Anbeißen.

Besten Dank an alle Teilnehmer und auch an die großzügige und selbstverständliche Unterstützung einiger Frauen – ihr seid super. Bleibt mir wieder die unliebsame Aufgabe alle genutzten Rezepte einzutreiben und einen neuen Termin für Ende März zu finden.

2. Corona Kochabend

Frohes Neues Jahr zusammen! Die Hoffnungen waren und sind groß, dass es in 2021 nur besser werden kann als in 2020. Der Start jedoch bleibt der Gleiche: Lockdown-Verlängerung mit zusätzlicher Verschärfung der Einschränkungen. Aus diesem Grund war schnell klar, dass wir auch im Januar wieder einen Corona-konformen Kochabend durchführen werden, da dies im Dezember super unkompliziert geklappt hatte und darüber hinaus auch die Partner mit einbezogen hatte (die durchaus positiv angetan waren von dem, was wir Männer in der Lage zu leisten sind, wenn wir denn wollen :-P).

So kommt es am 23. Januar nun zum zweiten Corona-Kochabend, bei dem die gleichen Rahmenbedingungen zum Tragen kommen als im Dezember. Lediglich die Zuweisung der Gänge wurde getauscht. Für alle, die nicht mehr ganz sicher sind (oder es schon wieder vergessen haben), hier nochmal die aktualisierte Stichpunktaufzählung:

  • D stellt wieder einen Meeting-Link für den Abend zur Verfügung (Danke)
  • Jeder Mit-Koch bereitet einen Gang zu: Reihenfolge: F, D, M, B
  • Die groben “Essenszeiten” sind: 19, 20, 21, 22 Uhr (vielleicht klappt es dieses Mal etwas besser :-P)
  • Getränke besorgt jeder für sich selbst
  • Die einzelnen Gänge werden vom Koch (oder seiner Sous-Chefin) “ausgefahren”
  • Je nach Zubereitung des Gangs kann die Mahlzeit bereits angerichtet sein – muss aber nicht
  • Wenn etwas spannendes passiert, während des “Kochprozesses”, kann die Gruppe darauf aufmerksam gemacht werden und daran teilhaben

Ich denke wir freuen uns alle wieder auf diesen Abend und daher bleibt mir nur noch zu sagen: Bleibt gesund und wir sehen uns bald (wenn auch nur digital).

Der 18. Kochabend (1. Corona-Kochabend)

Kurz vor Weihnachten fand er doch noch statt – der letzte Kochabend dieses durchwachsenen Jahres. Doch dieses Mal war alles anders – es ist immer noch „harter Lockdown“ angesagt. Wir mussten uns etwas einfallen lassen und das haben wir getan. Wir verlagerten unser Koch-Event in die digitale Welt.

Dieses Mal hat nicht die Person, die an der Reihe gewesen wäre, ein komplettes Menü gekocht, sondern wir haben uns aufgeteilt, so dass jeder einen Teil des Menüs zubereiten durfte. Hier war schnell klar, wer sich für welchen Gang verantwortlich zeigen wollte. Nutznießer dieser ganzen Aktion waren unsere Frauen, da diese Mal nicht nur 4, sondern 8 Portionen zubereitet wurden. Damit jeder nur einmal das Haus verlassen musste, wurden die einzelnen Gänge jeweils ausgefahren – zur Freude vieler Beteiligten, die schmerzhaft feststellen mussten, dass sie ihre eigentliche Berufung verfehlt zu haben scheinen 😉 Zur gemeinsamen Verkostung wurde ein entsprechendes Online-Meeting bereit gestellt, bei dem sich zeitnah alle eingefunden hatten und auch am Kochprozess teilweise partizipieren konnten.

Man sollte meinen, es würde für jeden der beteiligten Köche stressfreier werden, da ja lediglich ein einziger Gang zuzubereiten war. Aber weit gefehlt. Der Zeitplan konnte, wie bei fast jedem anderen Kochabend auch, nicht wirklich eingehalten werden. Aber das gehört irgendwie auch zu unseren Kochabenden dazu – sonst wäre es ja nicht das Gleiche 😛 Es gibt sogar Gerüchte, dass manche sprichwörtlich mit ihrem Essen zu kämpfen und auch einen zweiten Anlauf gestartet hatten.

Den Anfang bildete wie immer der Gruß aus der Küche, welcher dieses mal wieder aus viel experimentellen Teilen bestand. Und das zeigte sich leider auch in dem nicht ganz zufriedenstellenden Ergebnis. Geplant war eine Art „Pfälzer Bruschetta“. Die Grundlage bildete ein eigens gebackenes Roggen-Mischbrot, welches mit Apfel-Sellerie-Schaum, gebratenen Apfelstücken, gebratenen Blutwurst-Stücken und Schmorzwiebeln belegt war. Dazu gereicht wurde noch eine Butternuss-Creme sowie ein Mandarinen-Gel. Die einzelnen Aggregatzustände bereiteten einige Schwierigkeiten, doch durch das „Ausfahren“ des Essens konnte das Resultat auch gut hierauf geschoben werden. Die Hauptsache war eh, dass es schmeckte, und das tat es.

Als Vorspeise gab es mal wieder einen leckeren winterlichen Feldsalat mit Avocado-Tomaten-Salsa und (zur Freude vieler) Fleischbeilage – Rumpsteak-Streifen. Aufmerksamen Beobachtern des Koch-Streams ist gleich aufgefallen, dass es fleischiges Topping gibt, denn der allseits beliebte Optigrill war im Einsatz! Nice. Garniert war das Ganze mit einer recht ansehnlichen (und auch angemessen portionierten) Parmesanhippe und Balsamico-Creme.

Der Hauptgang entführte uns ans andere Ende der Welt – nach Australien. Es gab, nicht ganz alltäglich, Känguru auf mediterranem Gemüse, Meersalz-Kartoffeln und weißer Pfefferschaumsoße – mal etwas ganz anderes. Geliefert wurde dieses in zwei Aluschälchen mit Alu-Folie verpackt. Sah im ersten Moment unspektakulär aus war jedoch zur eigenen Zusammenstellung gedacht. Also nahm jeder seine eigenen Teller und richtete nach Anleitung/Vorschau den Teller zu Hause an.

Und dann kam es – das Dessert. Geliefert vom meist-gestressten Koch des Abends. Und ohne mit der Wimper zu zucken muss man gestehen – es hat sich gelohnt! Gefühlte 20 Schichten bettelten nur darum sich auf die eigenen Hüften zu legen. Dieser Schoko-Traum war ein Gedicht und mit Sicherheit eines der aufwendigsten und auch leckersten Desserts, die wir bisher hatten und vermutlich auch zukünftig haben werden. Alleine vom Aufwand her wäre dies an einem gewöhnlichen Kochabend mit komplettem Menü nicht denkbar. Und so hat dieser Corona-Lockdown rückblickend auch etwas Gutes für uns.

Fazit des Abends: Der Lieferservice war insgesamt sehr zufriedenstellend und kann durchaus weiterempfohlen werden. Da wir alle richtig viel Spaß hatten werden wir dieses Event gerne nochmal wiederholen, sollte der Lockdown auch noch im Januar andauern. Wir lassen uns nicht unterkriegen und machen das Beste aus der Situation. Vielen Dank nochmal allen beteiligten Köchen, Ausfahrern, „Mitessern“ 😀 und Spaßvögel.

1. Corona-Kochabend

Wie im letzten Beitrag angekündigt, starten wir dieses Wochenende unseren ersten Corona-konformen-Kochabend. Dieser findet digital statt und wird sicherlich ein Erlebnis für uns alle sein (sicher nicht so lustig wie sonst) – aber außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.

Nach einem exzessiven Online-Meeting haben wir uns einstimmig dazu entschieden, Corona zu trotzen und es in dieser Form mal zu versuchen. Das bedeutet natürlich, dass wir nicht zusammensitzen und die Speisen gemeinsam zubereiten können. Jeder bereitet einen Gang vor und verkostet wird das Ganze dann wieder in gemeinsamer, digitaler Runde.

Nutznießer dieser Maßnahme sind unsere Frauen, die dieses Mal mit einbezogen werden und ebenfalls ein Menü erhalten. Für alle, die schon wieder vergessen oder verdrängt haben, was wir beschlossen haben, hier nochmal in der Übersicht:

  • D stellt einen Meeting-Link für den Abend zur Verfügung
  • Jeder Mit-Koch bereitet einen Gang zu: Reihenfolge: M, B, F, D
  • Die groben „Essenszeiten“ sind: 19, 20, 21, 22 Uhr
  • Getränke besorgt jeder für sich selbst
  • Die einzelnen Gänge werden vom Koch (oder seiner Sous-Chefin) „ausgefahren“
  • Je nach Zubereitung des Gangs kann die Mahlzeit bereits angerichtet sein – muss aber nicht
  • Wenn etwas spannendes passiert, während des „Kochprozesses“, kann die Gruppe darauf aufmerksam gemacht werden und daran teilhaben

Ich bin gespannt wie es werden wird und mache mich mal langsam dran meinen Gang auszusuchen. Ich freue mich schon total und denke es ist eine gute und adäquate Lösung um dieses, von Krisen geschüttelte, Jahr doch noch „positiv“ zu beenden. Guten Appetit!

Dezember-Update

Die Hoffnungen auf Besserung wurden jäh im Keim erstickt. Anstatt Lockerung steht eher Verschärfung an. Das bedeutet auch für uns: Weiter Pausieren und Abstand halten! Aber wir lassen uns von so ein bissl Virus nicht unterkriegen und überlegen einen Kochabend mit Essen-To-Go auszuprobieren. Heißt: Jeder ist bei sich zu Hause und entweder kocht einer und lässt das Essen allen anderen zukommen oder jeder darf einen Gang zu Hause zubereiten und verkostet wird digital in der Runde – klingt auf jeden Fall auch spannend. Ich bin gespannt, ob wir uns da ran trauen.

Ansonsten geht ein leckeres, wenngleich auch mit Herausforderungen gespicktes Jahr zu Ende – unser zweites, was das Kochen angeht. Nach wie vor sind wir nicht müde und auch die Ideen gehen (den meisten von uns 😉 ) noch nicht aus. Deshalb drücken wir die Daumen für ein besseres und weniger ereignisreiches Jahr (was Krankheiten angeht). Habt alle trotzdem ein paar besinnliche Tage – ruhig werden sie dieses Jahr sicherlich sowieso werden. Ich freue mich, wenn wir dann endlich wieder bedenkenlos zusammen kommen können. Bis dahin: Bleibt gesund und vernünftig!

Corona-Lockdown zum Zweiten

Kochabend 18 muss leider wieder verschoben werden, da sich Covid immer noch nicht in Luft aufgelöst hat. Wir hoffen, im Dezember entspannt sich die Situation wieder in soweit, dass auch wir wieder zusammen kommen können um guten Gewissens einen weiteren kulinarischen Abend zu verbringen.

Es heißt also: „Daumen drücken und vernünftig bleiben“!

Der 17. Kochabend

Wieder einmal lockte der „goldene Herbst“ zu einem weiteren Kochabend – dieses mal war erneut der (Zitat) „Suppenkasper“ am Werk. Ich deute die Aussage mal als liebevolle und nett gemeinte Anspielung auf mein Faible für leckere Suppen…

Los ging es heute mit einer Entschuldigung meinerseits, da sich mein Menüplan direkt mit dem unserer Feuerwehr überschnitt, die an diesem Wochenende ebenfalls Hähnchen im Programm hatte. Glücklicherweise herrschte in der Runde eher die Meinung vor, dass man nie zu viel Hähnchen an einem Wochenende essen konnte, von daher passte es dann auch wieder und man hatte einen direkten (Geschmacks-)Vergleich von Backofen zu Holzkohlegrill.

Zur Begrüßung lockte ein „Pfälzer Martini“ in Form von rotem neuen Wein mit aufgespießten Trauben. Und wie so oft wurde zuallererst das Dessert vorbereitet. Hierzu hatte der Gastgeber schon einiges an Gemüse entsaftet und somit der größten Sauerei vorgebeugt. Dieser Saft wanderte zusammen mit etwas Zucker in das Gefrierfach, wo es fortan in kontinuierlichen Abständen mit einer Gabel bearbeitet werden musste, damit es nicht ein kompakter Eisklotz wird, sondern kleine Eiskristalle bildete.

Der Schlendrian hielt an diesem Abend auch wieder Einhalt, da sich gleich die Hälfte der Mitköche verspätete – einer davon immerhin entschuldigt… Auch zwischendurch gab es noch einen Personenausfall zu kompensieren. Für das Dessert hatte ich dann immerhin noch einen fleißigen Helfer gefunden, der mit mir zusammen den weißen Schokoschaum zubereitete. Auch dieser wanderte alsbald in den Kühlschrank zum späteren Verzehr in der Nacht.

Im Anschluss wurde dann endlich auch der herbstliche Gruß aus der Küche zubereitet. Die Birnen wurden geschält, zum Teil in Schreiben und auch zu Tatar geschnitten. Die Maronen wurden aus der Verpackung geholt und möglichst in gleich große Stücke „zerbrochen“. Diese wurden dann fachmännisch mit Speck umwickelt (darin haben wir ja mittlerweile auch Erfahrung) und mit Zahnstochern fixiert. Kurz in der Pfanne angebraten und mit Birnen und Hüttenkäse serviert – lecker.

Dann ging es in gewohnter Reihenfolge weiter: Die Vorspeise stand an. Die Zubereitung für die Suppe ist recht einfach – die Korallenhippe sorgte an dieser Stelle für neugierige Blicke. Mehl, Wasser und Öl wurden im Messbecher zusammengemixt und der Teig wie ein Crèpe oder Pfannkuchen ausgebacken. Die Hitze etwas reduzieren und warten, bis die Hippe gleichmäßig durchgebräunt war. Und schon hatten wir unsere selbstgemachten Deko-Elemente. Das Kürbiskernkrokant konnte geschmacklich durchaus auch überzeugen und sorgte für den entsprechenden Biss in der Suppe.

Höhepunkt war wieder einmal die Hauptspeise, die am heutigen Abend aus zwei glücklichen Pfälzer Hähnchen vom Geflügelhof bestand. Diese wurden fachmännisch gesäubert, trocken getupft und kurzerhand mit je einem halben Apfel und einer halben Zwiebel, sowie einigen Gewürzen, gefüllt. Mit der Marinade bepinselt „flogen“ die Vögel in den vorgeheizten Backofen, wo sie für die nächste gute Stunde schwitzen durften. Und wir konnten uns um die Kroketten kümmern, die bisher auch noch niemand von uns selbst gemacht hatte. Hierzu mussten zuerst die Kartoffeln geschält werden und damit das an diesem Abend auch noch ein Ende fand, griff der Gastgeber hier gleich selbst zum Sparschäler. Denn nach ausführlichen Diskussionen und eingeschränkter Kompetenz bei der Nutzung von standardmäßigen Haushaltsgeräten (Stichwort Tupper…) konnten die Kartoffeln auch endlich in den Wassertopf wandert um zu köcheln. Im Anschluss heiß durchgepresst wurden sie nach einer Abkühlungsphase mit Eigelb und Gewürzen zu einer homogenen Masse vereint, anschließend geformt und in Eiweiß und Paniermehl paniert. Ich habe den Kroketten zwei Frittierdurchgänge spendiert – den ersten bei ~165°C, den zweiten dann bei ~200°C. Ergebnis war erstaunlicherweise hervorragende Kroketten – Form und Konsistenz waren genial. Wir alle waren positiv überrascht! Zusammen mit der Aioli und der Knoblauch-Parmesan-Soße ein rundum gelungenes Essen.

Kommen wir abschließend zum, zumindest für mich als Gastgeber, enttäuschenden Dessert: Das Einkochen mit den Kräutern hätte man sich meiner Meinung nach sparen können/sollen – dann wäre das Ergebnis deutlich besser gewesen. Fazit von mir: Eindeutig zu viel gewollt – weniger ist manchmal mehr. Im November gibt es ja schon wieder die Möglichkeit das besser zu machen. Bis dahin – bleibt gesund.

Der 16. Kochabend

Das heutige Datum (9/11), der heutige Gastgeber, das heutige Menü… Alles deutete darauf hin, dass es heute statt „phänomenal“ eher „katastrophal“werden könnte 😉 Auch die Grundstimmung war an diesem Abend eher, ich möchte sagen, „speziell“. Da schadete es nicht, dass später ein weiblicher Ruhepol dazukam und die Gemüter wieder etwas beruhigte.

Unser Gastgeber präsentierte uns sein Menü ganz modern auf dem Fernseher in der Küche – die Reaktionen konnten nicht unterschiedlicher sein: Teile freuten sich, andere wollten direkt wieder nach Hause gehen 🙂 Als uns dann auch noch verkündet wurde, dass so gut wie alles noch nie zuvor selbst zubereitet wurde, stieg auch der Puls ein wenig an. Allerdings war auch unser Ehrgeiz geweckt, sodass wir auch gleich loslegen wollten.

Also erst mal den Pulpo aus dem Kühlschrank geholt, gewaschen und in sein siedendes Wasserbad gesetzt, damit er schön weich wird. Das alles natürlich erst, nachdem ein Bild unseres Exemplares in voller Pracht geschossen wurde. Das Wasserbad dauerte gut 1,5 Stunden – Zeit genug, den Gruß aus der Küche vorzubereiten. Hierfür wurden zuerst Garnelen angebraten und danach das Selleriegemüse mit den Äpfeln gedünstet. Im Anschluss kam dann wieder zusammen, was zusammen gehört. Kurz zusammen erwärmt, gewürzt, abgeschmeckt und auf dem Servierlöffel kredenzt.

Dann folgte ein weiterer spannender Teil des Abends, bei dem nicht ganz zweifelsfrei feststand, wie die Qualität und Lebendigkeit der Muscheln festzustellen sei. Die Miesmuscheln sollten gewaschen werden und um zu prüfen, ob sie noch lebendig sind, musste an der Muschelschale angeklopft werden. Gefühlt der größte Teil hatte keine Lust bei uns im Kochtopf zu landen und verschloss sich nicht sichtbar. Nichtsdestotrotz konnten wir eine gute Menge an Muscheln ausfindig machen, die alsbald ein heißes Bad nehmen durften. Hierbei gab es nur noch wenige Muscheln, die aussortiert werden mussten. Mit Baguette ging es an den Tisch und die 1. Vorspeise war gerichtet.

Im Nachgang war dann auch der Pulpo durch mit seinem Tauchvorgang. Fachmännisch wurden die Tentakel entfernt und auf dem Grill fertig gegrillt. Die Tomaten-Olivensalsa wurde schon frühzeitig zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt. Nach einem etwas größeren Kampf mit der Aioli haben wir aber auch an dieser Front einen kleinen Erfolg erzielen können, sodass auch dieser Gang ganzheitlich, wie geplant, ausgegeben werden konnte. Unser Gastgeber überraschte sogar mit essbarer Deko – ein Käse-Keks zierte das Salsa.

Zur Hauptspeise gab es saisonal passend 😉 Spargel zum Kartoffel-Gratin. Da bei Surf and Turf ja Land und Meer zusammen kommen, fanden sich letztlich auf unseren Tellern Lamm und Lachs – eine eigene Interpretation von Lammlachse 🙂 Der Fisch wurde im oder besser gesagt auf dem Thermomix zubereitet, das Fleisch durfte in unseren allseits beliebten Optigrill. Fast zeitgleich erreichte alles seinen gewünschten Gargrad, sodass auch unser Surf and Turf-Teller mit einer improvisierten Kräuter-Quark-Creme serviert werden konnte.

Zum krönenden Abschluss durfte das Dessert natürlich nicht fehlen. Wir hatten uns ja nach dem letzten Kochabend vorgenommen, dass das nicht mehr passieren darf. Obwohl auch heute sicherlich niemand mehr zwingend ein Dessert gebraucht hätte – so ein dünner Crêpe legt sich im Magen ja einwandfrei zwischenrein. Mit professionellem Werkzeug – Crêpe-Eisen und Crêpeteig-Holzverteiler – wurden 1A Crêpe erstellt, die mit selbstgemachtem Vanilleeis (welches tatsächlich phänomenal war) und frischen Beeren serviert. Die Schokosoße verlieh dem Menü den letzten Glanz.

Als Resümee lässt sich von mir festhalten: Für den Mut solch ein Gericht zusammen mit uns zu kochen gebührt dem Gastgeber Respekt gezollt. Und ich muss auch sagen: Die Erwartungen wurden übertroffen. Das Essen war durchaus lecker – auch wenn es viele Unsicherheitsfaktoren gab und es nicht jedermanns Geschmack traf. Aber genau darum geht es ja bei unserem „Experiment“ – neue Sachen kennen lernen und altbekannte neu interpretieren und bestenfalls noch verbessern.